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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

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Exmatrikulation von Gießener Studenten, 28. Juni 1828

In Gießen werden am 28. Juni 1828 insgesamt 48 Verbindungsstudenten von Kanzler der Landesuniversität, Franz Joseph von Arens (1779–1855), im Zuge der „Großen Relegation“ von der Universität verwiesen. Die radikale Burschenschaft der „Schwarzen“ unter Karl Follen (1795–1840), eine Teilgruppe der „Teutschen Lesegesellschaft“, die einen Einheitsstaat forderte, wurde von „Hassia“ und „Starkenburgia“ unterstützt. Es wird dabei gegen das Verbot der studentischen Verbindungen, verankert in den Karlsbader Beschlüssen von 1819, protestiert. Im Sommer 1829 wurde ebenfalls eine Veranstaltung bei der Burgruine Gleiberg veranstaltet, ähnlich wie die Hanauer und Offenbacher Turnvereine am 6. Juli 1826, was verboten war. Im Herbst 1832 planten unter anderem Ludwig Weidig (1791–1837) aus Butzbach und Paul Follen (1799–1844) aus Gießen einen Anschlag als Zeichen zur Volkserhebung. Dieser wurde Am 3. April 1833 von ca. 36 Studenten mit Revolutionsrufen auf die Frankfurter Hauptwache mit Befreiung der Häftlinge, die Konstablerwache und die Preungesheimer Zollstätte ausgeübt. Angeführt wurden die zwei Gruppen von Dr. med. Gustav Bunsen (1804–1836) und dem Advokaten Karl Gärth. Es wurde zudem auf die Unterstützung des württembergischen Leutnants Ernst Ludwig Koseritz (1805–1838) gehofft, doch wurden die Gruppen von dem vorgewarnten Frankfurter Militär zerschlagen. Am 30. Juni 1833 wurde eine Bundeszentralbehörde für „politische Unruhen“ eingerichtet, doch konnten die meisten fliehen, während die in Friedberg Inhaftierten im Frühjahr 1834 entlassen wurden. Diese Unruhen führen schließlich zum Verbot von Burschenschaften.
(StH)

Belege
Weiterführende Informationen
Empfohlene Zitierweise
„Exmatrikulation von Gießener Studenten, 28. Juni 1828“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edbx/id/6207> (Stand: 28.6.2025)
Ereignisse im Mai 1828 | Juni 1828 | Juli 1828
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