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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 14. Zierenberg

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Altenhasungen

Stadtteil · 280 m über NN
Gemeinde Wolfhagen, Landkreis Kassel 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

4,5 km nordöstlich von Wolfhagen

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss in ebenem Gelände an der Erpe. Kirche in zentraler Lage. Verbindungsstraßen führen nach Wolfhagen, Nothfelden, Wenigenhausen und Istha.

Bahnhof der Eisenbahnlinie Volkmarsen - Vellmar/Obervellmar seit 1897.

Ersterwähnung:

1325

Siedlungsentwicklung:

Altenhasungen ist vielleicht identisch mit der um 1081 erwähnten curticula Hasungen, erscheint ansonsten aber erst 1325.

Vorbemerkung Historische Namensformen:

Bereits Ende des 11. Jahrhunderts wurden verschiedene Siedlungsplätze an der Erpe im Bereich des Hasunger Berges voneinander unterschieden. Die frühen Belege, die noch keine Differenzierung durch Bestimmungswort enthalten, sind jedoch nur schwer voneinander bzw. von Belegen für das Kloster Hasungen zu trennen. Vgl. daher auch Burghasungen und Wenigenhasungen. Ob es sich bei der um 1081 erwähnten curticula tatsächlich um Altenhasungen handelt, muss offen bleiben. Ob sich der Beleg zu 1252 auf Wenigenhasungen oder Altenhasungen bezieht, muss offen bleiben.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • curticula (1081) [vielleicht Altenhasungen]

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1898

Älteste Gemarkungskarte:

1776

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3516189, 5689532
UTM: 32 U 516109 5687696
WGS84: 51.34031874° N, 9.23126392° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

633028010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 660, davon 413 Acker (= 62.58 %), 55 Wiesen (= 8.33 %), 91 Holzungen (= 13.79 %)
  • 1961 (Hektar): 665, davon 124 Wald (= 18.65 %)

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Altenhasungen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1537: Landgrafschaft Hessen, Amt Wolfhagen (Salbuch)
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Wolfhagen
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Wolfhagen
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Hof
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Fritzlar, Amt Wolfhagen
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Wolfhagen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Kassel
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Wolfhagen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen
  • 1971: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel, Stadt Wolfhagen (s. Gemeindeentwicklung)

Altkreis:

Wolfhagen

Gericht:

  • bis 1822: Amt Wolfhagen
  • 1822: Justizamt Wolfhagen
  • 1867: Amtsgericht Wolfhagen
  • 1879: Amtsgericht Wolfhagen

Herrschaft:

Das Dorf Altenhasungen gehört zunächst mit dem Schützeberg zu Kloster und Vogtei Hasungen (siehe Burghasungen), ist aber bereits im 15. Jahrhundert Teil des Amtes Wolfhagen und fällt nach der Aufhebung in der Reformation an die Landgrafschaft Hessen.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.2.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingliederung in die Stadt Wolfhagen, deren Stadtteil Altenhasungen seitdem ist.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1325 bekunden Wigand Basilii und seine Ehefrau, dass sie verpflichtet seien, dem Kloster Hasungen jährlich einen Malter Frucht partim aus einem Hofe in Altenhasungen zu Michaelis zu entrichten und damit der Streit Wigands mit dem Kloster beigelegt sei.

Zehntverhältnisse:

Dem Kloster Hasungen gehörte hier auch der Zehnte.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • um 1081: aecclesia
  • Spätgotischer Wehrturm, das im Kern spätgotische Schiff 1740 erneuert, Umbau 1925

Pfarrzugehörigkeit:

1545 und 1556 gehören zur Pfarrei Altenhasungen, Viesebeck und Nothfelden. 1585 ist Viesebeck zu Ehringen gezogen

Zur Pfarrei Hasungen der Klasse Wolfhagen gehörte 1872 Nothfelden als Filial. 1994 gehören Nothfelden und Wenigenhasungen als Filialgemeinden zu Altenhasungen.

Patronat:

Die Pfarrei verlieh das Kloster, später der Landgraf.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Johannes Schüßler 1545 bis ca. 1572

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Peter zu Fritzlar, Erzpriestersprengel Schützeberg

Wirtschaft

Mühlen:

Neben der Ober- und der Untermühle (vgl. Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung) wird 1885 eine Schlagmühle erwähnt, die 1 Wohnhaus mit 2 Bewohnern zählt

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Altenhasungen, Landkreis Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/2132> (Stand: 5.2.2019)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde