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Historisches Ortslexikon

Damm

Ortsteil · 203 m über NN
Gemeinde Lohra, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

13 km südwestlich Marburg

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regelhaften Grundrissmerkmalen am linken Ufer der Salzböde auf auslaufendem Hang. Gradlinig-regelhaftes Straße- und Wegenetz mit linearer Gehöftanordnung.

Straße Oberwalgern-Lohra kreuzt südöstlich des Ortes Straße Altenvers-Niederwalgern (alte Köln-Leipziger Messestraße; zugleich alte Wetzlarer Landstraße)

Bahnhof der Eisenbahnlinie Niederwalgern-Herborn (1893)

Ersterwähnung:

1200-1220

Siedlungsentwicklung:

Auf eine wüste Siedlung deutet vielleicht der Flurnamen 'Auf der Burg' (Etzelburg) 1 km südwestlich Damm; vgl. auch Etzelmühle

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1908/1909

Älteste Gemarkungskarte:

1782

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3475100, 5621230
UTM: 32 U 475036 5619422
WGS84: 50.726055° N, 8.646305° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534013020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 556 stellbares Land, 250 Wiesen, 18 Gärten, 5 Triesche, 64 Wald
  • 1885 (Hektar): 475, davon 189 Acker (= 39.79 %), 88 Wiesen (= 18.53 %), 162 Holzungen (= 34.11 %)
  • 1961 (Hektar): 475, davon 164 Wald (= 34.53 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1502: 22
  • 1577 und 1630: 24 hausgesessene Mannschaften
  • 1630: 1 dreispännige, 4 zweispännige, 6 einspännige Ackerleute, 13 Einläuftige
  • 1681: 36 hausgesessene Mannschaften
  • 1745: 89 Einwohner
  • 1746: 2 Schmiede, 1 Spielmann, 1 Schneider, 1 Müller, 1 Wirt, 1 Braumeister, 8 Brauer
  • 1838 (Familien): 14 Ackerbau, 4 Gewerbe, 2 Tagelöhner 15 nutzungsberechtigte, 5 nicht nutzungaher Ortsbürger
  • 1861: alle Einwohner evangelisch-lutherisch
  • 1885: 197, davon 193 evangelisch (= 97.97 %), 0 katholisch, 4 andere Christen (= 2.03 %)
  • 1961 (Erwerbspersonen): 87 Land- und Forstwirtschaft, 89 Produzierendes Gewerbe, 16 Handel und Verkehr, 25 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1961: 433, davon 354 evangelisch (= 81.76 %), 69 katholisch (= 15.94 %)

Diagramme:

Damm: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1374: Gericht Lohra, das seit 1601 mit dem Gericht Fronhausen vereinigt ist
  • 1686: Amt Fronhausen
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Lohra
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Marburg

Gericht:

  • 1821: Justizamt Fronhausen
  • 1867: Amtsgericht Fronhausen
  • 1948: Amtsgericht Marburg

Gemeindeentwicklung:

Zum 31.12.1971 wurde Damm im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der neu gebildeten Gemeinde Lohra eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1200/1220 besitzt Stift Wetter ein Mannlehen von 1 Hufe
  • 1271 hat das Stift St. Stephan Güter in Damm, die ursprünglich Zubehör der Villikation des Stifts in (Kirch-)Vers waren, 1271 aber von der Verpachtung des dortigen Stadelhofes ausgenommen sind, sie waren damals an den Burgmann Engel von Marburg verpachtet
  • 1347 und 1358/75 besitzt der Deutsche Orden-Marburg ein Gut in Damm
  • 1358: 43 Morgen Ackerland
  • 1818: 1 ehem. Deutsch-Ordens-Hof
  • Landgräfliches Gut 1374 erwähnt; die landgräflichen Gefälle und Renten in Damm sind 1377 dem Ritter Emmerich von Linden versetzt
  • 1494 sind dem Landgrafen 3 Pflüge in Damm dienstbar
  • 1320 verzichten die von Göns gegenüber dem Deutschen Orden Marburg auf ihre Ansprüche an der Mühle zu Damm
  • 1325 erwirbt der Deutsche Orden von den von Heimbach Rechte an der Mühle
  • 1342 verkaufen die Vögte von Fronhausen dem Deutschen Orden eine Gülte aus der Mühle

Zehntverhältnisse:

Der Zehnte in Damm ist vor 1426 solmsisches Lehen der Vögte von Fronhausen

Kirche und Religion

Patronat:

1577 und später: eingepfarrt nach Lohra; 1747 als Filiale bezeichnet

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Lohra, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Lohraer Pfarrer Heinrich Orth ab 1526.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Lohra

Kultur

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

Die Mühle in Damm verfügte 1630 über 2 Mahlgänge

1823 bestehen 2 Mühlen an der Salzböde in Damm mit jeweils 1 Mahlgang

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Damm, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9027> (Stand: 26.11.2020)