Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Jüdische Wohlfahrtspflege 1932/33

Friedberg in Hessen, Israelitische Religionsgemeinde

Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Liberales Provinzialrabbinat

Einwohner: 13000 (11500). Juden: 400 [= 3.08 %]. Zensiten: ca. 100.

Adresse s. 1. Vorsitzender. Fernsprecher 4685. Postscheck Frankfurt am Main 67879. Bankkonto Mathildenstift und Oberhessische Bank A. G. – Vorstand 4 Mitglieder. 1. Vorsitzender Ferd. Krämer, Kaiserstraße. Fernsprecher 4369. 2. Vorsitzender Siegfr. Rothschild, Ludwigstraße. Fernsprecher 4663. Schriftführer Dr. Oppenheimer, Ludwigstraße. Fernsprecher 4247 – Lehrer und Kantor Alfred Seelig, Ludwigstr. 6 – Ausschüsse: Kultusausschuss Vorsitzender Dr. S. Rosenthal. Bauausschuss Vorsitzender S. Rothschild. Finanzausschuss Vorsitzender S. Kraemer – Steuer: 14,5 % Reichseinkommenssteuer. Gemeindeetat 1930: ca. 14000.

Angeschlossen: Oberroßbach 11 Juden.

Synagoge Judengasse 4 – Friedhof – Mikwah – Schechitah

Wohlfahrtspflege
  • Örtliche Zentrale für jüdische Wohlfahrtspflege. Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Wohltätigkeitsvereine. Zusammengeschlossen: Armenverein, Hilfsverein, Holzverein, Gegenseitigkeitsverein, Studentenhilfsfonds, Unterstützungsfonds. Gegründet 1920. Adresse: Vorsitzender Siegfried Rothschild, Ludwigstraße. Geschäftsführer L. Seelig. Bankkonto Sparkasse Mathildenstift. Postscheck 9085 Frankfurt am Main. Zweck und Arbeitsgebiete: Zusammenschluß der örtlichen Wohlfahrtsvereine. Allgemeine Wohlfahrtspflege. Mitglieder 120.
  • 1. Frauen Kippe Gemiluth Chesed. Gegründet 1830. Adresse: Vorsitzender Hedwig Seelig, Ludwigstraße. Zweck und Arbeitsgebiete: Unterstützung Hilfsbedürftiger, Bestattung. Mitglieder 18.
  • 2. Gegenseitigkeitsverein, Chewroh Kadischoh. Gegründet 1902. Adresse: Vorsitzender Siegfried Rothschild, Ludwigstraße. Zweck und Arbeitsgebiete: Uebernahme von Beerdigungskosten für die Mitglieder, Gewährung kleinerer Darlehen an Unbemittelte. Mitglieder 110.
  • 3. Hilfsverein. Adresse: Vorsitzender Julius Kann. Zweck und Arbeitsgebiete: Gewährung zinsloser Darlehen gegen Stellung von Bürgen. Mitglieder 50.
  • 4. Israelitischer Armenverein. Adresse: Vorsitzender Michael Scheuer. Bankkonto Deutsche Vereinsbank. Zweck und Arbeitsgebiete: Wanderfürsorge. Mitglieder 70.
  • 5. Israelitischer Frauenwohltätigkeitsverein EV. Gegründet 1887. Adresse: Vorsitzende Jenny Kraemer, Wilhelmstr. 29. Bankkonto Oberhessische Bank. Zweck und Arbeitsgebiete: Krankenfürsorge, Wöchnerinnenfürsorge, Brautausstattung. Mitglieder 100.
  • 6. Israelitischer Holzverein EV. Gegründet 1775. Adresse: Vorsitzender Lehrer H. Ehrmann. Zweck und Arbeitsgebiete: Verteilung von Brennmaterial. Mitglieder 46.
  • 7. Männer Kippe Gemiluth Chessed. Gegründet 1680. Adresse: Vorsitzender Max Sonn, Bismarckstraße. Zweck und Arbeitsgebiete: Unterstützung, Bestattung.
  • 8. Studenten-Unterstützungsverein. Gegründet 1920. Adresse: Vorsitzender Dr. med. Oppenheimer. Zweck und Arbeitsgebiete: Unterstützung hilfsbedürftiger Studenten.
Speiseeinrichtungen
  • Mensa Akademica Judaica, Kaiserstraße.
Unterricht
  • Religionsunterricht 41 Kinder
Sonstige Vereine
  • Heatid. Vorsitzender Abr. Grünebaum, Kaiserstraße.
  • Central-Verein. Vorsitzender Rechtsanwalt Dr. Krämer.
Druckausgabe

Führer durch die jüdische Gemeindeverwaltung und Wohlfahrtspflege in Deutschland 1932-33. Herausgegeben von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, S. 390-391.

Recommended Citation
„„Friedberg in Hessen, Israelitische Religionsgemeinde“, in: Jüdische Wohlfahrtspflege 1932/33 <https://www.lagis-hessen.de/en/purl/resolve/subject/jgv/id/279> (aufgerufen am 16.06.2019).
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde