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Fürstentum Waldeck und Pyrmont 1866

Eilhausen

Siedlung · 260 m über NN
Gemarkung Kohlgrund, Gemeinde Bad Arolsen, Landkreis Waldeck-Frankenberg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Siedlung

Lagebezug:

8 km nordwestlich von Bad Arolsen

Ersterwähnung:

826-876

Siedlungsentwicklung:

1506 war das Dorf Eillhausen bereits wüst und wurde im Streit mit denen von Kanstein der Grafschaft Waldeck zugewiesen. Mittelpunkt des 1537 genannten Amtes war die Burg Eilhausen.

Vorbemerkung Historische Namensformen:

Bei dem Beleg von um 1020 ist auch eine Zuordnung zu Ellingsen (Volkmarsen) möglich.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (13. Jahrhundert)
  • Dorf (um 1490)
  • Meierei (1537)
  • Domäne

Burgen und Befestigungen:

  • 1506 war das Dorf Eillhausen bereits wüst und wurde im Streit mit denen von Kanstein der Grafschaft Waldeck zugewiesen. Mittelpunkt des 1537 genannten Amtes war die Burg Eilhausen.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3496778, 5700507
UTM: 32 U 496705 5698667
WGS84: 51.43918561° N, 8.952600213° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

63500205001

Einwohnerstatistik:

  • 1895: 4 Wohnhäuser mit 47 Bewohnern
Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • um 1490: Grafschaft Waldeck, Amt Rhoden
  • 1537: Grafschaft Waldeck, Amt Eilhausen
  • 1712: Fürstentum Waldeck, Amt Eilhausen
  • 1755/57: Fürstentum Waldeck, Amt Rhoden
  • bis 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Amt Eilhausen
  • 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberamt der Diemel (Sitz in Arolsen)
  • 1816: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberjustizamt der Diemel (Sitz in Rhoden)(als Domäne)
  • 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste (Sitz bis 1857 in Mengeringhausen, dann in Arolsen)

Altkreis:

Waldeck

Gericht:

  • 1537: Bauergericht Eilhausen

Herrschaft:

Um 1485 hatte der Graf von Waldeck die Lehnshoheit über einige kalenbergische Güter daselbst. 1515 überlässt das Stift Marsberg dem Grafen Philipp von Waldeck mit Einverständnis des Abts von Corvey die Gerechtigkeit und den Zehnten am wüsten Dorf Eilhausen.

Gemeindeentwicklung:

1861 wird die Domäne Eilhausen dem Gemeindebezirk Kohlgrund zugeteilt. Ausgenommen sind einige Flächen, die in der Gemarkung Neudorf liegen.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1339 verschrieb Graf Heinrich IV. von Waldeck seiner Schwiegertochter Mechthild von Braunschweig zur Leibzucht Burg und Stadt Rhoden mit Renten u.a. aus Eilhausen.

Zehntverhältnisse:

Zur Zeit des Abtes Erkenbert (1107-1128) besitzt die Abtei Corvey Land und Zehntrechte in Eilhausen, die ein gewisser Heinrich dem Abt übertragen hatte. In einem im 13. Jahrhundert in den Liber vitae der Abtei Corvey eingetragenen Verzeichnis wird Eilhausen als Zehntbesitz der Abtei aufgeführt. Im 14. Jahrhundert tragen ihn die von Brobeck von Corvey zu Lehen. 1423 vergeben die von Westerburg den halben Zehnten zu Eilshausen an Hermann Hadewerk.

1515 überlässt das Stift Marsberg dem Grafen Philipp von Waldeck mit Einverständnis des Abts von Corvey die Gerechtigkeit und den Zehnten am wüsten Dorf Eilhausen.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1240: ecclesia
  • 1243-1360: Pfarrrer

Pfarrzugehörigkeit:

1240 wird das Kirchspiel Eilhausen genannt. 1243 gehörte Udorf (Stadt Marsberg) zum Kirchspiel. 1565 erscheint Eilhausen zu Helmighausen eingepfarrt.

Patronat:

Das Patronatsrecht war im 14. Jahrhundert gräflich-arnsbergisches Lehen der von Kalenberg. 1549 belehnte das Kölner Erzstift als Nachfolger der Grafen vonArnsberg Jost von Kalenberg mit dem Kirchlehen zu Eilhausen.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Mainzer Kirchenprovinz, Diözese Paderborn, Archidiakonat Horhausen (Niedermarsberg)

Wirtschaft

Wirtschaft:

Die Hütten und Hämmer bei Eilhausen werden seit mindestens 1518 betrieben.

Mühlen:

Im 16. Jahrhundert angelegte herrschaftliche Bannmühle im Bereich des Gutes Eilhausen (sogenannte Eilhäuser Mühle). 1710 sind die Orte Massenhausen, Kohlgrund, Neudorf, Helmighausen und Hespringhausen an die Mühle gebannt.

1 von der Orpe betriebener Mahlgang (oberschlächtig); Wasserrad 1923 durch Turbine ersetzt; 1931 geht die Mühle in fürstlich-waldeckischen Besitz über; 1981 nach Brand Abriss der Gebäude

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Eilhausen, Landkreis Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/1279> (Stand: 5.10.2018)
 
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