Hessian Biography
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GND-ID
1388742330
Sinning, Peter [ID = 20757]
- * um 1350, † vor 15.7.1428
Jurist, Schreiber, Rat, Kammerschreiber - Biographical Text
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Biogramm bei Demandt, Personenstaat
„Der Sproß einer Alsfelder Schöffenfamilie und weltlichen Standes“1, Schreiber Landgraf Hermanns 1373 Januar 242, 1375 September 203, 1378 Juli 204 und noch 1400 Januar5. Oberster Schreiber zuerst 1403 Mai 206, oberster Schreiber und Rat 1404 Juni 77, Oberschreiber 1411 Dezember 48. Dieses bleibt er auch während der Minderjährigkeit Landgraf Ludwigs I., genannt 1414 August 229, 1417 Juni 1910. 1418 März 5 bezeichnet ihn Landgraf Ludwig I. als seinen Heimlichen11. 1404 Juni 7 erhält Sinning für sich und seinen Sohn Konrad von Landgraf Hermann als Lohn für seine Dienste ein freies Haus in Kassel als Mannlehen. Dabei muß sich Konrad verpflichten, weltlich zu bleiben – ein anderer Sohn Johann war Pfarrer in Melsungen 1405 April 2912, bzw. in Homberg – und wie sein Vater in Kassel wohnen zu bleiben13. 1408 Dezember 13 erhält er von Graf Johann von Ziegenhain ein Viertel des Zehnten zu Wernswig als Lehen14. 1411 Dezember 4 verkaufen Kurt und Adelheid v. Romrod an Peter und Else Sinning, Eheleute, und deren Sohn Konrad und seine Frau Else mit Zustimmung Landgraf Hermanns eine Fruchtrente aus einem Vorwerk bei Bebra für 120 fl.15.1416 April 7 legt der Homberger Schultheiß Dietmar Kleinkauf vor dem Hofmeister Wolf von Wolfershausen und Herrn Peter Sinning Rechnung16, 1416 Juni 8 gehört Sinning der Kommission an, vor der Erwin v. Uffhausen, Amtmann zu Homberg/O. abrechnet17. 1418 März 5 erneuert Landgraf Ludwig das Sinning, seiner Frau Else und ihrem Sohn Konrad erteilte Privileg Landgraf Hermanns von 1404 Juni 7 bezüglich der Befreiung ihres Wohnhauses zu Kassel, eines Hofes vor der Stadt und von vier Hufen zu Kirchditmold und Wehlheiden auch für den Fall, daß sie nicht mehr in Kassel wohnen18. Noch 1425 Juli 1 im Gefolge des Landgrafen in Frankenberg19, ist Sinning zwischen 1427 September 20 und 1428 Juli 15 verstorben20. Er war Schwiegervater des obersten Kellners Heinrich Wissener21, dessen erste Frau Liese Sinnings Tochter gewesen sein muß22. Sie war 1439 August 24 bereits verstorben23, da sie damals nicht mehr unter den Sinningschen Erben genannt wird24 und Wissener 1440 mit einer anderen Frau verheiratet war25.
