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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 14. Zierenberg

Burghasungen

Stadtteil · 420 m über NN
Gemeinde Zierenberg, Landkreis Kassel 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Kapelle; Kloster

Lagebezug:

7,5 km östlich von Wolfhagen

Lage und Verkehrslage:

Das Dorf Burghasungen befindet sich am ehemaligen Kloster Hasungen, das auf dem Hasunger Berg lag.

Ersterwähnung:

1019

Historische Namensformen:

  • Hasengun (1071) [Annales Lamberti MG SS 5, 180]
  • Hasungun (1074)
  • Hasengun (1131)
  • Borghasungen (1337) [HA Hasungen]
  • Hasungen (Burghasungen) (1915) [Dersch, Klosterbuch Nachdr., S. 69-71 (61)]
  • Hasungun, locus (1074)
  • Obernhasungen (1123)
  • Hasingen superior (1200-1230)
  • villa Hasungen (1352) [HStAM Urk. 27 (Urkundenarchiv Hasungen)]
  • Burghasungen
  • Burg-Hasungen
  • Hasungen, Burg-

Bezeichnung der Siedlung:

  • Dorf Burghasungen:
  • locus (1074);
  • villa (1352) [HStAM Urk. 27 (Urkundenarchiv Hasungen)].

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3519426, 5687683
UTM: 32 U 519344 5685848
WGS84: 51.32359825° N, 9.277616237° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

633029010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 258, davon 176 Acker (= 68.22 %), 47 Wiesen (= 18.22 %), 13 Holzungen (= 5.04 %)
  • 1961 (Hektar): 433, davon 11 Wald (= 2.54 %)

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Burghasungen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Vogtei Hasungen (zum Umfang s. Mittelpunktfunktion)
  • 1569: Landgrafschaft Kassel, Amt Kassel, Vogtei Hasungen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Vogtei Hasungen
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Vogtei Hasungen
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Hof
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Wilhelmshöhe, Vogtei Hasungen
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Wolfhagen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Kassel
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Wolfhagen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen
  • 1971: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen, Stadt Zierenberg (s. Gemeindeentwicklung)

Altkreis:

Wolfhagen

Gericht:

  • bis 1822: Amt Zierenberg und Vogtei Hasungen (Assistenzamt Zierenberg)
  • 1822: Justizamt Wolfhagen
  • 1831: Justizamt Zierenberg
  • 1832: Justizamt Zierenberg
  • 1867: Amtsgericht Zierenberg
  • 1879: Amtsgericht Zierenberg
  • um 1900: Amtsgericht Zierenberg (Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 207)
  • 1932: Amtsgericht Wolfhagen

Gemeindeentwicklung:

Am 1.2.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingliederung in die Stadt Zierenberg, deren Stadtteil Burghasungen wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Kloster Hasungen
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1019: Tod des Hl. Haimerad als Einsiedler auf dem Berg von Hasungen, wo er auch bestattet wurde
  • 1021: Errichtung einer Kapelle über seinem Grab durch Erzbischof Aribo von Mainz
  • 1074: Die bestehende Kirche in Burghasungen wurde dem Stift Hasungen bei seiner Entstehung übergeben.

Pfarrzugehörigkeit:

Nach der Reformation scheint Burghasungen zuerst Pfarrei gewesen zu sein. Schon 1585 war es aber wie 1872 Filial von Ehlen (Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 245).

Klöster:

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kultur

Historische Ereignisse:

Bedeutende Persönlichkeiten:

a) Hl. Haimerad († 1019): Hasunger Einsiedler und Ortsheiliger.

b) Lampert von Hersfeld († 1081/82): Erster Abt des Klosters Hasungen, vormals bedeutender Geschichtsschreiber (siehe Bad Hersfeld)

c) Siegfried I. von Eppstein († 1084): Mainzer Erzbischof sowie Hasunger Stifts- und Klostergründer, der vor Ort begraben wurde.

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

Die Vogtei Hasungen wurde gebildet aus den Dörfern des Klosters Hasungen: Burghasungen, Ehlen, Martinhagen, Ölshausen und Wenigenhasungen (1585). Später waren außer zu den Diensten dazu noch die Dörfer Dörnberg und Fürstenwald gelegt worden (Engelhard 1778). Sie gehörte zum Amt Ahna.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Burghasungen, Landkreis Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/2403> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde