Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Hessische Biografie

Portrait

Valentin Senger
(1918–1997)

Symbol: Anzeigemodus umschalten Symbol: Anzeigemodus umschalten Symbol: Druckansicht

GND-Nummer

118613251

Senger, Valentin [ID = 6098]

* 25.12.1918 Frankfurt am Main, † 4.9.1997 Frankfurt am Main, jüdisch
Konstrukteur, Betriebsleiter, Journalist, Schriftsteller
Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Wirken

Werdegang:

  • Lehre als technischer Zeichner, Maschinenbauschule, Konstrukteur, Betriebsleiter
  • dreißig Jahre Arbeit im kommunistischen Widerstand in Frankfurt am Main
  • 1944 gemustert, als Kanonier ausgebildet, desertiert
  • die Familie überlebte in der Frankfurter Innenstadt die Verfolgungen durch die Nationalsozialisten
  • nach dem Zweiten Weltkrieg Eintritt in die KPD, daher 20 Jahre ohne Anerkennung der deutschen Staatsbürgerschaft, 1958 allerdings Austritt aus der KPD und Beitritt in die Jüdische Gemeinde
  • Reporter, Verfasser von Hörspielen, Korrespondent in Österreich und Italien, u.a. für das „Pressebüro“ in Ostberlin
  • Redakteur, später Abteilungsleiter für das Ressort Wirtschaft und Sozialpolitik beim Hessischen Rundfunk
  • 1984 Ruhestand
  • 1990 Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main

Werke:

  • Kaiserhofstraße 12. Darmstadt, Neuwied: Luchterhand, 1978.
  • Kurzer Frühling. Zürich, 1984.
  • Die Buchsweilers. Hamburg u. Zürich, 1991.
  • Der Heimkehrer. München, 1995.
Familie

Vater:

Senger, Jakob, urspr. Moisse Rabisanowitsch, flüchtet 1910 vor der russischen Geheimpolizei nach Deutschland, Dreher in Frankfurt am Main

Mutter:

N.N., Olga, aus der Ukraine

Partner:

  • Dröll, Irmgard, arbeitete bei der Metallbaufirma Fries in Sachsenhausen, wo sie Valentin Senger kennenlernte und eine kleine antifaschistische Zelle bildete, Journalistin, Redakteurin, verheiratet I. Juni 1944 Heinz Kreuter, später geschieden

Verwandte:

  • Senger, Paula <Schwester>
  • Senger, Alex <Bruder>, 1945 im Krieg als deutscher Soldat gefallen
Nachweise

Literatur:

  • Adolf Diamant, Verfilmung des Schicksals eines Frankfurter Juden. In: Aufbau 11. April 1980, S. 10;
  • clau, Abschied von Valentin Senger. Trauerfeier für einen „jüdischen Gerechten“. In: Frankfurter Rundschau vom 12. September 1997;
  • Lothar Müller, Erfindung einer Herkunft. Zum Tod des Schriftstellers Valentin Senger. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 6. September 1997;
  • Im Gespräch: Irmgard Senger und Arno Lustiger über Valentin Senger und sein Buch „Kaiserhofstraße 12“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 29. April 2010, S. 39.

Bildquelle:

Webseite des Frankfurter Autorenthaters (http://www.fat-web.de/?p=3000)

Zitierweise
„Senger, Valentin“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/118613251> (Stand: 4.9.2017)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde