Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Historical Gazetteer

Outline map of Hesse
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4625 Witzenhausen
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Topographical Maps
KDR 100, TK25 1900 ff.
Historical Maps
Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 18. Witzenhausen
Gerichtsstätten
Gerichtsplatz in Oberrieden

Further Information

Oberrieden

Stadtteil · 156 m über NN
Gemeinde Bad Sooden-Allendorf, Werra-Meißner-Kreis 
Settlement | Statistics | Constitution | Property | Church and Religion | Culture | Economy | References | Citation
Settlement

Settlement Type:

Dorf

Localization:

7 km südöstlich von Witzenhausen

Geographical Situation:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriß entlang des nördlich in die Werra mündenden Riedbachs, unmittelbar westlich der heutigen Landesgrenze zum Freistaat Thüringen. Auf breitem Geländevorsprung über der Werra in markanter Lage die Kirche. Westlich über dem Bach 2 parallele Gassen, dazwischen Reste eines ummauerten Lindenplatzes mit Steintisch. Die heutige Hauptachse (Hilgershäuser Straße) führt im Zuge der in S-N Richtung verlaufenden L 3240 nordöstlich der Ortslage auf die B 27.

Bahnhof der Eisenbahnlinie Bebra – Friedland ("Bebra-Friedländer-Bahn"; "Werratalbahn III") (Inbetriebnahme der Strecke 15.5.1876).

Historical Names – Preliminary Note:

Der Beleg zu um 1150 aus der fuldischen Überlieferung ist vermutlich auf einen wüsten Ort beim Riederhof östlich von Kaltensundheim, nordwestlich von Meiningen, zu beziehen (Codex Eberhardi 3 (Index), S. 321)

Historical Names:

Naming:

  • predium (um 1150)
  • villa (1299)
  • Dorf (1347, 1466)

Land Consolidation:

1955/63

Earliest Local Map:

1722

Coordinates:

Gauß-Krüger: 3564633, 5686384
UTM: 32 U 564534 5684549
WGS84: 51.308588° N, 9.925843° O OpenLayers

Statistics

Location Code:

636001080

Land Usage Statistics:

  • 1961 (Hektar): 530, davon 104 Wald (= 19.62 %)

Population Statistics:

  • 1466: 19 Hausgesesse
  • 1543: 31 Hausgesesse
  • 1575/85: 42 Hausgesesse
  • 1681: 48
  • 1747: 71 Mannschaften mit 72 Feuerstellen [Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105]
  • 1750 (Gewerbetreibende): 2 Müller, 1 Wagner, 2 Faßbinder, 4 Schneider, 2 Hufschmiede, 1 Nagelschmied, 1 Korbmacher, 31 Leinweber, die auch Landwirtschaft betreiben, 10 Leinweber, so sommerzeits tagelöhnen, 1 Musikant und Leinweber, 3 Wirte, 3 einzelne Weibspersonen
  • 1961: 673, davon 596 evangelisch (= 88.56 %), 74 katholisch (= 11.00 %)
  • 1970: 652 Einwohner

Charts:

Oberrieden: Einwohnerzahlen 1834-1967

Data source: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Constitution

Administrative Area:

  • 1466: Landgrafschaft Hessen, Amt Ludwigstein
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Ludwigstein
  • 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Ludwigstein
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Ludwigstein
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Witzenhausen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Ludwigstein
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Former Administrative District:

Witzenhausen

Court:

  • 1747: Niederes und peinliches Gericht Hessen
  • 1807: Friedensgericht Witzenhausen
  • 1821-1834: Fürstlich Rotenburgisches Oberschultheißenamt Witzenhausen mit Justizamt Ludwigstein
  • 1834: Justizamt Witzenhausen I
  • 1837: Justizamt Witzenhausen
  • 1867: Amtsgericht Witzenhausen
  • 1879: Amtsgericht Witzenhausen
  • Gerichtsplatz von niedriger Sandsteinquadermauer im Dreiviertel-Rund umzogen, daran steinerner Tisch

Lordship:

1347 und 1588: landgräfliches Dorf. Um 1376 hat Brun an dem Berge als landgräfiches Burglehen u.a. einen Hof in Oberrieden.

1369: Landgraf Heinrich belehnt Wilhelm von Dörnberg mit Burglehen aus Oberrieden.

1370: Den von Netra wird durch Landgraf Heinrich das Dorf Oberrieden versetzt.

1374: Landgraf Heinrich verschreibt den von Dörnberg 60 Mk aus dem Dorf Oberrieden.

Kurz nach 1376: Brun von dem Berge hat von Hessen Gefalle und Fischereinutzung zu Oberrieden als Burglehen.

1379: Landgraf Hermann verpfändet dem Lupold von Hanstein für 100 Mk das Dorf Oberrieden.

1409: Kloster Germerode verkauft dem Martin von Hanstein das Vorwerk zu Oberrieden.

1428: Die Gebrüder von dem Berge erhalten von Landgraf Ludwig Einkünfte und Besitz zu Oberrieden als Burglehen.

1438: Landgraf Ludwig belehnt Hans von Stockhausen mit Vorwerk zu Oberrieden.

1447: Die von Dörnberg werden durch Hessen mit Gütern zu Oberrieden belehnt.

1575/85: Allerlei Höfe, Zinsen und Güter als hessisches Lehen der von dem Berge.

Recent Developments:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform der Stadt Bad Sooden-Allendorf als Stadtteil eingegliedert.

Property

Manorial System and Landholding:

  • Um 1150: Kloster Fulda erhält von Graf Giso von Bilstein ein Gut zu Rieden (vgl. jedoch hierzu die Vorbemerkung zu den Namensformen).
  • 1299: Heinrich von Ziegenberg läßt dem Erzbischof von Mainz Äcker zu Oberrieden als Entschädigung auf.
  • 1327: Oberrieden ist zum Schloss Rusteberg leistungspflichtig.
  • 1347: Berthold von Dörnberg und Heinrich von Worbis wollen das ihnen versetzte Dorf Oberrieden wieder freigeben.

Local Nobility:

1252-1429

Church and Religion

Local Churches:

  • 1271: plebanus
  • 1786-90: klassizistische Kirche an der Stelle eines gotischen Vorgängerbaus errichtet, 1862 restauriert

Guardianships:

  • Georg (Georgius)

Parochial Affiliation:

1519: Pfarrer wohnt in Allendorf.

1539 - 48: von Allendorf versehen

1550 - 62: Pfarrer von Oberrieden versieht Wendershausen mit.

1562 - 75: Pfarrer wohnt in Allendorf; zum Kirchspiel Oberrieden gehören Wendershausen#636016140 und Ludwigstein.

Ab 1576: Pfarrer in Oberrieden mit Wendershausen

1654: mit der Versehung von Ellershausen beauftragt

1747, 1872 und 1994: Oberrieden mit Filiale Wendershausen (1872 auch Flachsbachsmühle)

Patronage:

1374: Landgraf Hermann überträgt dem Sohn Eckhardts von Rieden das beneficium ecclesiasticum zu Oberrieden.

1438: Landgraf Ludwig belehnt Hans von Stockhausen mit dem Kirchlehen zu Oberrieden, wie es dessen Schwiegervater Joh. von Rieden innehatte.

1447: von Dörnberg mit dem Kirchlehen belehnt und folgend bis 1929: Patronat im Wechsel von Dörnberg mit der Kirchenregierung

Conversions:

Erster evangelischer Pfarrer: Paul Töpfer 1537, auf Anordnung Landgraf Philipps Pfarrer der Dorfschaft Rieden

Intermediate Church Authorities:

Archpresbytariat vielleicht Witzenhausen

Archdiakonat Heiligenstadt

1585: Sup. Rotenburg-Allendorf

1780 und 1782: Klasse Witzenhausen

1923: Kirchenkreis Witzenhausen

Jews:

Flurname: "Judenkammer"

Culture

Schools:

1910 einklassige Volksschule

Language History (Digital Facsimiles):

Economy

Mills:

1750 existieren zwei Mühlen mit oberschlächtigem Wasserrad, die beide vom Riedbach angetrieben werden: die Obermühle am Südrand und die Untermühle im östlichen Teil von Oberrieden. In der Obermühle wird das Rad 1936 gegen eine Turbine getauscht, die Untermühle wird seit 1970 nicht mehr betrieben.

Toll:

1575/85: 3 Gulden Landzoll

References

Sources:

  • Cal. Or.100 Mariengarten Nr. 27. Staatsarchiv Hannover
  • Kopiar Mariengarten Nr. 283, 287. LBH

Bibliography:

Citation
„Oberrieden, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/idrec/sn/ol/id/6621> (Stand: 27.3.2026)