Historisches Ortslexikon
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- Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 18. Witzenhausen
Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 17. Ermschwerd - Gerichtsstätten
- Gerichtsplatz in Dohrenbach
Weitere Informationen
Dohrenbach
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Stadtteil · 217 m über NN
Gemeinde Witzenhausen, Werra-Meißner-Kreis
- Siedlung ↑
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Ortstyp:
Dorf
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Lagebezug:
3 km südwestlich von Witzenhausen gelegen
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Lage und Verkehrslage:
Kleines geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss in flachem Talgrund an gleichnamigem Bach. Kirche in zentraler, leicht erhöhter Lage, darunter Dorfplatz mit Linde. Die Siedlung entwickelt sich entlang einer West-Ost (L 3389 als Wolfsberg- bzw. Bilsteiner Str.) und einer Nord-Süd-Achse (Ringkopf- bzw. Rainstraße). Jüngere Siedlungsentwicklung vor allem im Nordosten und im Süden. 1,5 km östlich von Dohrenbach verläuft die Kasseler Landstraße (B 451) Richtung Witzenhausen
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Ersterwähnung:
um 1354
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Siedlungsentwicklung:
1928 erfolgt die Eingemeindung des aufgelösten Gutsbezirks Fahrenbach.
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Vorbemerkung Historische Namensformen:
Die in der Literatur genannte Ersterwähnung 1199 geht auf eine falsche Lesart Durebach, de bei Dobenecker, Regesta 2, Nr. 1111 (zu 1199) zurück. Zu lesen ist Dunzebach, womit Ober- oder Niederdünzebach gemeint ist.
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Historische Namensformen:
- Thorinbach (um 1354) [Landgrafen-Regesten online Nr. 1201]
- Dorinbach, zcu (1370) [HStAM Best Urk. 13 Nr. 1223]
- Derenbach, to; Dorenbach, to (1397) [Abschrift Urkundenbuch des Klosters Mariengarten, S. 210-211, Nr. 253]
- Dornbache (1397) [Urkundenbuch des Klosters Mariengarten, S. 211, Nr. 254]
- Doͤrenbach, tzu (1421) [Urkundenbuch des Klosters Mariengarten, S. 218-219, Nr. 263]
- Dorenbach, in dem dorffe zcu; Torinbach (1437) [Landgrafen-Regesten online Nr. 3066]
- Dorrenbach, zue der Wustenunge (1536)
- Dornbach (1585) [Der ökonomische Staat, S. 86]
- Dornbach (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 5]
- Dohrenbach (1747) [Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105]
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Bezeichnung der Siedlung:
- Dorf (um 1354 und 1362)
- wüst (1466 und noch 1497)
- Dorf (1516)
- wüst (1536)
- Dorf (1551)
- 1552: wüst, nur Mühle
- Noch 1565: wüst
- 1657: 11 durch Krieg zerstörte Häuser
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Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:
- Burg Fahrenbach
- Fahrenbach
- Forsthaus Roter See
- Pochhaus
- Burg Fahrenbach (→ Burgen, Schlösser, Herrenhäuser)
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Älteste Gemarkungskarte:
1782
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Koordinaten:
Gauß-Krüger: 3558238, 5686527
UTM: 32 U 558141 5684692
WGS84: 51.310562° N, 9.834165° O OpenLayers - Statistik ↑
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Ortskennziffer:
636016040
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Flächennutzungsstatistik:
- 1885 (Hektar): 202, davon 152 Acker (= 75.25 %), 16 Wiesen (= 7.92 %), 1 Holzungen (= 0.50 %)
- 1961 (Hektar): 685, davon 341 Wald (= 49.78 %)
- Als Wüstung 1497 zu Witzenhausen gezogen, nach Wiederbesiedlung aus Gemarkung Witzenhausen gelöst
- In der Gemarkung Ortsteil Gut Fahrenbach und Forsthaus Roter See
- bis 1744: 441 Acker Land
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Einwohnerstatistik:
- 1529: 15 Mann
- 1551: 19
- 1575/85: 20 Hausgesesse
- 1650: 6
- 1681: 17
- 1744: 155 Einwohner
- 1747: 29 Mannschaften mit 33 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1885: 312, davon 309 evangelisch (= 99.04 %), 3 katholisch (= 0.96 %)
- 1925: 491 (mit Gut Fahrenbach)
- 1961: 540, davon 495 evangelisch (= 91.67 %), 36 katholisch (= 6.67 %)
- 1970: 509
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Diagramme:

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. - Verfassung ↑
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Verwaltungsbezirk:
- Um 1570: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Ludwigstein, Adelsdorf (von Berlepsch)
- 1747: Amt Witzenhausen
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Witzenhausen
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Witzenhausen
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis
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Altkreis:
Witzenhausen
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Gericht:
- um 1570: Peinliches Gericht Hessen
- 1747: Niederes Gericht von Berlepsch und Stadt Witzenhausen, peinliches Gericht Hessen
- 1807: Friedensgericht Witzenhausen
- 1814: Amt Witzenhausen
- 1822: Justizamt Witzenhausen
- 1834: Jusitzamt Witzenhausen II
- 1837: Justizamt Witzenhausen
- 1867: Amtsgericht Witzenhausen
- Gerichtsplatz mit 2 alten Linden und nahezu kreisrund aufgeführter Stützmauer mit 3 Zugängen
- 1879: Amtsgericht Witzenhausen
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Herrschaft:
Um 1354: Landgraf Heinrich schuldet dem Thilo von Biela 28 Mark, für die dieser von Hans von Berlepsch das Dorf Dohrenbach eingelöst hat.
1362: Landgraf Heinrich freit dem Thilo von Biela 3 Huben und Hof zu Dohrenbach.
1370: Eine Hube plessisches Lehen zu Dohrenbach geht von Burkhard Rulandez an Thilo von Biela.
1438: Hessische Belehnung des Hans von Stockhausen mit Gut zu Dohrenbach.
1447: Hessische Belehnung der von Dörnberg mit Gütern zu Dohrenbach.
Ab 1483 (bis 1824) werden die von Berlepsch von Hessen mit Burglehen zu Dohrenbach (= Huben, Sedelhof, 2 Kothöfen, Mühle) belehnt. Sie verfügen über die niedere, die Landgrafen über die hohe Gerichtsbarkeit.
Daneben 1485: Landgraf Wilhelm belehnt die von Dörnberg mit Gütern zu Dohrenbach.
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Gemeindeentwicklung:
Am 1.10.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingemeindung in die Stadtgemeinde Witzenhausen, deren Stadtteil Dohrenbach wurde.
- Besitz ↑
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Grundherrschaft und Grundbesitzer:
- 1397: Die von Biela versetzen dem Kloster Mariengarten 3 Hufen zu Dohrenbach.
- 1421: Kloster Mariengarten verkauft diese 3 Hufen zu Dohrenbach an Landgraf Ludwig, der 1437 die von Berlepsch damit als Burglehen belehnt.
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Zehntverhältnisse:
1536: Zehnter in der Wüstung Dohrenbach ist hansteinisch.
- Kirche und Religion ↑
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Ortskirchen:
- Fachwerkkirche 1853/54 an der Stelle einer älteren errichtet
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Pfarrzugehörigkeit:
1585: Pfarrei
Um 1570 von Kleinalmerode versorgt
1636: eigener Pfarrer
1670: bei Ermschwerd
1671: eigener Pfarrer
1683: durch Konrektor von Witzenhausen versehen
1702: zu Hundelshausen
1748: zur 1. Pfarrei Witzenhausen
1765: zum Rektorat Witzenhausen
1767: zu Hundelshausen
1806: mit Uengsterode vereinigt
1817: mit Kleinalmerode vereinigt
1818, 1872 und 1994: Vikariat von Hundelshausen
Eingepfarrt seit 1747: Hof Fahrenbach
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Patronat:
Patron 1585 (früher als hessisches Lehen) und jetzt von Berlepsch
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Bekenntniswechsel:
Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.
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Kirchliche Mittelbehörden:
Archpresbytariat vielleicht Witzenhausen
Archdiakonat Heiligenstadt
1585: Superintendentur Rotenburg-Allendorf
Vor 1589 aufgehoben
- Kultur ↑
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Schulen:
1910 Volksschule mit zwei Klassen
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Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):
- Wirtschaft ↑
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Wirtschaft:
Am Pochhaus, östlich des Weinberges zwischen Bahn und Straße wurde einst nach Kupfer geschürft.
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Mühlen:
Berlepsch'sche Mühle
Bereits Mitte des 16. Jahrhunderts gib es Irrungen zwischen den von Berlepsch und Hans Wienand wegen der Mühle zu Dohrenbach. Die im nordwestlichen Teil gelegene Mühle wurde mit dem Wasser des Dohrenbaches angetrieben und war 1913 nicht mehr in Betrieb.
Außerhalb der Ortslage ist auf der sog. Schleensteinkarte (Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 5) ist zu Beginn des 18. Jahrhunderts eine Papiermühle an der Gelster eingezeichnet. Sie ist im 19. Jahrhundert nicht mehr erhalten.
- Nachweise ↑
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Quellen:
- Cal. Or. 100 Mariengarten Nr. 201, 207 Staatsarchiv Hannover
- Kopiar Mariengarten Nr. 288, 299 Landesbibliothek Hannover
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Literatur:
- Zitierweise ↑
- „Dohrenbach, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/5540> (Stand: 15.1.2025)

