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Historisches Ortslexikon

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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 41. Borken

Pfaffenhausen

Stadtteil · 240 m über NN
Gemeinde Borken (Hessen), Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

6,2 km westlich von Homberg (Efze).

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss im Quellenbereich des Gilser-Bachs. Kirche in zentraler Lage.

Straße Stolzenbach - Freudenthal führt am Südost-Rand, Straße von Borken (Hessen) am West-Rand des Ortes entlang.

Ersterwähnung:

1359

Siedlungsentwicklung:

1928 erfolgt die Eingemeindung des aufgelösten Gutsbezirks Gilserhof und der aufgelösten Domäne Marienrode.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1491: Dorf

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1910/1911

Älteste Gemarkungskarte:

1734/1735

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3522238, 5654469
UTM: 32 U 522155 5652647
WGS84: 51.024951° N, 9.315905° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634001120

Flächennutzungsstatistik:

  • 1742 (Kasseler Acker): 352 Land, 149 Wiesen.
  • 1885 (Hektar): 183, davon 109 Acker (= 59.56 %), 27 Wiesen (= 14.75 %), 33 Holzungen (= 18.03 %)
  • 1961 (Hektar): 554, davon 36 Wald (= 6.50 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1575/85: 15 Hausgesesse.
  • 1724: 34 Personen. 1742 und 1747: 20 Häuser bzw. Hausgesesse. 1774: 110 Einwohner.
  • 1834:150, 1885: 203 Einwohner.
  • 1861: alle Einwohner evangelisch-reformiert.
  • 1885: 160, davon 160 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1925: 221, 1939: 214, 1950: 371, 1961: 235, 1970: 206 Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 61 Land- und Forstwirtschaft, 37 Produzierendes Gewerbe, 9 Handel und Verkehr, 7 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 235, davon 192 evangelisch (= 81.70 %), 43 katholisch (= 18.30 %)

Diagramme:

Pfaffenhausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1575/85: Amt Borken; niederes Gericht von Wallenstein und von Baumbach, peinliches Gericht Hessen
  • 1742: Amt Borken
  • 1745: Aussterben der von Wallenstein, nach Streit ihr Anteil an Gericht Pfaffenhausen 1786 an von Baumbach
  • 1807: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Borken
  • 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Borken
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Homberg
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Fritzlar-Homberg

Gericht:

  • 1575/85: Amt Borken; niederes Gericht von Wallenstein und von Baumbach, peinliches Gericht Hessen.
  • 1745: Aussterben der von Wallenstein, nach Streit ihr Anteil an Gericht Pfaffenhausen 1786 an von Baumbach.
  • 1807: Friedensgericht Borken
  • 1821: Assistenzamt Borken
  • 1822: Landgericht Homberg
  • 1832: Justizamt Borken
  • 1867: Amtsgericht Borken
  • 1968: Amtsgericht Fritzlar (Zweigstelle Borken)
  • 1970: Amtsgericht Fritzlar

Herrschaft:

Seit Mitte 14. Jahrhundert besitzen die Holzsadel Dorf und Gericht Pfaffenhausen halb als Hersfelder, halb als landgräfliches Lehen.

1359: Wittekind Holzsadel verkauft einen Zins aus dem halben Ziegenhainer Gericht Pfaffenhausen.

1424: Graf Johann von Ziegenhain belehnt Hermann von Hertingshausen mit der Hälfte von Pfaffenhausen.

1491: Stift Hersfeld belehnt die Holzsadel mit dem halben Dorf Pfaffenhausen; folgend Belehnungen bis 1520.

1526: Nach Aussterben der Holzsadel werden die von Baumbach und von Wallenstein je zur Hälfte mit dem Dorf Pfaffenhausen belehnt; folgend Lehnsreverse bis 1823, seit 1663 durch Landgraf.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil in die Stadtgemeinde Borken (Hessen) eingegliedert.

Besitz

Zehntverhältnisse:

1461: Landgraf Ludwig belehnt Henne Holzsadel mit einem Drittel Zehnten zu Pfaffenhausen.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1575/85: Filiale von Borken.

1747 und später: eingepfarrt nach Borken.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Juden:

Flurname Judenhecke.

Kultur

Schulen:

Seit 1883 Schule; 1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Pfaffenhausen, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4196> (Stand: 29.3.2022)