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Heskem

Ortsteil · 210 m über NN
Gemeinde Ebsdorfergrund, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8,5 km südöstlich von Marburg

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regelhaftem Grundriss auf dem rechten Ufer der Zwesterohm auf westlich vorspringendem Hang

Kreisförmiger Ortsumriss (ehemalige Dorfbefestigung !)

Dichte Bebauung entlang eines umlaufenden Gassenrings

Kirche mit Wehrturm und Wehrkirchhof in zentraler Lage

Straße von Ebsdorf-Wittelsbeng (nördlicher Strang der alten Landstraße durch die Langen Hessen) und von Dreihausen bzw. Mölln-Beltershausen (alte Grünberger Landstraße) sowie von Moischt

Ersterwähnung:

um 850

Siedlungsentwicklung:

Noch im 14. Jahrhundert hatten Heskem und Mölln selbständige Wirtschaftsflächen

1570 gehört Mölln "in das Hestigkheim einfart und feldreich"; auch späterhin ist Mölln stets mit Heskem verbunden

Umlegung: 1874/75

Älteste Gemarkungskarte: 1769

In der Gemarkung: Ortsteil -> Mölln

Historische Namensformen:

  • Heistingenheim (um 850, nach Abschrift des 12. Jahrhunderts) [Dronke, Traditiones c. 6, Nr. 149]
  • Heistincheim (um 1130)
  • Hestenchem, de (1189)
  • Heistenchem (1215)
  • Heistinkeim (1272)
  • Heisticheim (1316)
  • Heystickem (1512)
  • Heskem (1708/10)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

  • Noch im 14. Jahrhundert hatten Heskem und Mölln selbständige Wirtschaftsflächen
  • 1570 gehört Mölln „in das Hestigkheim einfart und feldreich“; auch späterhin ist Mölln stets mit Heskem verbunden
  • Umlegung: 1874/75
  • Älteste Gemarkungskarte: 1769
  • In der Gemarkung: Ortsteil -> Mölln

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3488398, 5623131
UTM: 32 U 488328 5621322
WGS84: 50.74356198° N, 8.834574132° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534008050

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 1310 stellbares Land, 182 Wiesen, 66 Gärten, 20 Triesche, 827 Wald
  • 1885 (Hektar): 702, davon 383 Acker (= 54.56 %), 122 Wiesen (= 17.38 %), 144 Holzungen (= 20.51 %)
  • 1961 (Hektar): 700, davon 145 Wald (= 20.71 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1467: 25
  • 1577: 39
  • 1630: 16 hausgesessene
  • 1630: 7 vierspännige, 7 dreispännige, 1 zweispännige, 2 einspännige Ackerleute, 28 Einläuftige
  • 1681: 32 hausgesessene Mannschaften
  • 1747: 46 Haushalte (Folgende Angaben mit Ortsteil Mölln)
  • 1774: 311
  • 1775 (mit Mölln): 1 Müller, 4 Schmiede, 9 Schneider, 1 Wagner, 11 Leineweber, 6 Tagelöhner(-innen)
  • 1838 (Familien): 41 Ackerbau, 17 Gewerbe, 22 Tagelöhner 45 nutzungsberechtigte, 23 nicht nutzungsberechtigte Ortabürger, 14 Beisitzer
  • 1861: 546 evangelisch-lutherisch Einwohner, 10 Mitglieder abweichender Sekten
  • 1885: 499, davon 486 evangelisch (= 97.39 %), 0 katholisch, 13 andere Christen (= 2.61 %)
  • 1961 (Erwerbspersonen): 148 Land- und Forstwirtschaft, 93 Produzierendes Gewerbe, 30 Handel und Verkehr, 40 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1961: 635, davon 572 evangelisch (= 90.08 %), 56 katholisch (= 8.82 %)

Diagramme:

Heskem: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1374 und später: Gericht Ebsdorf, das seit 1786 mit dem GerichtTreis/Lumda vereinigt ist
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Ebsdorf
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Marburg

Gericht:

  • 1374 und später: Gericht Ebsdorf, das seit 1786 mit dem GerichtTreis/Lumda vereinigt ist
  • 1821: Assistenzamt Treis
  • 1831: Justizamt Treis
  • 1866: Justizamt Marburg
  • 1867: Amtsgericht Marburg

Herrschaft:

1377 ist Heskem von dem Landgraf an die von Weitershausen versetzt.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform durch Zusammenschluss der Gemeinden Dreihausen und Heskem die Neubildung der Gemeinde Ebdorfergrund.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Um 850 schenkt Gerlach dem Kloster Fulda sein predium in Heskem, das zusammen mit Besitz in Ebsdorf 24 Hofstätten und 100 Morgen Land umfasst.
  • Um 1130 ist Heskem Zubehör der Villikation Ebsdorf des Mainzer St. Stephansstifts, deren Einkünfte seit 1249 an die Landgrafen verpachtet sind.
  • 1262 schenken die von Mölln ihren Hof in Heskem dem Kloster Haina. Seit 1305 erwirbt der Deutsche Orden Marburg schrittweise Hufenbesitz des Vogthofes Kleinseelheim in Heskem.
  • 1308 schenkt Wigand von Höingen dem Deutsche Orden einen Hof in Heskem.
  • 1358 umfasst der Deutsche Orden-Besitz einen Hof mit 73 Morgen Ackerland und 4 Hufen; ein weiterer Hof mit 36 Morgen Ackerland und 1 Morgen Wiese gehört zur Deutsche Orden-Pietanz.
  • 1818 umfasst der ehemalige Deutsche Orden-Besitz in Heskem und Mölln 1 ganzen, 2 halbe Höfe und 3 Hofdrittel.
  • 1327 hat das Erzstift Mainz Einkünfte in Heskem.
  • Vor 1407 ist ein kleines Landgut des Landgrafen erwähnt.
  • 1494 sind dem Landgrafen 12 Pflüge dienstbar.

Ortsadel:

1189-1274

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Kirche mit spätromanischem Chorturm wohl des 13. Jahrhunderts

Pfarrzugehörigkeit:

1577 und später: nach Ebsdorf eingepfarrt

Seit 1858 mit Mölln Filiale von Dreihausen

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Ebsdorf, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Ebsdorfer Pfarrer Conrad Schneider ab 1527.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1609, 1624 wieder lutherisch.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Ebsdorf

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Heskem, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9166> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde