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6017 Mörfelden
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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Großherzogtum Hessen 1823-1850 – 22. Darmstadt
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Mörfelden, Gerichtsstätte

Weitere Informationen

Mörfelden

Stadtteil · 100 m über NN
Gemeinde Mörfelden-Walldorf, Landkreis Groß-Gerau 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

10,1 km nordöstlich von Groß-Gerau

Lage und Verkehrslage:

Bahnhof der Eisenbahnlinie Frankfurt am Main/Sportfeld – (Darmstadt) – Worms ("Riedbahn") (Inbetriebnahme der Strecke 24.11.1879).

Ersterwähnung:

850

Historische Namensformen:

  • Mersenuelt (830-850) (ICodex Laureshamensis III, Nr. 3672)
  • Mersfelt (1016)
  • Mersevelt (1211, 1275, 1294, 1318)
  • Mersfelt (1405)
  • Merßfeldt (1413)
  • Mersefelt (1424)
  • Merfelt (1527)
  • Merffeld (1550)
  • Merfelden (1553)
  • Mehrfelden (1573)
  • Mörfelden (1585)
  • Merfelden (1585)
  • Mürfelden (1585)
  • Mörhrfeldt (1599)
  • Mohrfeltt (1613)
  • Mörfeldenn (1614)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

  • Am Südrand des Ortes befand sich eine heute nicht mehr erhaltene Wasserburg, der Burgplatz wurde überbaut.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3468926, 5537692
UTM: 32 U 468863 5535917
WGS84: 49.974778° N, 8.565765° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

433008010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 5627, davon 3276 Acker, 728 Wiesen, 1623 Wald
  • 1961 (Hektar): 2930, davon 1690 Wald (= 57.68 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1629: 75 Hausgesessene
  • 1694: 159 Einwohner
  • 1961: 9042, davon 5504 evangelisch (= 60.87 %), 1971 katholisch (= 21.80 %)
  • 1970: 11798 Einwohner

Diagramme:

Mörfelden: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1556: Grafschaft Isenburg-Ronneburg, Amt Langen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Obere Grafschaft Katzenelnbogen, Amt Kelsterbach
  • 1803: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Provinz Starkenburg, Amt Kelsterbach
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Kelsterbach
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Kelsterbach
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk Langen
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landkreis Groß-Gerau
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landkreis Groß-Gerau
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Starkenburg, Landkreis Groß-Gerau
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Groß-Gerau
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Groß-Gerau
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Groß-Gerau

Altkreis:

Groß-Gerau

Gericht:

  • 1821: Landgericht Langen
  • 1879: Amtsgericht Langen
  • 1883: Amtsgericht Groß-Gerau

Gemeindeentwicklung:

1.4.1953: Umgemeindung der Wohnplätze Gundhof mit Gundwald (Teil) und Schlichter (4 Einw.) von der Gemeinde Walldorf

1.4.1957: Umgemeindung des Wohnplatzes Mönchbruch (118 Einw.) von Rüsselsheim, St. und des Wohnplatzes Nikolauspforte mit Bahnhaus 86 (15 Einw.) von Groß-Gerau, St.

1968 Erhebung zur Stadt

1977 Zusammenschluss mit Walldorf zu Mörfelden-Walldorf (Hessisches Gemeindelexikon)

Am 1.1.1977 zur Gemeinde Waldfelden

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1294 erklärt Werner von Falkenstein, dass die annona cedens de novalibus, que vocatur Sunderholcz apud Mersevelt Eigentum seines Hauses im Haim ist.
  • 1320 schenkt Petrus de Moguncia, früher Pleban von Mörfelden, dem Stiftskapitel von St. Leonhard in Frankfurt eine Korngült von seinen Gütern in Mörfelden.

Ortsadel:

von Mersefeld

1215 Waltherus de Mersevelt

1253 Wernherus clericus, filius Walteri de Mersenvelt

1325 Heinrich von Mersevelt

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • um 1232 capelle in Mersenvelt
  • 1304 ecclesia parochialis
  • Pfarrkirche

Patronat:

um 1232 Albanstift in Mainz

1526 von Isenburg

Diakonische Einrichtung:

Röschen, Beschreibung der evangelischen Pfarreien des Großherzogtum Hessen 1928 nennt eine Kinderschule mit Gemeindehaus und Schwesternwohnungen hinter der Kirche, Station vom Roten Kreuz; nach Wegweiser für die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau. Ausgabe von 1954 eine Schwesternstation mit 1, ein Kindergarten mit 1 Kraft

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation Ende der 1530er Jahre.

Erster evangelischer Pfarrer: Johannes Ribel Anfang der 1540er Jahre

Reformierter Bekenntniswechsel: 1587 durch Graf Wolfgang von Isenburg-Ronneburg, 1604 lutherisches Bekenntnis durch den Landgrafen wieder eingeführt.

Kirchliche Mittelbehörden:

St. Viktor in Mainz; Groß-Gerau

Juden:

1550 erste Erwähnung

1830: 45, 1905: 35 Juden

1829 Synagoge in der Kalbsgasse I

Kultur

Schulen:

1593 Gründung der Schule; Unterricht durch Pfarrer des Ortes und eigene Schulmeister; 1910 Volksschule mit acht Klassen, drei Schulhäuser von 1875, 1890, 1905

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Mörfelden, Landkreis Groß-Gerau“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/13741> (Stand: 27.3.2026)