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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert
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- 1919-1920: Zeitfreiwillige zur Unterstützung der Reichswehr
Die Anfangsjahre der Weimarer Republik waren geprägt durch Unruhen und immer wieder aufflackernde gewalttätige Aufstände, die auch auf Hessen übergriffen, wie beispielsweise der Offenbacher Karfreitagsputsch, die Spartakisten-Herrschaft in Hanau oder Ausschreitungen in Folge des Kapp-Putsches. ... »Details - 1919-1920: Gießener und Marburger Studenten als Zeitfreiwillige
Die deutsche Regierung hofft, mithilfe von Freiwilligenverbänden „Anarchie“ und „Bürgerkrieg“ bekämpfen zu können. Bereits im März 1919 gibt es einen Aufruf, der gezielt Studenten anspricht. Die Reichswehr-Brigade 11 in Kassel ordnet im Oktober 1919 die Schaffung eines Studentenkorps in Marburg an, das für „den Fall dringender Not und Gefahr […], wenn die Kräfte der Polizei und ... »Details - Anfang 1920: Gründung einer Ortsgruppe des „Kampfbundes zur Brechung der Zinsknechtschaft“ in Frankfurt
In Frankfurt am Main wird eine Ortsgruppe des Deutschen Kampfbundes zur Brechung der Zinsknechtschaft gegründet, der 1919 von Gottfried Feder (1883–1941) in München ins Leben gerufen worden ist. Das Programm des Kampfbundes wird bestimmend für die wirtschaftspolitische Agenda der Nationalsozialisten.(KR) ... »Details - Mitte Januar 1920: Starkes Hochwasser auf dem Main bei Offenbach
Der Main führt Mitte Januar 1920 starkes Hochwasser. Das Offenbacher Abendblatt berichtet am 15. Januar, der Verkehr mit Bürgel sei völlig eingestellt, Bürgel und Rumpenheim seien durch das Hochwasser von der Außenwelt abgeschnitten.(OV) ... »Details - 20. Januar 1920: Beginn des Abtransports deutscher Kriegsgefangener aus Frankreich
In Frankreich beginnt der Abtransport der dort bisher festgehaltenen deutschen Kriegsgefangenen. Das Land, einer der Hauptgegner des Deutschen Reiches während des Ersten Weltkriegs und als Mitglied der Triple Entente Siegermacht, hatte sich dazu entschlossen, trotz des am 11. November 1918 geschlossenen Waffenstillstandes von Compiègne und dem Umstand, dass es dem Deutschen Reich nach dem ... »Details - 14.-15. Februar 1920: Erster deutscher Föderalistenkongress in Kassel
In Kassel findet der „Erste allgemeine deutsche Föderalistenkongress“ des in Hannover beheimateten Deutschen Föderalisten-Bundes statt. Ziel des protestantisch geprägten Bundes ist ein politisches Mitwirken des Volkes am Staat, der in einem „Großdeutschen Reich“ aus dezentralisierten Länderstaaten – und unter Einschluss Österreichs – seine Form erhält, und als stabilisierende ... »Details - 15. Februar 1920: Uraufführung eines Ganghofer-Stücks in Hanau
Das Schauspiel „Segen des Irrtums“ von Ludwig Ganghofer (1855–1920) wird in Hanau uraufgeführt.(OV) ... »Details - 20. Februar 1920: Neues Staatswappen für den Volksstaat Hessen
Der Volksstaat Hessen erhält ein neues Staatswappen. Auf dem Wappenschild ist der silber-rot gestreifte Löwe auf blauem Feld zu sehen. Darüber sitzt goldenes Laubwerk mit blauen Früchten in Form einer Krone. Der Entwurf stammt aus der Feder des deutschen Heraldikers Otto Hupp (1859–1949), der auch zahlreiche andere Staatswappen gestaltete, so zum Beispiel das bayerische Staatswappen von ... »Details - 22. Februar 1920: Arthur Marauhn wird Hochmeister des Jung-Deutschen Ordens
Der Führer der Offizierskompanie Kassel, Artur Mahraun (1890–1950), lässt sich zum „Hochmeister“ des „Jung-Deutschen Ordens“ wählen.(OV) ... »Details - 23. Februar 1920: Erste Versammlung des Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes in Darmstadt
Im Darmstädter Saalbau findet die erste Versammlung des 1919 gegründeten Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes statt. Kopf des Bundes ist der Antisemit Ferdinand Werner (1876–1961), der bei den Reichstagswahlen vom Januar 1919 erfolglos für die DNVP kandidiert hatte. In Flugblättern zur Versammlung fordert er „auf zum Pogrom“, weil der Zusammenbruch am Ende des Weltkriegs von den ... »Details - 24. Februar 1920: Berufung von Ernst Robert Curtius nach Marburg
Der Romanist Ernst Robert Curtius (1886–1956) wird auf eine Professur an der Universität Marburg berufen. Der in den Vogesen, im elsässischen Thann, als Sohn eines preußischen Beamten geborene Curtius zählt zu den bedeutendsten Vertretern der deutschsprachigen Romanistik und gilt als eine der wichtigsten Persönlichkeiten bei der Etablierung der Erforschung des lateinischen Mittelalters in ... »Details - März 1920: Die Volkskompanie
Das Marburger Studentenkorps bestand aus zehn Kompanien, dazu gehörte als 9. Kompanie die sogenannten Volkskompanie. Diese bestand aus republikanisch gesinnten Männern, die sich zum „Schutze der Deutschen Republik und ihrer Verfassung, zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung“ zusammengefunden hatten und ein bewusstes Gegengewicht zu den meist korporierten Mitgliedern der übrigen ... »Details - 10. März 1920: Zusammentreten des Hessischen Landtags
Der Landtag des Volksstaates Hessen tritt nach dreimonatiger Sitzungspause zu seiner fünfzigsten Sitzung in Darmstadt zusammen. Der Landtag wurde am 26. Januar 1919 als erste verfassungsgebende Volkskammer des Volksstaates Hessen gewählt. Seine erste Sitzung, die zur Verabschiedung einer vorläufigen Verfassung des Freistaats Hessen (Notverfassung) diente, fand am 20. Februar 1919 statt.(OV) ... »Details - 13. März 1920: Demonstrationen in Frankfurt gegen den Kapp-Putsch
Nach dem sogenannten Kapp-Putsch in Berlin am 13. März 1920 kommt es in Hessen zu Demonstrationen und zahlreichen Kundgebungen. Die demokratischen Parteien distanzieren sich ausdrücklich von den Vorgängen in Berlin und fordern die Bevölkerung zur Verteidigung der Republik auf, die sozialistischen Parteien rufen zudem zu einem Generalstreik auf. Der zunächst friedliche Protest in Frankfurt ... »Details - 13.-14. März 1920: Situation in Darmstadt während des Kapp-Putsches
Nachdem die rechte Marinebrigade Ehrhardt Berlin kampflos besetzte, die rechtmäßige Reichsregierung aus der Hauptstadt fliehen musste und sich der putschende Verwaltungsbeamte Wolfgang Kapp (1858–1922) zum Kanzler des Reiches erklärt hatte, kursierten auch in Darmstadt Gerüchte, dass die hessische Regierung gestürzt werden sollte. Das Militär versicherte jedoch, auf Seiten der gewählten ... »Details - 13.-18. März 1920: Politische Reaktionen auf den Kapp-Putsch
Unmittelbar nachdem die Nachrichten über den sogenannten Kapp-Putsch in Berlin am 13. März 1920 Hessen erreichten, reagierten die hessischen Regierungen mit Aufrufen, die Ruhe zu bewahren und Versicherungen, auf der Seite der gewählten Reichsregierung zu stehen. Die meisten Parteien schlossen sich der Verurteilung des Putsches an. Zurückhaltender reagierten die deutschnationale Volkspartei ... »Details - 13.-19. März 1920: Kapp-Putsch in Marburg
Am 13. März 1920 erreichten die Nachrichten über den Kapp-Putsch Marburg. Auch hier kam es zu einem Generalstreik, selbst die Wasser- und Gasversorgung wurde bestreikt. Einer Demonstration der Arbeiter und Republikaner am 16. März schlossen sich republikanische gesinnte Studenten an. ... »Details - 14.-19. März 1920: Generalstreik anlässlich des Kapp-Putsches
Nach dem sogenannten „Kapp-Putsch“ in Berlin distanzierte sich nicht nur die Mehrheit der politischen Parteien von den Vorgängen in der Hauptstadt, es gab auch heftigen Widerstand innerhalb der Bevölkerung, der sich vor allem in dem größten Streik in der Geschichte des Deutschen Reiches bemerkbar machte. Verschiedene Organisationen – dazu gehörten die Gewerkschaften, die ... »Details - 15. März 1920: Große Demonstration und Generalstreik in Offenbach gegen den Kapp-Putsch
Die Offenbacher Linkspartei rufen wegen des Kapp-Putsches zu einer Versammlung auf dem Wilhelmsplatz auf, zu der rund 20.000 Teilnehmer kommen. Die Demonstranten wollen dem Kapp-Putsch mit aller Macht entgegentreten. Es kommt (vermutlich am 16. März) zu einem eintägigen Generalstreik in Offenbach.(OV) ... »Details - 16. März 1920: Konstituierung des 1. Landtags des Volksstaats Hessen
In Darmstadt konstituiert sich der nach der Verfassung vom 19. Dezember 1919 frei gewählte 1. Landtag des Volksstaats Hessen.(OV) ... »Details
