Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Allendorf (Frielendorf)

Ortsteil · 225 m über NN
Gemeinde Frielendorf, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

7 km südwestlich von Homberg (Efze).

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss in breiter, nach Nordwesten ins Ohetal ziehender Mulde; Hauptrichtung der Siedlung vom Verlauf der überörtlichen Straße bestimmt.

An der Straße Frielendorf - Verna (Abzweigung der Bundesstraße 254);

1 km südöstlich des Ortes alter Haltepunkt Allendorf - Verna an der 1879 erbauten Eisenbahnlinie Treysa - Niederhone.

Ersterwähnung:

1232

Historische Namensformen:

  • Aldenthorp, de (1232) [Staatsarchiv Marburg Urkunden Kloster Kappel]
  • Aldendorph, in
  • Aldendorf, in (1241)
  • Aldendorp (1285)
  • minori Aldendorf, in (1312)
  • Aldyndorf (1342)
  • Auldindorf (um 1490)
  • Allendorf (1654)

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1285: villa

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1871/1872, 1892/1899

Älteste Gemarkungskarte:

1710

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3523606, 5650550
UTM: 32 U 523522 5648730
WGS84: 50.98966927° N, 9.335148885° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634004010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1537: 23 Landgräfliche Huben
  • 1742 (Kasseler Acker): 549 Land, 157 Wiesen, 100 Wald
  • 1885 (Hektar): 308, davon 146 Acker (= 47.40 %), 46 Wiesen (= 14.94 %), 101 Holzungen (= 32.79 %)
  • 1961 (Hektar): 292, davon 33 Wald (= 11.30 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1537: 8 Hübner
  • 1575/85: 8 Hausgesesse
  • 1639: 6 verheiratete, 1 verwitweter Hausgesesse
  • 1742 und 1747: 17 Hausgesesse
  • 1861: alle Einwohner evangelisch-reformiert
  • 1885: 152, davon 152 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961 (Erwerbspersonen): 43 Land- und Forstwirtschaft, 31 Produzierendes Gewerbe, 10 Handel und Verkehr, 6 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1961: 197, davon 143 evangelisch (= 72.59 %), 52 katholisch (= 26.40 %)
  • Um 1490: 8 wehrhafte Männer (6 Pflüge, 7 Fastnachtshühner)

Diagramme:

Allendorf (Frielendorf): Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1376: Virnegau (?) im Amt Homberg
  • 1537 und später: Gericht Vernika (Lützelwig) im Amt Homberg
  • 1807: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton und Friedensgericht Frielendorf
  • 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Homberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Homberg
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Fritzlar-Homberg

Gericht:

  • vor 1821: Amt Homberg
  • 1821: Justizamt Borken
  • 1822: Landgericht Homberg
  • 1832: Justizamt Borken
  • 1867: Amtsgericht Borken
  • 1968: Amtsgericht Fritzlar (Zweigstelle Borken)
  • 1970: Amtsgericht Fritzlar

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1974 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform der Zusammenschluss mit anderen Gemeinden zur neu gebildeten Gemeinde Frielendorf, deren Ortsteil Allendorf wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1238: Heinrich von Uttershausen überträgt an Kloster Haina unter anderem 7 Hufen zu Allendorf.
  • Graf Gottfried von Reichenbach belehnt Kloster Spieskappel mit dem Zehnten zu Allendorf.
  • 1241: Arnold von Uflen übergibt seine Güter zu Allendorf dem Kloster Merxhausen.
  • 1266: Ludwig von Züschen verzichtet gegenüber Kloster Haina auf alle Güteransprüche zu Allendorf; Ritter Gerlach von Grifte auf das Erbe der Luitgard von Heimarshausen zu Allendorf.
  • 1285: Die von Wichdorf verkaufen dem Kloster Merxhausen eine Hufe zu Allendorf.
  • 1338: Kloster Spieskappel schuldet dem Kloster Hersfeld eine Korngülte aus Allendorf.
  • 1342: Die von Elben genehmigen den Verkauf einer Hube an den Altar Anna-Katharina im Kloster Merxhausen.
  • 1360: Ludwig Lederbach lässt dem Kloster Merxhausen eine Hufe zu Allendorf auf.
  • 1465: Kloster Merxhausen verkauft eine Gülte aus Gütern zu Allendorf.
  • 1471: Landgraf Hermann belehnt Hartrad von Alnhausen mit einem Zins aus Allendorf; desgleichen Landgraf Heinrich 1480.
  • 1490: Landgraf Wilhelm belehnt die von Dalwigk mit Zinsen zu Allendorf.
  • 1523: Kloster Merxhausen verkauft eine Gülte aus Gütern zu Allendorf.
  • 1767: Landgraf Friedrich belehnt die von Dalwigk mit Zinsen zu Allendorf.

Zehntverhältnisse:

1254: Kloster Hersfeld bestätigt dem Kloster Spieskappel den Zehnten zu Allendorf.

1259: Kloster Spieskappel kauft den von den Grafen von Reichenbach zu Lehen gehenden Zehnten.

1269 und 1271: Heinrich von Urff verzichtet auf halben Zehnten zu Allendorf.

1365: Graf Gottfried von Ziegenhain versetzt dem Kloster Spieskappel den halben Zehnten.

Ortsadel:

1232-1386

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1525: Kapelle, zum Kirchspiel Verna gerechnet.

1575/85: Filiale von Verna; vor 1780 und später: Allendorf nach Verna eingepfarrt.

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Verna, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Vernaer Pfarrer Johann Dippel um 1527.

Juden:

Flurname Judenwiese

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Allendorf (Frielendorf), Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3928> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde