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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 31. Felsberg

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Dissen (Kirchdissen)

Stadtteil · 215 m über NN
Gemarkung Dissen, Gemeinde Gudensberg, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

3,5 km nordöstlich von Gudensberg

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss im Quellkessel eines Ederzuflusses. Kirche mit wehrhaftem Turm am Südwest-Rand der Siedlung.

Straßenabzweigung von der Bundesstraße 254 nach Besse führt durch den westlichen Randbereich des Ortes.

Ersterwähnung:

1061

Historische Namensformen:

  • Dusinun (1061) [HStAM Bestand Urk. 75 Nr. 108]
  • Duisun, in (1081) [XI] Fälschung
  • Dosene, in (1123)
  • Thusen, in (1209)
  • Dusene, de (1257)
  • Tusen, de (1303)
  • Thusen, de (1311)
  • Kerichtosen, in (1319)
  • Kirchtusen (1324)
  • Tuissen (1325)
  • Tosene (1342)
  • Thoten (1346)
  • Toysen, in (1362)
  • Tosin (1386)
  • Tussen (1486)
  • Toisßen (1518)
  • Toysse (1523)
  • Tosse, zu (1525)
  • Toysse, tzu (1533)
  • Tuessen (1556)
  • Dueßen (1568)
  • Düssen, Tußen (1575/85)
  • Tußner (1735)
  • Kirchdissen
  • Kirch-Dissen
  • Dissen, Kirch-

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1061: villa
  • 1568: Dorf

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1885/1886

Älteste Gemarkungskarte:

1685

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3528507, 5673396
UTM: 32 U 528422 5671566
WGS84: 51.1948005° N, 9.406748892° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634007020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1742 (Kasseler Acker): 1621 Land, 332 Wiesen und Weinberge, 102 Wald
  • 1885 (Hektar): 607, davon 462 Acker (= 76.11 %), 66 Wiesen (= 10.87 %), 30 Holzungen (= 4.94 %)
  • 1961 (Hektar): 610, davon 33 Wald (= 5.41 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1575/85: 21 Hausgesesse. 1579: 23 Rauchhühner
  • 1639: 21 verheiratete, 3 verwitwete Hausgesesse, 1 Beisasse. 1682: 23 Hausgesesse
  • 1735: 38 Mannschaften. 1742 und 1747: 39 Häuser bzw. Hausgesesse
  • 1834: 352, 1885: 420 Einwohner
  • 1861: alle Einwohner evangelisch-reformiert
  • 1885: 420, davon 420 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1925: 455, 1939: 504, 1950: 734, 1961: 636 Einwohner
  • 1961 (Erwerbspersonen): 130 Land- und Forstwirtschaft, 125 Produzierendes Gewerbe, 43 Handel und Verkehr, 25 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 636, davon 514 evangelisch (= 80.82 %), 90 katholisch (= 14.15 %)

Diagramme:

Dissen (Kirchdissen): Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1061: Grafschaft Maden
  • 1428 und 1497: Landgrafschaft Hessen, Amt Gudensberg
  • 1575/85: Amt Gudensberg
  • 1742: Amt
  • 1807: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Gudensberg
  • 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Gudensberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Fritzlar
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Fritzlar
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fritzlar
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Fritzlar-Homberg

Gericht:

  • Flurname beim Galgen
  • 1575/85: niederes und peinliches Gericht Hessen
  • 1807: Friedensgericht Gudensberg
  • vor 1822: Kurhessisches Amt Gudensberg
  • 1822: Justizamt Gudensberg
  • 1867: Amtsgericht Gudensberg
  • 1943: Amtsgericht Fritzlar (Zweigstelle Gudensberg)
  • 1879: Amtsgericht Gudensberg
  • 1971: Amtsgericht Fritzlar

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Stadtteil Gudensberg eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1061: Der Edle Irmfrid schenkt Abt Widerad von Fulda Güter zu Dissen und erhält sie zu Lehen zurück.
  • 1081: Erzbischof Siegfried von Mainz bestätigt dem Kloster Hasungen durch Graf Gebhard geschenkte Güter, darunter einen Mansus zu Dissen.
  • 1123: Erzbischof Adalbert I. von Mainz bestätigt Kloster Hasungen Güterbesitz, darunter einen Mansus, der dem Kloster von den Grafen Meginfrid und Gebhard geschenkt worden war.
  • 1298: Die Gebrüder von Berninghausen verzichten gegenüber dem Kloster Breitenau auf 2 Hufen zu Dissen.
  • 1319: Die von Besse übergeben Kloster Breitenau einen Hof zu Kirch-Dissen.
  • 1324: Landgraf Otto belehnt die von Elben nach den Gebrüdern von Gudenburg mit Allod zu Dissen.
  • 1335: Die Gebrüder von Gudenburg schenken mit landgräflicher Genehmigung ein Allod zu Dissen an Dietrich von Elben.
  • 1342: Kloster Hasungen besitzt eine Hufe zu Dissen.
  • 1357: Die von Böddiger schenken ihre Güter zu Kirch-Dissen dem Kloster Nordhausen.
  • 1362: Konrad genannt Flecke, Konventual des Kloster Breitenau, schenkt diesem eine Korngülte von einem Klosterhof zu Dissen.
  • 1386: Landtausch zu Dissen zwischen Kloster Breitenau und dem Bürgermeister von Homberg.
  • Ende 14. Jahrhundert: Die von Elben haben Hof zu Dissen, Gerlach von Linne 4 Huben zu Dissen als hessisches Lehen.
  • 1455: Kloster Breitenau verleiht einen Hof zu Dissen.
  • 1525: Thilo von Falkenberg kauft Land zu Dissen und belehnt Reinhard Proll damit.
  • 1533: Derselbe belehnt Hans Hobmann mit einem Acker zu Dissen, Kunz Berger mit 2 Äckern zu Dissen.
  • 1538: Hans von Falkenberg belehnt Kunz Frölich mit 2 Äckern zu Dissen.

Zehntverhältnisse:

1209 und noch um 1450: Stift Fritzlar hat Zehnteinkünfte zu Dissen.

1836: Ablösung des Zehnten

Ortsadel:

1257-1308.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Kirche mit gotischem West-Turm (ehemaliger Wehrturm).

Pfarrzugehörigkeit:

1439: Kirche dem Kloster Breitenau einverleibt.

1465: zur Pfarrei Grifte mit Recht auf eigenen Meßpriester.

1569, 1575/85 und später: Filiale von Grifte

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Grifte, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Grifter Pfarrer Heinrich Ratz um 1527.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Dissen (Kirchdissen), Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4036> (Stand: 12.11.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde