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Historisches Ortslexikon

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5119 Kirchhain
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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 61. Kirchhain
Gerichtsstätten
Gerichtsplatz in Wolferode

Wolferode

Stadtteil · 230 m über NN
Gemeinde Stadtallendorf, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8,5 km nordöstlich von Kirchhain

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss in Talmündungslage auf einem von der Mittelterrasse nach Süden auslaufenden Feldrücken.

Von der Straße Hatzbach-Ernsthausen führt eine Abzweigung durch Wolferode nach Josbach zur B 3 (alte Landstraße Frankfurt-Kassel)

Ersterwähnung:

um 1260

Siedlungsentwicklung:

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Mengsberg.

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

Umlegung: 1909/11

Älteste Gemarkungskarte:

Älteste Gemarkungskarte: 1771

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3499164, 5639721
UTM: 32 U 499090 5637905
WGS84: 50.892809° N, 8.987063° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534018060

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 626 stellbares Land, 133 Wiesen, 25 Gärten, 71 Triesche.
  • 1885 (Hektar): 244, davon 106 Wald. -
  • 1885 (Hektar): 244, davon 168 Acker (= 68.85 %), 38 Wiesen (= 15.57 %), 1 Holzungen (= 0.41 %)
  • 1961 (Hektar): 1355, davon 1066 Wald (= 78.67 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1502: 4 Männer
  • 1577: 28 hausgesessene
  • 1629: 11/2 Dienste, 2 Einläuftige
  • 1681: 8 hausgesesseneMannsch.
  • 1747: 40 Haushalte
  • 1780: 2 Maurer, 2 Wagner, 3 Schneider, 10 Leineweber, 1 Ziegler, 1 Musikant, 6 Tagelöhner(-innen), 2 Lohnschäfer, 1 Branntweinbrenner, 3 Müller. 1838 (Familien): 34 Ackerbau, 7 Gewerbe, 26 Tagelöhner 51 nutzungsberechtigte, 6 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 10 Beisitzer. 1961 (Erwerbspersonen): 129 Land- und Forstwirtschaft, 73 Produzierendes Gewerbe, 16 Handel und Verkehr, 11 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1780: 214
  • 1861: 222 evangelisch-lutherisch, 147 evangelisch-ref., 1 römisch-katholisch, 8 jüd.Einwohner 1961: 435 evangelisch, 5 römisch-katholisch Einwohner
  • 1885: 340, davon 331 evangelisch (= 97.35 %), 2 katholisch (= 0.59 %), 7 Juden (= 2.06 %)
  • 1961: 440, davon 435 evangelisch (= 98.86 %), 5 katholisch (= 1.14 %)

Diagramme:

Wolferode: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1465: Zubehör der landgräflich Burg Rauschenberg
  • 1502: Ger., 1577 und später: Amt Rauschenberg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Rauschenberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Kirchhain
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Kirchhain
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kirchhain
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Marburg

Gericht:

  • 1821: Justizamt Rauschenberg
  • 1867: Amtsgericht Rauschenberg
  • 1932: Amtsgericht Kirchhain

Herrschaft:

1358 gehört W. mit Gefällen und Gericht zur Burg Rauschenberg.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.7.1974 wurde Wolferode im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil der neu gebildeten Stadtgemeinde Stadtallendorf eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Seit 1339 erhalten die Riedesel zu Josbach als Rauschenberger Burgmannen ziegenhain., seit 1450 landgräflich Gefälle zu W.; Belehnungen bis 1475. - 1381 verpfänden die Grafen von Ziegenhain den dritten Teil des Zehnten an die Riedesel
Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1577: nach Ernsthausen eingepfarrt.

1700 und später: Filiale von Josbach.

Die evangelisch-reformierte Filialgemeinde Wolferode ist seit 1700 mit Rauschenberg verbunden; um 1926 mit der lutherischen Gemeinde vereinigt.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1605(?), 1624 wieder lutherisch.

Juden:

einzelne Judenfamilien im Ort; sie gehörten zur Halsdorfer Gemeinde und Schulverband.

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Wolferode, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9407> (Stand: 29.3.2022)