- Küch, Landgraf Ludwig I. (ZHG 43, 1909) S. 149. – Es ist umso bemerkenswerter, daß Sinning – nachweisbar seit seiner ersten Nennung 1373 Januar 24 (siehe Anm. 2) den Titel „Herr“ führt, der in der übrigen hessischen Überlieferung des 15. Jahrhunderts Rittern, Geistlichen und Akademikern vorbehalten ist. Er dürfte daher studiert haben. ↑
- Küch, Landgraf Hermann II. (ZHG 27, 1892) S. 431 Nr. 23. Er reitet mit dem Marburger Komthur nach Fritzlar, um mit den Sternern zu verhandeln. ↑
- Rechn. I, Marburg (73/4 Bl. 13v.). ↑
- Urkk., Quittungen (er ist in Finanzsachen tätig). Vgl. dazu auch die beiden mit Anm. 16 und 17 belegten Fälle, die seine Funktion in der Kammer deutlich machen. Er dürfte daher nicht nur Vorläufer der Kanzler, sondern auch der Kammerschreiber gewesen sein. ↑
- Rechn. I, Grünberg (58/4 Bl. 14v.. ↑
- Küch, Landgraf Hermann I. (ZHG 29, 1894) S. 180 Nr. 194 und ebd. S. 192 Nr. 268 (zu 1404 Januar 16). ↑
- Urkk., Passivlehen: Sinning. – Rat auch 1415 September 17: Rechn. I, Homberg/E (67/2 Bl. 10v.): ... quomen myn herrin reethe von Cassel gen Hoeberg, benamen der hobemeister, der marschalk, der von Elben und her Peter und eyn wale. – 24 s. vor den walen beczalt in syner herberge. ↑
- Rechn. I, Vacha (111/9 Bl. 1 und 20): als Umschlag verwendete gleichzeitige Kopie einer Urkunde von 1411 Dezember 4. ↑
- Urkk., Kloster Breitenau. ↑
- Stadt A. Frankfurt, Stadtrechnung von 1417 Bl. 70. ↑
- Urkk., Passivlehen: Sinning. ↑
- Lennep, Landsiedelrecht, Codex Probat. Nr. 161. ↑
- Küch, Landgraf Ludwig I. (ZHG 43, 1909) S. 149 Anm. 6. ↑
- Ebd. ↑
- Siehe Anm. 8. ↑
- Rechn. I, Homberg/E. (67/2 Bl. 22v.). ↑
- Rechn. I, Homberg/O. (67/32 Bl. 1). ↑
- Kopiar 4 Nr. 562. ↑
- Rechn. I, Frankenberg (48/1 Bl. 7v.). ↑
- Küch, Landgraf Ludwig I. (ZHG 43, 1909) S. 150 Anm. 1. ↑
- Küch, Landgraf Ludwig I. (ZHG 43, 1909) S. 261 Anm. 1. ↑
- Siehe unter Heinrich Wissener. ↑
- Ebd. ↑
- Damals teilen sich Johann Sinning, Priester [zu Homberg/E.], Gottfried Bischof, Schöffe zu Homberg und seine Frau Else, Kurt Sinning, Bürger zu Marburg, dessen Frau Else und ihr Sohn Konrad sowie Johann Gotze, Bürger zu Treysa und dessen Frau Katharina in die Erbgüter ihrer verstorbenen Mutter Else Sinning zu Rothenditmold und Wernswig (Urkk., Familien: Bischof). ↑
- Siehe Anm. 22. ↑
- Bibliography
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- Wannagat (Hrsg.), Kassel als Stadt der Juristen (Juristinnen), Köln u. a. 1990, S. 495 f.
Demandt, Der Personenstaat der Landgrafschaft Hessen im Mittelalter. Ein „Staatshandbuch“ Hessens vom Ende des 12. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, Teil 2, Marburg 1981, S. 820 f., Nr. 2879
Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 3: Dienerbuch, Marburg 1930, S. 253
Küch, Eine Quelle zur Geschichte des Landgrafen Ludwig I., in: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde 43 (1909), S. 145-277
Küch, Beiträge zur Geschichte des Landgrafen Hermann II. von Hessen, in: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde 29 (1894), S. 1-216
Friedrich Küch, Beiträge zur Geschichte des Landgrafen Hermann II. von Hessen: Vorwort, in: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde 27 (1892), S. 409-439
George Lenneps ... Codex probationum : worinnen zur nöthigen Erläuterung und Bestättigung seiner Abhandlung von der Leyhe zu Landsiedel-Recht viele bißher ungedruckte Lehn- und Leyhebrieffe, Marburg 1768
- Wannagat (Hrsg.), Kassel als Stadt der Juristen (Juristinnen), Köln u. a. 1990, S. 495 f.
