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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 43. Altmorschen
Gerichtsstätten
Gerichtsplatz in Rengshausen

Rengshausen

Ortsteil · 295 m über NN
Gemeinde Knüllwald, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung ↑

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

13,5 km westnordwestlich von Rotenburg an der Fulda

Ersterwähnung:

1003

Siedlungsentwicklung:

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Niederbeisheim.

Historische Namensformen:

Ortsteile:

  • Rengshausen, Hausen, Lichtenhagen, Nausis und Nenterode (31.12.1971 - 31.12.1973)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3537718, 5652324
UTM: 32 U 537629 5650503
WGS84: 51.004865° N, 9.536314° O OpenLayers

Statistik ↑

Ortskennziffer:

634011140

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 528, davon 285 Acker (= 53.98 %), 102 Wiesen (= 19.32 %), 36 Holzungen (= 6.82 %)
  • 1961 (Hektar): 1200, davon 748 Wald (= 62.33 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1585: 85 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
  • 1747: 70 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1885: 698, davon 690 evangelisch (= 98.85 %), 4 katholisch (= 0.57 %), 4 Juden (= 0.57 %)
  • 1961: 697, davon 626 evangelisch (= 89.81 %), 52 katholisch (= 7.46 %)

Diagramme:

Rengshausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung ↑

Verwaltungsbezirk:

  • Anfang 15. Jahrhundert: Landgrafschaft Hessen, Amt Spangenberg
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Gericht Rengershausen
  • 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Neumorschen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Fürstlich Rotenburgisches Justizamt
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Rotenburg

Gericht:

  • Das Gericht Rengshausen umfasste die Dörfer Hausen, Licherode, Lichtenhagen, Nausis und Nenterode (Rotenb. Salb. 1538).
  • 1822: Fürstlich Rotenburgisches Unteramt Rotenburg
  • 1834: Justizamt Rotenburg III
  • 1837: Justizamt Rotenburg II
  • 1867: Amtsgericht Rotenburg
  • 1879: Amtsgericht Rotenburg a. d. Fulda

Herrschaft:

In der Wildbannschenkungsurkunde König Heinrichs II. für die Abtei Hersfeld von 1003, durch die der Forst Eherinevirst seiner Ausdehnung nach bestimmt wird, sind als Fixpunkte der Terminatio die Orte Rengshausen, Sterkelshausen und Baumbach angegeben.

1353 verkaufen die von Löwenstein-Westerburg u.a. das Gericht, den Zehnten und das Vogtgut zu Rengershausen an die Landgrafschaft Hessen.

1366 wird Rengshausen zum hersfeldischen Vorwerk Sipperhausen gerechnet (Kopiar HStAM Bestand K Nr. 248, fol. 75 v).

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 bildete man im Zuge der hessischen Gebietsreform unter der Bezeichnung Rengshausen einen Zusammenschluss der Gemeinden Rengshausen, Hausen, Lichtenhagen, Nausis und Nenterode aus dem Altkreis Rotenburg. Die Glieder dieser Gemeinde Rengshausen schlossen sich dann am 1.1.1974 bei der Bildung des Schwalm-Eder-Kreises mit den Gemeinden Knüllwald (= Appenfeld, Ellingshausen, Hergetsfeld, Oberbeisheim, Reddingshausen, Remsfeld, Schellbach, Völkershain und Wallenstein) sowie Berndshausen und Niederbeisheim zur vergrößerten Gemeinde Knüllwald zusammen. Demnach ist auch die alte Kerngemeinde Rengshausen seit dem 1.1.1974 ein Ortsteil der Gemeinde Knüllwald.

Besitz ↑

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Kloster Hersfeld.
Kirche und Religion ↑

Ortskirchen:

  • plebanus (1229)

Diakonische Einrichtung:

Pfarrer Rausch gründet Kindergarten, 1841 Kleinkinderschule wird nach einigen Jahren zum „Rettungshaus“ Rudolf Francke, Die christliche Liebestätigkeit in Kurhessen. Kassel 1904; 1926 "Burschenheim Beiserhaus, Rettungsanstalt für sittlich gefährdete Minderjährige" für 120 Jugendliche in sieben Häusern, Ausbildung in Land- und Gartenwirtschaft, Handwerken und Schulangebote; Gut mit umfangreichem Grundbesitz; Betreuung durch Diakonisse aus Treysa Ritter, Kirchliches Handbuch, S. 319; 1965 - 1966 Schwesternstation (Landeskirchliches Archiv Kassel, E 1 Rengshausen v. O. Pfarrarchiv Rengshausen); heute Betreuung von über 300 Jugendlichen durch die Stiftung Beiserhaus (Freudenstein, Diakonie, S.74-81)

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Melchior Schwind nach 1545 bis vor 1553, begann schon vor 1525 evangelisch zu predigen.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Peter zu Fritzlar, Erzpriestersprengel Mardorf

Juden:

Der Ort war seit 1877 der Gemeinde Rotenburg an derFulda angeschlossen.

1835: 2; 1861: 18; 1905: 5; 1932/33: 3 Juden.

Sammelfriedhof in Binsförth wird genutzt.

Kultur ↑

Schulen:

1910 Volksschule mit zwei Klassen

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise ↑

Literatur:

Zitierweise ↑
„Rengshausen, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4962> (Stand: 3.6.2025)