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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 70. Niederweimar

Hermershausen

Stadtteil · 200 m über NN
Gemeinde Marburg, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

6,5 km westlich Marburg

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss auf nach Süden ziehendem Hang am Allna-Knie. Moderne Wohnsiedlung im Norden.

Die Straße Allna-Nesselbrunn wird gekreuzt von Straße Haddamshausen-Nesselbrunn. Alte Botenstraße Marburg-Gladenbach

Ersterwähnung:

um 850

Historische Namensformen:

  • Herimitteshusen (um 850, nach Abschrift des 12. Jahrhunderts) (Dronke, Trad. c. 6, Nr. 156, Identifizierung fraglich]
  • Hermeshusen (1315) [Klosterarchive 3: Oberhessische Klöster, Band 1, S. 37, Nr. 105]
  • Hermershusen (1357)
  • Hermanshusen (um 1320)
  • Hermirshusen (1364)
  • Hermershausen (1577)

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa um 850

Umlegung der Flur:

1912/1913

Älteste Gemarkungskarte:

ca. 1750

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3478023, 5628110
UTM: 32 U 477957 5626299
WGS84: 50.788018° N, 8.68729° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534014130

Frühere Ortskennziffer:

534014333

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 632 stellbares Land, 187 Wiesen, 20 Gärten, 30 Triesche, 333 Wald.
  • 1885 (Hektar): 418, davon 157 Acker (= 37.56 %), 61 Wiesen (= 14.59 %), 172 Holzungen (= 41.15 %)
  • 1961 (Hektar): 418, davon 156 Wald (= 37.32 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1577: 22, 1630: 16 hausgesessene 1681: 11 hausgesesseneMannsch.
  • 1630: 1 dreispännige, 7 zweispännige, 1 einspännigeAckerleute, 7 Eid.
  • 1746: 1 Wagner, 3 Schmiede, 1 Schneider, 1 Leineweber, 1 Wirt, 5 Tagelöhner
  • 1746: 131, 1838: 171, 1885: 202, 1925: 203, 1939: 196, 1950: 302, 1961: 237 Einwohner
  • 1838 (Familien): 16 Ackerbau, 3 Gewerbe, 11 Tagelöhner 14 nutzungsberechtigte, 17 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 1 Beisitzer.
  • 1861: 212 evangelisch-lutherisch, 1 römisch-katholisch Einwohner
  • 1885: 202, davon 202 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961 (Erwerbspersonen): 79 Land- und Forstwirtschaft, 43 Produzierendes Gewerbe, 8 Handel und Verkehr, 14 Dienstleistungenu.Sonstiges
  • 1961: 237, davon 222 evangelisch (= 93.67 %), 15 katholisch (= 6.33 %)

Diagramme:

Hermershausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Um 1400 und später: Gericht Reizberg. 1565: Gerichtstuhl Oberweimar im Gericht Reizberg
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Oberhessen, Gericht Caldern
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Oberhessen, Gericht Caldern
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Caldern
  • 1815. Kurfürstentum Hessen, Amt Kaldern und Reitzberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf
  • 1981: Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Marburg

Gericht:

  • 1821: Landgericht Marburg
  • 1850: Justizamt Marburg
  • 1867: Amtsgericht Marburg

Gemeindeentwicklung:

Am 1.7.1974 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingliederung der bis dahin selbständigen Gemeinde in die Stadtgemeinde Marburg.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Um 850 schenkt Liebger dem Kloster Fulda 15 Morgen Ackerland mit Zubehör (Identifizierung mit Hermershausen fraglich).
  • Vor 1315 erwirbt Kloster Caldern Güter in Hermershausen.
  • Um 1350 und 1577 haben die von Schutzbar genannt Milchling von den Dynasten von Eppstein ein Gut zu Lehen.
  • Vor 1368 besitzen die Hose von Ockershausen einen Hof.
  • Er fällt 1401 als Seelgerätstiftung an das Kloster Haina.
  • 1421 wird ein Gut der von Fleckenbühl erwähnt.
  • 1494 sind dem Landgraf 3 Pflüge in Hermershausen dienstbar.

Zehntverhältnisse:

Der Zehnte ist 1640/99 falkenstein. Lehen der von Bicken.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1577: nach Oberweimar eingepfarrt.

Vor 1630: Filiale von Oberweimar. Filialstatus später eingebüßt

seit 1806 wieder Filiale von Oberweimar

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Oberweimar, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Oberweimarer Pfarrer Ludwig Schenck um 1527.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Oberweimar

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

1357 beziehen die Landgrafen Einkünfte aus der Mühle zu Hermershausen.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Hermershausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9162> (Stand: 29.3.2022)