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Enttäuschende Besucherzahlen am Ende der 20. Bundesgartenschau in Frankfurt, 15. Oktober 1989

In Frankfurt am Main geht die am 27. April eröffnete 20. Bundesgartenschau (BUGA) in den Nidda-Auen mit einer für die Veranstalter enttäuschenden Besucherbilanz zu Ende. Die Stadt Frankfurt und der Zentralverband Gartenbau hatten als Ausrichter im Vorfeld der bedeutendsten deutschen Ausstellung zum Gartenbau mit bis zu acht Millionen Besuchern gerechnet, nachdem die vorangegangene BUGA 1987 in Düsseldorf rund 7,3 Millionen Besucher angelockt hatte. Auf dem Veranstaltungsgelände am Nordwestrand der Mainmetropole wurden während der 171 Tage dauernden Schau aber nicht mehr als 4,15 Millionen Schaulustige und Fachleute gezählt. Fritz Krämer, Geschäftsführer der städtischen Gartenschaugesellschaft, führte das aus Sicht der Stadt schlechte Ergebnis darauf zurück, dass das dem Anspruch nach »naturnahe« Konzept der diesjährigen BUGA, bei der man die Ausstellung zugunsten großer naturbelassener Flächen auf engem Raum konzentrierte, beim Publikum »noch nicht richtig verstanden worden« sei. Daneben mache sich bemerkbar, dass offenbar das Fehlen großer Autoparkplätze am Ausstellungsgelände bei vielen potenziellen Besuchern als abschreckend empfunden worden ist. Das Angebot, mit dem Kauf der Eintrittskarte gleichzeitig einen verbilligten Fahrschein für die Benutzung des in Frankfurt gut ausgebauten öffentlichen Personennahverkehrs zu erwerben, sei allem Anschein nach nicht hinreichend attraktiv gewesen. Insbesondere die Bürger aus Frankfurt und Umgebung hätten vermehrt Desinteresse an der durch jahrelange politische Auseinandersetzungen belasteten Veranstaltung gezeigt oder erklärt, sie hätten keine Zeit.
Bilanztechnisch bleiben für Frankfurt, das nach Angaben der Geschäftsführung der stadteigenen Buga GmbH fast 100 Millionen DM zur Realisierung der Bundesgartenschau aufwendete, die tatsächlichen Erträge mit 20 Millionen DM um sieben Millionen DM hinter den Erwartungen zurück. Allein für die teilnehmenden Gärtner, so Günter Rode, Präsident des Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG), »war die Buga '89 ein voller Erfolg«. An die 1.000 Aussteller im Freiland und in der Halle wurden insgesamt 2.609 silberne und 1.934 bronzene Medaillen verliehen - sowie 66 Große Goldmedaillen, die die höchste Auszeichnung des Verbandes darstellen. Auch im Urteil der aus dem In- und Ausland angereisten Fachbesucher habe die 20. Bundesgartenschau hervorragend abgeschnitten.
(KU)

Belege
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.10.1989, S. 22: Gartenschau enttäuschte
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.10.1989, S. 39: Mit der Bundesgartenschau sind nur die Gärtner zufrieden: Der erwartete Publikumserfolg blieb aus / Rund vier Millionen Besucher / Starke Zurückhaltung der Frankfurter
Empfohlene Zitierweise
„Enttäuschende Besucherzahlen am Ende der 20. Bundesgartenschau in Frankfurt, 15. Oktober 1989“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/1568> (Stand: 10.12.2018)
Ereignisse im September 1989 | Oktober 1989 | November 1989
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