Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
Bitte beachten Sie: LAGIS hat eine neue Adresse: lagis.hessen.de. Für eine Übergangszeit stehen Ihnen ausgewählte Module über die bekannte Oberfläche zur Verfügung. Alle anderen sind über die neue Version des Informationssystems zugänglich. Bestehende Permalinks behalten ihre Gültigkeit und leiten bereits jetzt oder nach Abschluss aller Migrationsarbeiten automatisch auf das neue System um.

Historical Gazetteer

Outline map of Hesse
Ordnance Map
5123 Niederaula
Modern Maps
Kartenangebot der Landesvermessung
Topographical Maps
KDR 100, TK25 1900 ff.
Historical Maps
Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 65. Niederaula
Gerichtsstätten
Linde in Untergeis

Further Information

Untergeis

Ortsteil · 255 m über NN
Gemeinde Neuenstein, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Settlement | Statistics | Constitution | Property | Church and Religion | Culture | Economy | References | Citation
Settlement

Settlement Type:

Dorf

Localization:

6 km nordwestlich von Bad Hersfeld

Geographical Situation:

Geschlossenes Dorf mit einfachem regellosen Grundriss und lockerer Gehöftanordnung am Ostrand des Knüllgebirges südlich der Geis. Kirche mit Lindenrain vor dem Kirchhof in exponierter Lage. Jüngere Siedlungsentwicklung Richtung Südosten und nördlich jenseits der Geis in Richtung Eselsgrund. Dazwischen verläuft die B 324 (Hersfelder Str.) Richtung Hersfeld

Earliest Reference:

1142

Settlement Development:

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Hersfeld West.

Historical Names – Preliminary Note:

Zu den frühen Belegen, die vermutlich nicht auf Untergeis zu beziehen sind vgl. Obergeis

Historical Names:

Naming:

  • villula (1252, 1292)
  • villa (1298)
  • Dorf (1432)

Settlement Sites:

Land Consolidation:

1910

Earliest Local Map:

1783/1784

Coordinates:

Gauß-Krüger: 3543977, 5640280
UTM: 32 U 543885 5638463
WGS84: 50.896164° N, 9.624028° O OpenLayers

Statistics

Location Code:

632014080

Land Usage Statistics:

  • 1885 (Hektar): 389, davon 187 Acker (= 48.07 %), 47 Wiesen (= 12.08 %), 108 Holzungen (= 27.76 %)
  • 1961 (Hektar): 833, davon 549 Wald (= 65.91 %)

Population Statistics:

  • um 1610: 53 Hausgesesse
  • 1628: 53 Hausgesesse
  • 1639: 13 Hausgesesse
  • 1673: 25 Haushaltungen
  • 1747: 45 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1749/50: 38 Häuser und Hofreiten, 10 einzelne Häuser; 2 Mühlen mit 213 Menschen; Gewerbetreibende: 19 Leinweber, die teils auch Ackerbau treiben, 2 Müller, 3 Tagelöhner, 6 Ackerleute, 1 Schneider, 1 Wagner, 1 Schmied, 1 Zimmermann, 2 Schäfer, 1 Schweinehirt (StAM Best. 49 d, Hersfeld Nr. 434)
  • 1885: 331, davon 329 evangelisch (= 99.40 %), 2 katholisch (= 0.60 %)
  • 1961: 413, davon 382 evangelisch (= 92.49 %), 30 katholisch (= 7.26 %)
  • 1970: 428

Charts:

Untergeis: Einwohnerzahlen 1834-1967

Data source: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Constitution

Administrative Area:

  • 1394: Fürstabtei Hersfeld, Amt Geis
  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Obergeis
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Obergeis
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Obergeis
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Obergeis
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Obergeis (zuletzt Landgericht Hersfeld)
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Former Administrative District:

Hersfeld

Court:

  • 1822: Landgericht Hersfeld
  • 1850: Justizamt Hersfeld II
  • 1867: Amtsgericht Hersfeld
  • 1879: Amtsgericht Bad Hersfeld

Lordship:

1292 verzichtet Werner von Reichenbach im Streit mit dem Abt von Hersfeld auf seine Rechte u.a. in Untergeisa und erhält dafür von Abt und Kloster andere Güter. 1367 steht dem Abt die Bede in Geisa zu. 1432 veräußert der Abt von Hersfeld eine jährliche Gülte u.a. in Ober- und Untergeis an die von Wallenstein.

Bis zur Auflösung des Stifts Hersfeld und seinem endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist Untergeis formal in hersfeldischem Besitz und wird als Lehen oder Pfand ausgegeben.

Recent Developments:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden als Ortsteil zur Gemeinde Neuenstein zusammengeschlossen.

Property

Manorial System and Landholding:

  • Kloster Hersfeld
  • 1259 übergeben Propst und Konvent der Nonnen zu Blankenheim ihre Güter in Niedergeis an ihr Hospital. 1298 verkaufen Helmerich von Bombach und seine Frau Alheid ihre Güter im Dorf Ober- und Niedergeis mit allem Zubehör der Kirche in Blankenheim für 65 Mark.
Church and Religion

Local Churches:

  • 1560 wird eine Kirche erwähnt
  • Schlichter Saalbau mit Haubendachreiter 1806 von C.S. Reutel errichtet

Parochial Affiliation:

1560 zu Obergeis, 1747 Vikariat davon, in das Gittersdorf und Biedebach eingepfarrt sind

Conversions:

Da Filial von Obergeis, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Obergeiser Pfarrer Curt Rabe um 1535

Culture

Schools:

1749/50 wird ein Schulmeister genannt

1910 einklassige Volksschule

Language History (Digital Facsimiles):

Economy

Mills:

1749/50 werden zwei Mühlen genannt, die beide über oberschlächtige Wasserräder mit dem Wasser der Geis betrieben werden. Die Mühle Croll, auch Wiegandtsmühle genannt, lag am westlichen Rand von Untergeis und wurde bis 1953 mit zuletzt durch durch zwei oberschlächtige Wasseräder betrieben, die 1958 nicht mehr vorhanden waren. Die Mühle Hehr am nordwestlichen Rand von Untergeis wurde mit einem Mahl- und einem Reinigungsgang sowie als Wollkämmachine bis 1974 betrieben.

Eine weitere Mühle ohne bislang bekannten Namen befand sich unterhalb von Untergeis (Hersfelder Str. 1) und wurde gleichfalls mit dem Wasser der Geis betrieben. Sie wurde um 1900 errichtet und war nur kurze Zeit in Betrieb.

References

Bibliography:

Citation
„Untergeis, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/idrec/sn/ol/id/3289> (Stand: 4.3.2026)