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Hessische Biografie

Portrait

Konrad Ernst Otto Zuse
(1910–1995)

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Zuse, Konrad Ernst Otto [ID = 3357]

* 22.6.1910 Berlin, † 18.12.1995 Hünfeld
Dr. h.c. – Erfinder, Unternehmer
Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Andere Namen

Pseudonym(e):

See, Kuno

Wirken

Werdegang:

  • Humanistisches Gymnasium Hosianum in Braunsberg
  • 1924 Umzug der Familie nach Hoyerswerda, dort Besuch des Reform-Realgymnasiums (heute Lessing-Gymnasium), Abitur 1928
  • 1928 Studium des Maschinenbaus, dann der Architektur und schließlich des Bauingenieurwesens an der Polytechnischen Hochschule Berlin-Charlottenburg (heute Technische Universität Berlin)
  • 1934 noch als Student Beginn der Entwicklung programmgesteuerter Rechenmaschinen
  • 1935 Abschluss des Ingenieurstudiums mit Diplom
  • 1935 Statiker bei den Henschel-Flugzeugwerken in Schönefeld bei Berlin.
  • 1936 Arbeit am Bau eines programmierbaren Rechners
  • 1938 Fertigstellung des elektrisch angetriebenen, vollmechanischen Ziffernrechners Z1 mit begrenzten Programmiermöglichkeiten, der die Befehle von Lochstreifen ablas.
  • Im zweiten Weltkrieg (1939-1945) zweimalige Einberufung, als „unabkömmlich“ jedoch weiterhin bei den Henschel-Werken beschäftigt. Hier Entwicklung der Apparate S1 und S2 (Spezialrechner für aerodynamische Profile)
  • 1940 Bau der Z2 als ersten voll funktionsfähigen elektromechanischen Rechner der Welt
  • Gründung einer eigenen Firma „Zuse Apparatebau“ zur Herstellung von programmierbaren Rechnern in Berlin
  • 1941 Bau der Z3 als ein vollautomatischer, in binärer Gleitkommarechnung arbeitender Rechner mit Speicher und einer Zentralrecheneinheit aus Telefonrelais
  • Zwischen 1941 und 1945, spätestens 1945/46 Entwicklung des Plankalkül, der als die erste universelle EDV-Programmiersprache der Welt gilt
  • 1945 zunächst wohnhaft in Oberjoch, wo er den Raumfahrtpionier Wernher von Braun kennenlernte
  • 1946 stellte Zuse mit der geretteten Z4 einen gegenüber der Z3 verbesserten Rechner fertig, den man an der ETH Zürich installierte.
  • 1949 mit den Diplomingenieuren Harro Stocken und Alfred Eckard Gründung der Firma Zuse KG im osthessischen Dorf Neukirchen (Altkreis Hünfeld). Entwicklung weiterer programmgesteuerter elektromechanischer Rechengeräte in Röhren und Transistortechnik, als erstes Unternehmen weltweit Aufnahme der Serienfertigung von Computern
  • 1957 Entwicklung des ersten Computers auf elektronischer Basis und mit Magnetspeicher. Verlagerung der Firma Zuse KG nach Bad Hersfeld
  • 1958 Entwicklung des vollautomatischen Zeichentischs Graphomat Z64, mit dem die CAD-Technologie eingeleitet wurde
  • 1964 Ausstieg aus der Firma als aktiver Teilhaber, 1966 auch als Gesellschafter der Firma, Löschung des Firmennamens Zuse KG und Übergang des Betriebs an die Firma Siemens
  • 1966-1995 nach seiner Pensionierung vielfache Ehrungen sowie weltweite Würdigungen
  • Acht Ehrendoktortitel (etwa Technische Universität Dresden 1981, Bauhaus-Universität Weimar 1991) und zwei Ehrenprofessuren
  • 1985 erstes Ehrenmitglied der Gesellschaft für Informatik
  • 1987 Ehrung mit der hessischen Wilhelm-Leuschner-Medaille
  • 1995 Großer Verdienstorden (Bundesverdienstkreuz) mit Stern und Schulterband
  • 1995 wurde er Ehrenmitglied des Chaos Computer Club und Ehrenbürger der Stadt Hoyerswerda
  • Benennung zweier Medaillen nach Konrad Zuse (von der Gesellschaft für Informatik und vom Zentralverband des Deutschen Baugewerbes für besondere Leistungen in der Informatik)
  • Neben der Entwicklung neuer Ideen zur Informatik
  • intensive Beschäftigung mit der der Malerei, Zeichnung von Ölgemälden, Kreidezeichnungen und Linolschnitte unter dem Pseudonym „Kuno See“

Werke:

  • Rechnender Raum, 1969.
  • 1970 Erstausgabe der Autobiographie „Der Computer - Mein Lebenswerk“, in englischer Übersetzung „Konrad Zuse, The Computer - My Life“, Berlin, 1993).
Familie

Vater:

Zuse, Emil, Postbeamter

Mutter:

Zuse, Maria

Partner:

  • Brandes, Gisela, (⚭ 6.1.1945)

Verwandte:

  • Zuse, Horst Konrad <Sohn>, vier weitere Kinder
Nachweise

Quellen:

  • Nachlass im Deutschen Museum, München
Zitierweise
„Zuse, Konrad Ernst Otto“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/118637436> (Stand: 17.11.2016)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde