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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 17. Ermschwerd
Gerichtsstätten
Lindenplatz in Roßbach

Weitere Informationen

Roßbach

Stadtteil · 240 m über NN
Gemeinde Witzenhausen, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

5 km südwestlich Witzenhausen

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss und Doppelzeile am Nordostrand des Kaufunger Waldes zu beiden Seiten des Mittelbachs. Kirche mit Linde an der Brücke über den Bach an der als abknickende Hauptachse durch den Ort führenden Berliner Straße (L 3389); in der westlichen Zeile mehrere abzweigendeGassen

Ersterwähnung:

1245

Siedlungsentwicklung:

Gehörte mit Ellingerode und Kleinalmerode bis ins 19. Jahrhundert zu den Interessendörfern des Kaufunger Waldes.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (1245)
  • dorff (1466)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

Älteste Gemarkungskarte:

1690

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3556593, 5687062
UTM: 32 U 556497 5685227
WGS84: 51.315536° N, 9.81066° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636016120

Flächennutzungsstatistik:

  • 1569: 445 Acker Land und Wiesen
  • 1961 (Hektar): 549, davon 1012 Wald (= 184.34 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1466: 9 Hausgesesse
  • 1543: 27
  • 1575/85: 56
  • 1681; 36
  • 1747: 68 Mannschaften mit 67 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1925: 638 (634 evangelisch, 3 römisch-katholisch)
  • 1961: 803, davon 705 evangelisch (= 87.80 %), 79 katholisch (= 9.84 %)
  • 1970: 791 Einwohner

Diagramme:

Roßbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1466: Landgrafschaft Hessen, Amt Ludwigstein
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Ludwigstein
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Ludwigstein
  • 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1747: Amt Ludwigstein
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Ludwigstein
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Ludwigstein, Klostergericht Wilhelmi
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Witzenhausen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Ludwigstein
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

  • um 1570; Niederes und peinliches Gericht Hessen
  • 1747: desgleichen
  • 1807: Friedensgericht Witzenhausen
  • 1814: Amt Witzenhausen
  • 1822-1834: Fürstlich Rotenburgisches Oberschulteißenamt Witzenhausen mit Justizamt Ludwigstein
  • 1834: Justizamt Witzenhausen I
  • 1837: Justizamt Witzenhausen
  • 1867: Amtsgericht Witzenhausen
  • 1879: Amtsgericht Witzenhausen
  • Gerichtsplatz (?) Dorfplatz mit Linde, eingefaßt durch niedrige Werksteinmauer

Herrschaft:

1245: Hermann Vogt von Ziegenberg erhält vom Erzbischof von Mainz 50 Mk auf Dorf Rossbach angewiesen.

1283: Graf Ludolf von Bilstein verzichtet gegenüber Kloster Germerode auf Güter zu Rossbach.

1347: Hermann von dem Berge bestimmt, dass das halbe Dorf Rossbach, das er lebenslang als hessisches Burglehen hat, nach seinem Tod an die Gebrüder von Hundelshausen fallen soll.

1362: Hermann von dem Berge verpflichtet sich zu einem Zins aus Rossbach an Kloster Germerode.

1365: Hans von Ziegenberg verzichtet gegenüber dem Landgrafen auf 1 Viertel des Dorfes Rossbach, das seine Frau als Leibgedinge hatte.

1370: Die Gebrüder von Hundelshausen wollen das Dorf Rossbach, das ihnen Heinrich von Kreuzburg für 80 Mk versetzte, nach 4 Jahren dem Landgrafen zu lösen geben.

1370: Hans von Wartberg und sein Bruder Heinrich, Pfarrer zu Hundelshausen, erwerben Dorf Rossbach als Pfand vom Landgrafen

1374: Landgraf Hermann versetzt Hafer aus Rossbach an die von Bischoffshausen.

1447: Die von Dörnberg werden von Hessen mit Gütern zu Roßbach belehnt.

1558: Waldzins zu Rossbach zu beiden Teilen an Hessen und Braunschweig

1583: Zehnten zu Rossbach haben die Herzöge von Braunschweig

1613: Dienst zu Rossbach geht nach Ludwigstein, Zehnt steht dem Herzog von Braunschweig zu

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1974 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingemeindung in die Stadtgemeinde Witzenhausen, deren Stadtteil Roßbach wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1371: Die von Uslar schenken dem Wilhelmitenkloster Witzenhausen ein von den von Blickershausen besessenes Lehen zu Rossbach.
  • 1452: Zinsen zu Roßbach an Wilhelmitenkloster Witzenhausen
  • 1465: Gut des Wilhelmitenkloster Witzenhausen zu Rossbach
  • 1525: Vorwerk des Wilhelmitenkloster Witzenhausen zu Rossbach
  • 1480 und laufend bis 1527: Besitz des Kloster Germerode in Rossbach nachgewiesen.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • presbiter (1274)
  • 1516: Chor der Kirche zu Rossbach erbaut
  • 1525: Kapelle, in der das Wilhelmitenkloster Witzenhausen wöchentlich eine Messe lesen läßt.
  • 1743: Kirche als Salbau nach Plänen des Kasseler Landesbaumeisters Giovanni Ghezzy errichtet

Pfarrzugehörigkeit:

1574, 1872 und 1994: Filiale von Kleinalmerode

1780 und jetzt: eingepfarrt Oberroßbach

Patronat:

1583/88: Landgraf

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Kleinalmerode, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Kleinalmeroder Pfarrer Johannes Motz um 1529.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archpresbytariat unbekannt, vielleicht Witzenhausen

Archdiakonat Heiligenstadt

Juden:

Flurnamen 'Judenkirchhof', '-tümpel' im südwestlichen Teil der Gemarkung ,einem südlichen Seitental des Berksbaches

Kultur

Schulen:

1910 Volksschule mit zwei Klassen

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Wirtschaft:

1530 und 1535: Gläserei > Flurnamen "Hüttenram" und "-wiese" an der Südwestecke der Gemarkung am Berksbach

1609: Steinkohlenbergwerk > Flurname südöstlich des Ortes: "Vor dem Kohlenberg"

Mühlen:

1588 werden die Oberste Müllen und die Niedermullen [HStAM Best. S Nr. 469, fol. 33v] in Roßbach erwähnt.

Beide Mühlen wurden über oberschlächtige Wasserräder mit dem Wasser des Wilhelmshäuser Baches angetrieben. In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde der Mühlenbetrieb in der Obermühle am südlichen Dorfende eingestellt. In der Niedermühle im Unterdorf von Roßbach wird der Betrieb 1958 eingestellt, 1967 das Wasserrad abgebaut.

Nachweise

Quellen:

  • Cal. Br. 1 k XVIII Nr. 62, Staatsarchiv Hannover

Literatur:

Zitierweise
„Roßbach, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/6791> (Stand: 27.3.2026)