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Historisches Ortslexikon

Seelbach

Ortsteil · 250 m über NN
Gemeinde Lohra, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

ca. 17 km südwestlich Marburg

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss in Talmündungslage. Kirche in zentraler Lage in der Niederung. Straße Rodenhausen-Rollshausen führt im Zuge der alten Köln-Leipziger Messestraße durch den Ort

Ersterwähnung:

817

Siedlungsentwicklung:

Auf eine wüste Kirche deutet der Flurnamenauf der Kirchstatt (ca. 1 km westlich S. an der Gemarkunggrenze)

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa 817

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1937/39

Älteste Gemarkungskarte:

1780

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3470277, 5620499
UTM: 32 U 470214 5618691
WGS84: 50.719257° N, 8.578061° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534013090

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 234 stellbares Land, 232 Wiesen, 6 Gärten, 57 Triesche, 90 Wald
  • 1885 (Hektar): 374, davon 118 Acker (= 31.55 %), 41 Wiesen (= 10.96 %), 174 Holzungen (= 46.52 %)
  • 1961 (Hektar): 379, davon 161 Wald (= 42.48 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1502: 16, 1577: 29, 1630: 11 hausgesessene 1681: 10 hausgesesseneMannsch. 1745: 67, 1838: 74, 1885: 74, 1925: 67, 1939: 68, 1950: 103, 1961: 74 Einwohner - 1861: alle Einwohner evangelisch-lutherisch 1961: 65 evangelisch, 2 römisch-katholisch Einwohner - 1630: 8 zweispänn., 3 einspann. Ackerleute 1745: 6 Schmiede, 1 Müller, 1 Wirt. 1838 (Familien): 11 Ackerb., 2 Tagelöhner 11 nutzungsberechtigte, 2 nicht nutzungsberechtigteOrtsbürger. 1961 (Erwerbspersonen): 35 Land- undForstwirtschaft, 5 Produzierendes Gewerbe, 2 Handel und Verkehr, 3 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1885: 74, davon 74 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 74, davon 65 evangelisch (= 87.84 %), 2 katholisch (= 2.70 %)

Diagramme:

Seelbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 817: Lahngau (?). 1374: Gericht Lohra, das 1601 mit dem Gericht Fronhausen vereinigt wird
  • 1686: Amt Fronhausen
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Lohra
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Marburg

Gericht:

  • 1821: Justizamt Fronhausen
  • 1867: Amtsgericht Fronhausen
  • 1902: Amtsgericht Gladenbach
  • 1948: Amtsgericht Marburg

Gemeindeentwicklung:

Zum 1.7.1974 wurde Seelbach im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Lohra eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 817 erwirbt Kloster Lorsch 3 Huben mit Zubehör in S. (?) - 1353 besitzt der Deutsche Orden Marburg ein Gut zu S. - 1402 sind die von Göns mit einem Lehen der von Westerburg in S. begütert. - 1494 verfügt der Landgraf über 3 dienstbare Pflüge in S. - Der Zehnte ist 1698 solms. Lehen der von Rondehausen. - Eine 1572 erwähnt Mühle verfügte 1630 über 1 Mahlgang
Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1577: nach Lohra eingepfarrt. 1630 und später: Filiale von Lohra

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Lohra, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Lohraer Pfarrer Heinrich Orth ab 1526.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Lohra

Kultur

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Seelbach, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9321> (Stand: 21.10.2020)