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Hessische Biografie

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Gudensberg, Giso Edler von [ID = 20403]

belegt 8.1253–26.1.1280
Landrichter, Schiedsmann, Richter
Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Wirken

Lebensorte:

  • Maden (Gudensberg)
Familie

Verwandte:

Nachweise

Literatur:

Leben

Biogramm bei Demandt, Personenstaat

Gudensberg1, Giso von, Edler2, Zeuge in einer Urkunde der Kommissare des Markgrafen von Meißen für Hessen von 1253 August/September3, Landrichter der Herzogin Sophie (domine ducisse iudex provincialis) in Maden 12594. Mit seinem Bruder Werner wird er 1265 März 16 und 1266 Juni 6 mit anderen als Schiedsmann Landgraf Heinrichs I. in den hessisch-paderbornischen Landfriedenseinungen eingesetzt5. Iudex provincialis Hassie 12666, vom Landgrafen bestellter Richter für das Land Hessen (per terram Hassie constitutus) 1266 April 17, iudex Hassie 1267 Januar 198, iudex generalis 1268 Dezember 69, iudex provincialis in Gudensberg 1269 März 110, iudex provincialis 1270 März 611, iudex terre Hassye, vir nobilis in Gudensberg 1271 Mai 112. Schließlich Giso iudex terre Hassie dictus de Gudinsberg 1271 Juni 2913. Siegelt zuletzt mit seinem Amtssiegel 1280 Januar 25/2614.


  1. Vgl. Landau, Ritterburgen IV S. 194.
  2. Vgl. die Umschrift seines zweiten Siegels und zahlreiche Nennungen; etwa Franz, Haina I Nr. 473, 552 und andere, unten genannte Urkunden.
  3. Franz, Haina I Nr. 213.
  4. Westfäl. UB IV/3 Nr. 812. Giso bekundet eine Güterübertragung der Ritter Heinrich von Uttershausen und der Söhne seines Bruders, Ritter Eberhards, an Kloster Hardehausen. Acta sunt hec in cymiterio Frithslariensi mit den Zeugen: Konrad von Hebel, Hermann von Elben, Ludwig von Linsingen, Gerlach von Grifte, Kuno von Holzheim und Eberhard Holzsattel, alle Ritter [und Burgleute zu Gudensberg?].
  5. Grotefend-Rosenfeld LR Nrr. 95, 117.
  6. Ebd. Nr. 108 (Giso de Gudenberg). Die Urkunde ist sicher in Gudensberg ausgestellt. An dieser Urkunde (für Kloster Hasungen) ist das Amtssiegel Gisos erstmals überliefert. Es zeigt im Schild einen frontal gestellten Kopf mit beiderseits herabfallenden langen Haaren, der auf eine doppelte Standplatte aufgestellt ist. [Die Deutung als Löwenkopf ist nicht gerechtfertigt]. Die drei Ecken des schildförmigen Siegels füllt je eine Lilie aus. Umschrift: † S(IGILLVM) GISONIS DE GODENSBERCH. – Das zu 1265 Dezember 4 überlieferte Siegel Gisos (Franz, Haina I Nr. 452) zeigt dagegen sein Familienwappen, nämlich im gespaltenen Schild vorne einen gekrönten Löwen [der offensichtlich eine herrschaftliche, amtliche Funktion symbolisiert], hinten eine siebenfache Teilung [= 4 Balken]. Umschrift: † S(IGILLVM) NOBILIS VIRI GISONIS DE GODENSB(ER)G.
  7. Grotefend-Rosenfeld LR Nr. 122 (Giso de Godensberg). Das bei Ilgen-Vogel, Erbfolgekrieg (ZHG 20, 1883) S. 323 gen. Jahr 1256 ist unzutreffend.
  8. Urkk., Kloster Hasungen, bezeugt von dominus Gyso de Gudensperch, iudex Hassie, dominus Giso de Gudenburg und anderen.
  9. Urkk., Kloster Heydau, besiegelt mit dem Amtssiegel Gisos. Die Urkunde ist sicher in Gudensberg ausgestellt. 1268 Oktober 15 besiegelt Giso eine in Gudensberg ausgestellte Urkunde Dietrichs von Elben für Kloster Hasungen mit den Zeugen: Hermann von Elben, Konrad von Wehren und Gerlach von Grifte, alle Ritter [und Angehörige der Gudensberger Burgmannschaft]. (Merxhäuser Kopiar fol. 56v. in der Landesbibliothek Kassel).
  10. Grotefend-Rosenfeld LR Nr. 132 (Giso de Guthensberg). Die Urkunde ist datiert in Gudensberg.
  11. Westfäl. UB IV/3 Nr. 1209 =Waldecker Urkk. Nr. 7985, besiegelt von der Stadt Gudensberg, dem Fritzlarer Kanoniker Reimbold von Merlau und Giso, der sein Amtssiegel verwendet.
  12. Grotefend-Rosenfeld LR Nr. 148 (dominus Giso de Gudinsberg). – Franz, Haina I Nr. 569. Diese Urkunde überliefert nicht das zweite Amtssiegel des Landrichters Giso (wie Franz meint), sondern das bereits 1266 bezeugte Amtssiegel (vgl. Anm. 6). Bild und Umschrift sind auf den Abdrücken von 1266 (Anm. 6), 1268 Dezember 6 (Anm. 9) und 1271 Mai 1 (Anm. 12) identisch und stimmen auch mit dem letzten Abdruck von 1280 Januar überein (Anm. 14).
  13. Grotefend-Rosenfeld LR Nr. 132, datiert in Felsberg.
  14. Franz, Haina I Nr. 689 mit dem Amtssiegel. Aussteller sind Giso und die Söhne seines Bruders Werner von Gudenberg (-burg) (s. Grotefend-Rosenfeld Nr. 117): Hermann und Werner. Werners Siegel zeigt im gespaltenen Schild vorne den Löwen, hinten 4 Balken. Die Umschrift lautet: [†SI]GILLVM WER(N)HERI DE GODENBVRICH. Es handelt sich also um das gleiche Bild, das das zweite, das Familiensiegel des Landrichters von 1265 Dezember 4 zeigt (vgl. Anm. 6). – Aber auch das Siegel von Werners Vater, nämlich von Gisos Bruder Werner, ist erhalten. 1263 s. d. urkundet Conradus filius domini Johannis de Godenburg und sagt zum Schluß: Et quia proprio sigillo adhuc non utor, rogavi hanc literam sigillis subscriptorum militum roborari, scilicet Wernheri de Godensberc et domini Theoderici Lupi et patrui mei domini Arnoldi Magni. Acta sunt hec in Godenburg. Die Siegel hängen an: 1.Schildförmiges Dreieckssiegel mit abgerundeten Ecken 5,5 : 5,4 cm. Im Sgfeld oben zwei abgewendete Adlerköpfe, unten drei Balken, dazwischen Gitterwerk. Umschrift: † SIGILLVM DOMINI AR[NOLDI] DE GODENBE[RCH]. 2. Gleiche Sgform 6 : 5 cm. Vorne steigender Löwe, hinten 4 Balken. Umschrift: † SIGILLVM WERNERI DE GODENSBVRICH. 3. Gleiche Sgform 6 : 5 cm. Im damascierten Sgfeld (drei Punktegruppen) liegender Maueranker. Umschrift: † SIGILLVM TIDERICI DE GODENBORIC. (Urkk., Waldecker Urkk. Nr. 9253).
Zitierweise
„Gudensberg, Giso Edler von“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/1393880479> (Stand: 24.3.2026)