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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 70. Niederweimar

Wenkbach

Ortsteil · 177 m über NN
Gemeinde Weimar (Lahn), Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8 km südwestlich Marburg

Lage und Verkehrslage:

Dorf mit linearem Grundriss auf flach auslaufendem Hang am Rande des Hochwassergebiets der Lahnniederung. Reihenförmige Bebauung entlang eines langrechteckigen Straßen- und Wegenetzes. Künstlich hereingeführter Wassergraben durchfließt den Ort Nordosten-Südwesten. Moderne Wohnsiedlung im Südwesten. Im Süden Fabrikgelände.

Straße von Niederwalgern-Niederweimar im Zuge des westlichen Zweiges der alten Landstraße Frankfurt-Bremen bzw. Kassel; seit dem 30jährigen Krieg zugleich Köln-Leipziger Messestraße und Wetzlarer Landstraße; die Kölner bzw. Wetzlarer Landstraße ursprünglich im Zuge der frühen Weinstraße an Wenkbach nordwestlich vorüberziehend. Straßen von Roth und Argenstein.

Ersterwähnung:

1302

Siedlungsentwicklung:

1838 (Kasseler Acker): 609 stellbares Land, 30 Wiesen, 24 Gärten, 12 Triesche, 176 Holz. (mit Argenstein und Roth). 1885 (ha): 201, davon 174 Ackerl., 19 Wiesen. 1961 (ha): 289, davon 131 Wald. - Umlegung: 1910/12. - Älteste Gemarkungskarte: 1766/67

Historische Namensformen:

Burgen und Befestigungen:

  • 1838 (Kasseler Acker): 609 stellbares Land, 30 Wiesen, 24 Gärten, 12 Triesche, 176 Holz. (mit Argenstein und Roth). 1885 (ha): 201, davon 174 Ackerl., 19 Wiesen. 1961 (ha): 289, davon 131 Wald. - Umlegung: 1910/12. - Älteste Gemarkungskarte: 1766/67

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3480022, 5623334
UTM: 32 U 479956 5621525
WGS84: 50.74515858° N, 8.715896709° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534020110

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 201, davon 174 Acker (= 86.57 %), 19 Wiesen (= 9.45 %), 0 Holzungen
  • 1961 (Hektar): 289, davon 131 Wald (= 45.33 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1544: 13 Familien 1585: 20 hausgesessene 1747: 34 Haushalte 1773: 133, 1812: 168, 1838: 198, 1885: 235, 1925: 381, 1939: 417, 1950: 594, 1961: 424 Einwohner - 1861: alle Einwohner evangelisch-lutherisch 1961: 407 evangelisch, 15 römisch-katholisch Einwohner - 1773: 1 Schmied, 1 Schreiner, 1 Zimmermann, 4 Schneider, 1 Wirtin, 9 Leineweher. 1838 (Familien): 31 Ackerbau, 4 Gewerbe, 1 Tagelöhner 29 nutzungsberechtigte, 6 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 1 Beisitzer. 1961 (Erwerbspersonen): 77 Land- und Forstwirtschaft, 56 Produzierendes Gewerbe, 41 Handel und Verkehr, 27 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1885: 235, davon 234 evangelisch (= 99.57 %), 1 katholisch (= 0.43 %)
  • 1961: 424, davon 407 evangelisch (= 95.99 %), 15 katholisch (= 3.54 %)

Diagramme:

Wenkbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Wohl seit Ende 10. Jahrhundert im Immunitätsbezirk der Vogtei Fronhausen des Kanonissenstifts Essen; seit Anf. 13. Jahrhundert Zubehör der Essener (Teil-)Vogtei der Schenken zu Schweinsberg
  • 1481 und später: Gericht Schenkisch-Eigen (-> Roth)
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Lohra
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Marburg

Gericht:

  • 1821: Justizamt Fronhausen
  • 1867: Amtsgericht Fronhausen
  • 1948: Amtsgericht Marburg

Gemeindeentwicklung:

Am 1.7.1972 wurde Wenkbach im Zuge der hessischen Gebietsreform in die Gemeinde Weimar eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Wohl seit Ende 10. Jahrhundert Zubehör der Villikation Fronhausen des Kanonissenstifts Essen; vermutlich konradin. Erbe, das die Äbtissin Mathilde, Enkelin Hz. Hermauns von Schwaben, in das Stift eingebracht hatte. Verwaltet wurde der Stiftsbesitz von dem Essener Amtmann in Fronhausen. Teilw. Entfremdung des Stiftsbesitzes seit Ende 13. Jahrhundert durch die Vögte, die Schenken zu Schweinsberg, die 1332 und 1410 einen dem Stift zinspflichtigen Hof in W. besaßen. 1353 verzichten die Schenken auf Güterbesitz und Einkünfte, die von ihren Vorfahren dem Stift entfremdet worden waren. Seit 1479 ist der Essener Besitz Pfandlehen der Schenken; Neubelehnungen bis 1772
Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

Vor 1577 wohl nach Fronhausen, 1577: nach Roth eingepfarrt.

1613 und später: Filiale von Fronhausen

seit 1957 Filiale von Roth

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Fronhausen, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Fronhäuser Pfarrer Johannes Kaufmann um 1527.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Wenkbach, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9392> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde