Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Regesten der Landgrafen von Hessen

1383 Oktober 5

Schiedsspruch im Konflikt mit Erzbischof Adolf von Mainz

Regest-Nr. 2754

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Ausfertigung: A: Hauptstaatsarchiv München, Reichsarchiv.
B: Staatsarchiv Marburg, Urk. 1, Nr. 3471 ⟨Altsignatur: Staatsarchiv Marburg, Samtarchiv, Schublade 46, Nr. 31⟩.
Stückbeschreibung: B: Membran etwas beschädigt, die Schrift aber gut lesbar (lt. Findbuch).
Siegel: B: Von den vier Siegeln nur das des Erzbischof von mainz vorhanden (lt. Findbuch).
Abschriften: Staatsarchiv Würzburg, Mainzer Regb. 6, 89.
Drucke: Deutsche Reichstagsakten 1, Nr. 231.
Regesten: Regesten der Pfalzgrafen am Rhein 1, S. 270, Nr. 4509.
Regest
Nürnberg. - [Pfalzgraf Ruprecht I.] spricht mit Burggraf Friedrich von Nürnberg zwischen Erzbischof Adolf von Mainz und Landgraf Hermann [II.] von Hessen, sowie zwischen ersterem und Graf Heinrich von Waldeck.

Wortlaut der Datierung

datum Nůrenburg feria secunda post diem sancti Michaelis archangeli anno domini millesimo 300 octuagesimo tercio.

Originaltext
Item litera Ruperti senioris comitis Palatini continens inter Adolphum archiepiscopum Maguntinum et Hermannum lantgravium Hassye.
Wir Ruprecht der elter pfalzgrave bi Ryne und herzoge in Beyern des heiligen Romeschen riches oberster truchseße und wir Friederich burggrave zu^e Nurenburg bekennen offenlich mit disme briefe: daz wir zwischen deme erwerdigen in gotte vatere und herren hern Adolffe erzbischoffe zu^e Mentze des heiligen Romeschen richs in Dutschen landen erzcanzeler uf eine siten und dem hochgeborn fursten Herman lantgrave zu^e Hessen uf die ander siten geredt und getedinget haben umbe soliche bruche zweiunge und ansprache, die sie gein einander haben von solicher sune wegen die vor ziten erzbischof Gerlach selige und daz capitel zu Mentze und die lantgrafen von Hessen under einander geben haben, und auch von solicher sune die der erzbischof zu Colne alleine, und darnach auch von der su^ene wegen die wir Ruprecht vorgenant die erzbischofe zu Colne und zu Triere zwischen in auch gemachet und beredt haben, in der maße als hernach geschriben stet. Zum ersten, daz igliche parthie vorgenant zwene ir frunde darzu geben und schicken sal. So haben wir grafen Heinrich von Sphanheim und Johan grafen zu^e Wertheim zu einem ungeraden darzu geben unde bescheiden, die auch beide als ein oberman und eine ungeraden in den sachen sin sollen, die auch in die lant und da in die kuntschaft riden sollen und beider parthie briefe und kuntschaft verhoren. Und waz dieselben funfe oder daz merer teil under in befinden und erkennen zum rechten, wes die obgenanten parthien gesu^enet und gerichtet sin, oder waz einer parthie von der andern zu^egesprochen verbriefet und berechtet ist, von welicher parthie dann daz nit gehalden oder vollenzogen ist, daz dan die parthie der andern daz unverzogenlich tů halde und vollenzehe. Auch sollen die obgenanten ratlude und oberman sprechen und ende geben hie zwischen und sante Walpurge tag neste komet ane alle geverde. Und waz die funfe oder daz merer teil under in sprechen und erkennen zum rechten, daz eine parthie der andern tůn und halden solle von der sune wegen, daz sollen sie beide parthien in iren offen briffen beschriben und versigelt geben. Und were iß sache daz der obgenant Johan grafe zu Wertheim hie zwischen von tode abgingen, da got fur si, so sal der egenant her Adolff erzbischof zu^e Mentze einen andern an sin stat darzu geben. Ginge auch hie zwischen grave Heinrich von Spanheim abe, des got nit wolle, so sal der lantgrafen von Hessen einen andern an sin stat darzu geben. Und sollen die zwene aber ein man sin und ende geben in der zit als vor geschriben stet. Auch sal der lantgrave von Hessen vorgenant solich gebot, die er oder die sinen getan hant geistlichen oder werntlichen personen zu^e Friczlar oder anderswo, unverzogelich abetůn, und in ire fruchten zinse gutere und gulte ungehindert laßen volgen. Desselben glich sal auch der obgenant erzbischof zu Mentze tůn, ob er oder die sinen solich gebot getan haben. item so sollen alle gevangen uf beide siten ziel und tage haben biz uf phingesten nest kommen. Und waz die funfe oder daz merer teil under in erkennen, welich gefangen der erzbischof zu Mentze ledig machen sal, daz sal er tun; und weliche gefangen der lantgrave ledig machen sal, daz sal er auch tun unverzogelich. Auch haben wir zwischen dem obgenanten hern Adolfe erzbischof zu Mentze und Heinrich grafen zu Waldecke geredt und getedinget: waz die obgenanten funfe oder daz merer teil under in erkennen und sprechen zum rechten, daz ir einer dem andern tun halden und vollenfuren sal von der sune wegen als der vorgenante herr Friederich erzbischof zu^e Colne zwischen in geredt und getedinget hat, und auch von der gefangen wegen uf beide siten, daz sal einer dem andern unverzogelich tun halden und vollenziehen, und sollen die funfe auch zwischen in ußsprechen und ende geben zu der zit als vor geschriben stet, und auch gewalt haben als sie zwischen dem obgenanten erzbischof zu Mentze und dem lantgrafen zu Hessen tun sollen. Auch sollen die obgenanten hern Adolff erzbischof zu Mentze und der grave von Waldecke alle gebot uf beide siten unverzogelich abetun, und daz halden in aller der maße als da vor zwischen dem egenanten hern Adolffe erzbischofe zu^e Mentze und deme lantgrafen zu Hessen begriffen ist und geschrieben stet. Des zu^e urkunde so haben wir Ruprecht der elter palzgrave bi Ryne und herzogen in Beyern und wir Friederich burggrave zu Nu^erenburg vorgenant unser ingesigel an diesen brief gehangen. Und wir Adolff von gots gnaden erzbischof zu^e Mentze des heiligen Romeschen riches n Dutschen landen erzcancelere, wir Herman lantgrave zu Hessen, und wir Heinrich grave zu Waldecke vorgenant globen sementlich und besunder mit guten truwen mit craft dieses briefes die obgenant tedinge und vereddungen zu halden, und auch zu tun und zu vollenfuren unverzogenlich waz von den funfen oder dem meren teil under in erkant und gesprochen wirdet, in der maßen als vor geschriben stet, ane alle geverde und argelist. Des zu orkunde so hat unser igelicher sin eigen ingesigel bi der obgenanten hern Ruprechts des eltern phalzgrave bi Ryne und herzog in Beyern und hern Friderichs burggrafen zu Nurenberg ingesigeln an diesen brief gehangen, datum Nůrenburg feria secunda post diem sancti Michaelis archangeli anno domini millesimo 300 octuagesimo tercio.

Sprache des Originaltextes

deutsch

Nachweise

Aussteller

Pfalz, Kurfürsten, Ruprecht I., der Rote · Nürnberg, Burggrafen, Friedrich V.

Empfänger

Mainz, Erzbischöfe, Adolf I. von Nassau · Hessen, Landgrafen, Hermann II.

Siegler

Pfalz, Kurfürsten, Ruprecht I., der Rote · Nürnberg, Burggrafen, Friedrich V. · Mainz, Erzbischöfe, Adolf I. von Nassau · Hessen, Landgrafen, Hermann II.

Weitere Personen

Waldeck, Grafen, Heinrich VI.

Weitere Orte

Nürnberg · Pfalz, Kurfürsten · Mainz, Erzbischöfe

Sachbegriffe

Auseinandersetzungen, mit Mainz · Burggrafen · Erzbischöfe · Grafen

Textgrundlage

Stückangaben, Regest

Reg. Pfalzgrafen 1

Original

RTA 1

Zitierweise
Landgrafen-Regesten online Nr. 2754 <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/2754> (Stand: 9.6.2017)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde