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Hesse in the 19th and 20th Centuries
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- 28. September 1946: Vollradser Entwurf als verfassungspolitisches Kompromisspapier
Als die Verfassungsberatungen in der Verfassungberatenden Landesversammlung wegen der grundsätzlichen politischen Meinungsverschiedenheiten zwischen SPD und CDU zu scheitern drohen, legen die CDU-Abgeordneten Erwin Stein (1903–1992) und Karl Kanka (1904–1974) mit dem sogenannten Vollradser Entwurf „ein auf 118 Artikel gestutztes ‚Organisationsstatut‘ [vor], auf dessen Basis man sich mit ... »Details - 30. September 1946: Abschluss des Verfassungsentwurfs
Durch „einen echten und später vielfach als vorbildlich empfundenen Kompromiss zwischen den Vorstellungen vor allem von SPD und CDU“0=Kroll, Geschichte Hessens, 2. Aufl., München 2010, S. 89. wird in der Verfassungberatenden Landesversammlung der Abschluss des Entwurfs zur Hessischen Verfassung möglich. Innerhalb von nur vier Stunden handeln drei Vertreter der SPD – Ludwig Bergsträsser ... »Details - 2. Oktober 1946: Verfassungberatende Landesversammlung beschließt Verfassungsentwurf
Nachdem SPD und CDU einen Kompromiss geschlossen haben, stimmt die Verfassungberatende Landesversammlung mit 69 Ja-Stimmen bei elf Enthaltungen in Zweiter Lesung für den vorgelegten Verfassungsentwurf.(OV) ... »Details - 14. Oktober 1946: Wahlgesetz für den Landtag des Landes Hessen
Die von der US-amerikanischen Militärregierung am 12.Oktober 1945 eingesetzte Interrimsregierung unter Ministerpräsident Karl Geiler (1878–1953) beschließt ein Wahlgesetz für den Landtag des Landes Hessen. ... »Details - 15. Oktober 1946: Verabschiedung des Gesetzes zur Beschaffung von Siedlungsland
In Hessen wird das Gesetz zur Beschaffung von Siedlungsland und zur Bodenreform verabschiedet. Dadurch können 1947 etwa 44.000 Familien Land für Gärten oder Kleinsiedlungen erhalten.(OV) ... »Details - 16. Oktober-November 1946: Landesausstellung „Hessische Wirtschaft“ in Wiesbaden
In Wiesbaden wird die Landesausstellung „Hessische Wirtschaft“ gezeigt. An ihr beteiligen sich Vertreter aus allen vier Besatzungszonen. Zur Ausstellungseröffnung erscheinen unter anderem als Vertreter der US-Militärregierung Oberst James R. Newman (1902–1964), Chef der Landesmilitärregierung für Hessen (OMGH), General William Draper, Leiter der Wirtschaftsabteilung, als Vertreter der ... »Details - 17. Oktober 1946: Beginn der Trümmerräum-Aktion in Frankfurt
Oberbürgermeister Walter Kolb (1902–1956; SPD) und Frankfurter Stadtverordnete geben auf dem Römerberg in Frankfurt am Main den Startschuss zur Bürgeraktion Trümmerbeseitigung. Vorausgegangen war ein Aufruf, der die Frankfurter am 9. Oktober 1946 zum freiwilligen Bürgereinsatz („Aktion Bürgereinsatz“) aufforderte. Die im Herbst 1945 gegründete Trümmerverwertungsgesellschaft hatte bis ... »Details - 20. Oktober 1946: Zahl der in Hessen nach dem Befreiungsgesetz erfassten Personen
Nach einer Meldung der Presseagentur AFP teilt der hessische Minister ohne Geschäftsbereich, Gottlob Binder (1885–1961; SPD), mit, dass im Zuge der Entnazifizierung in Groß-Hessen bisher 745.000 Personen nach dem sogenannten Befreiungsgesetz erfasst worden sind. (OV) ... »Details - 21. Oktober 1946: Start des Schulfunks im Programm von Radio Frankfurt
Der in Frankfurt am Main ansässige Radiosender Radio Frankfurt (direkter Vorläufer des Hessischen Rundfunks, dessen Aufbau 1948 gesetzlich verankert wird) beginnt mit der Ausstrahlung von Schulfunksendungen als regelmäßigem Programmbestandteil. Zu Beginn wird zunächst nur an vier Wochentagen ein Sendebeitrag des Schulfunkprogramms ausgestrahlt, der an jedem Sendetag zweimal zu hören ist, ... »Details - 26. Oktober 1946: Die Deutsche Allgemeine Nachrichtenagentur geht in deutsche Hände über
Die Deutsche Allgemeine Nachrichtenagentur (DANA) wird in Bad Nauheim „mit neuer Lizenz als genossenschaftliches Unternehmen“ in deutsche Hände übergeben. Generaldirektor und Chefredakteur wird Wilhelm Necker. Die Gründung der DANA durch die amerikanische Militärregierung diente (ursprünglich) dem Zweck, die neulizensierten deutschen Zeitungen mit Nachrichten zu versorgen, nachdem sie ... »Details - 29. Oktober 1946: Verabschiedung der neuen hessischen Verfassung
In seinem Schreiben an den Präsidenten der Verfassungberatenden Landesversammlung, Otto Witte (1884–1963; SPD), führt US-General Lucius D. Clay (1898–1978) die Genehmigung der Hessischen Verfassung mit den Worten aus: ... »Details - 29. Oktober 1946: Verschärfung des privaten Grenzverkehrs
Durch die Kontrollratsdirektive Nr. 43 regeln die Alliierten den Reiseverkehr zwischen den einzelnen Besatzungszonen. Durch die Direktive Nr. 49 vom 23. April 1947 wird diese Verordnung nochmals präzisiert.(MW) ... »Details - 17. November 1946: Gründungskongress der „Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes“ in Frankfurt
Die „Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes“ begeht ihren Gründungskongress in der Westendsynagoge in Frankfurt am Main. Zu den ersten Vorstandsmitgliedern zählt auch der Publizist Eugen Kogon (1903–1987), der während der NS-Herrschaft aus politischen Gründen im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert war.(OV) ... »Details - Dezember 1946: SPD macht Christian Stock zum Kandidaten für das Ministerpräsidentenamt
Nach dem Sieg bei den Landtagswahlen vom 1. Dezember 1946 bestimmt die hessische SPD Christian Stock (1884–1967), einen im Kaiserreich politisch groß gewordenen alten Haudegen der Arbeiterbewegung, der bereits 1919/20 Mitglied der Weimarer Nationalversammlung gewesen war,0=Mühlhausen, Demokratischer Neubeginn, S. 40 f. zu ihrem Kandidaten für das Amt des hessischen Ministerpräsidenten. ... »Details - 1. Dezember 1946: Volksabstimmung bestätigt Verfassung mit großer Mehrheit
In Hessen findet die von der amerikanischen Militärregierung geforderte Abstimmung über den am 29. Oktober 1946 beschlossenen Verfassungsentwurf statt. Dabei stimmen 1.156.710 Wähler mit Ja (76,75 % der gültigen Stimmen) und 350.358 (23,25 %) mit Nein. 216.148 Stimmen sind ungültig. Über den Artikel 41 der Verfassung, der die Verstaatlichung der Großbetriebe betrifft, wird gesondert ... »Details - 1. Dezember 1946: Wahlen zum Hessischen Landtag
Bei den ersten freien und demokratischen Landtagswahlen in (Groß-)Hessen nach dem Zweiten Weltkrieg erreichen die Parteien bei einer Wahlbeteiligung von 73,2 %0=Vgl. Informationen des Hessischen Statistischen Landesamtes. folgendes Ergebnis:SPD 687.531 Stimmen (42,7 %), 38 MandateCDU 498.158 Stimmen (30,9 %), 28 MandateLDP 252.207 Stimmen (15,7 %), 14 MandateKPD 171.592 Stimmen (10,7 %), 10 ... »Details - 1. Dezember 1946: Überwachung der Grenze der SBZ durch die Deutsche Grenzpolizei beginnt
Am 1. Dezember wird mit der Aufstellung der Deutschen Grenzpolizei begonnen. Auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) sind somit an allen Grenzverläufen der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) Truppen stationiert, die die Grenzübergänge bewachen und versuchen, die im Osten Deutschlands lebende Bevölkerung von einem Verlassen der Zone abzuhalten.(MW) ... »Details - 4. Dezember 1946: Umbenennung des Landes in „Hessen“
Nach der Volksabstimmung über die von der verfassungsberatenden Landesversammlung in Wiesbaden am 29. Oktober 1946 beschlossenen Hessischen Verfassung und der Wahl des ersten Hessischen Landtags am 1. Dezember 1946 erfolgt die Umbenennung des vormaligen „Groß-Hessen“ in „[Land] Hessen“. Die Bezeichnung „Groß-Hessen“ war nach dem am 19. September 1945 durch die amerikanische ... »Details - 8. Dezember 1946: Frankreich lehnt Zusammenschluss der Besatzungszone mit der Bizone ab
In einem Interview mit der Presseagentur United Press lehnt der Oberkommandierende der französischen Truppen in Deutschland, General Marie-Pierre Koenig (1898–1970), den Zusammenschluss der französischen Besatzungszone mit der am 1. Januar 1947 entstehenden amerikanisch-britischen Bizone ab: ... »Details - 19. Dezember 1946: Konstituierung des 1. Hessischen Landtags in Wiesbaden
In Wiesbaden tritt der erste frei gewählte Hessische Landtag zusammen. Zum Landtagspräsidenten wählt er Otto Witte (1884–1963; SPD), zuvor bereits Präsident der Verfassungberatenden Landesversammlung. Vizepräsidenten werden Dr. Cuno Raabe (1888–1971; CDU) und Otto Kredel (1891–1974; LDP). Entsprechend dem Ergebnis der Landtagswahl vom 1. Dezember 1946 stellt die SPD 38 Abgeordnete, die ... »Details - 20. Dezember 1946: Wahl von Christian Stock zum Ministerpräsidenten
Der Hessische Landtag wählt Christian Stock (1884–1967; SPD) mit 58 gegen 29 Stimmen zum Hessischen Ministerpräsidenten. Seine Wahl ist von der breiten parlamentarischen Mehrheit einer Großen Koalition aus SPD (38 Sitze) und CDU (28 Sitze) getragen; wenngleich einige Abgeordnete derselben Stock die Stimme verweigern. ... »Details - 1. Januar 1947: Bildung der Bizone
Aus der amerikanischen und britischen Besatzungszone in Deutschland wird die sogenannte Bizone gebildet. Ziel ist die Schaffung eines Vereinigten Wirtschaftsgebiets. Die französische Militärregierung war auf das Angebot der Amerikaner, eine solche „gemeinsame wirtschaftliche Verwaltung ohne politische Qualität“0=Mühlhausen, S. 64. zu errichten, ebenso wenig eingegangen wie die sowjetische. ... »Details - 3. Januar 1947: Erhöhung der Löhne im Kohlebergbau
Die Löhne im hessischen Kohlebergbau werden um 20 % erhöht.(OV) ... »Details - 6. Januar 1947: Ministerpräsidenten Karl Geiler scheidet aus dem Amt
Am Tag der ersten Regierungserklärung seines Amtsnachfolgers Christian Stock (1884–1967; SPD) und am Vortag der Bestätigung und Vereidigung der neuen Landesregierung hält der von der US-Militärregierung ernannte Ministerpräsident Karl Geiler (1878–1953) seine Abschiedsrede vor dem Hessischen Landtag. Als zentrales Handlungsmotiv seiner Regierung benennt er darin die Sorge um die ... »Details - 6. Januar 1947: Erste Regierungserklärung von Ministerpräsident Stock und Vorstellung des Kabinetts
Der erste frei gewählte Ministerpräsident Hessens, Christian Stock (1884–1967; SPD), gibt seine erste Regierungserklärung vor dem Hessischen Landtag ab. Als Schwerpunkte der künftigen Regierungsarbeit hebt er hervor: die Bewältigung der aktuellen Not, die Verwirklichung der Verfassung, insbesondere von Sozialisierung und Mitbestimmung, und die Überwindung der Erblast des ... »Details - 7. Januar 1947: Bestätigung und Vereidigung der Regierung Christian Stock
Der Hessische Landtag bestätigt die Regierung des ersten frei gewählten Ministerpräsidenten Christian Stock (1884–1967; SPD) und wird Zeuge ihrer Vereidigung. Stocks Vorgänger, der von der US-Militärregierung ernannte Ministerpräsident Karl Geiler (1878–1953), wohnt der Zeremonie nicht bei, sondern lässt sich, nachdem er am Vortag seine Abschiedsrede vor dem Hessischen Landtag gehalten ... »Details - 11. Januar 1947: Arbeitsausschuss zur Betreuung der Verfolgten des NS-Regimes
In Wiesbaden wird ein Arbeitsausschuss zur Koordinierung der in Hessen gebildeten Betreuungsstellen für die Verfolgten des NS-Regimes gebildet. Er vertritt rund 7.500 zwischen 1933 und 1945 aus politischen, religiösen oder rassischen Gründen verfolgte Personen. So hilft er ihnen bei der Versorgung mit Wohnraum, Lebensmitteln und Bekleidung sowie der Durchsetzung von Ansprüchen auf staatliche ... »Details - 19. Januar 1947: Wahl des ersten jüdischen Gemeinderats in Frankfurt
In Frankfurt am Main wird der erste jüdische Gemeinderat gewählt. Die Jüdische Gemeinde in Frankfurt wurde nur wenige Wochen nach der Befreiung der Stadt durch die US-Armee (29. März 1945) im Juli 1945 von dem aus Theresienstadt zurückgekehrte Rabbiner Leopold Neuhaus (1879–1954) wiederaufgebaut. Ihre erste Nachkriegssatzung gibt sich die Gemeinde am 1. Februar 1948; 1949 nimmt sie den ... »Details - 20. Februar 1947: Freigabe des Bad Homburger Stadtwalds zum Holzeinschlag
Wegen des strengen Winters gibt die Stadt Bad Homburg für ihre Bürger den Stadtwald zum Holzeinschlag frei. Diese Maßnahme ist nur ein lokales Beispiel für die überall in Hessen und ganz Deutschland aufgrund der kritischen Versorgungslage im kalten Winter 1947 freigegebenen Abholzung: Heizmaterial wird zur Mangelware, vielerorts sind die oft aus der Vorkriegs- und Kriegszeit stammenden ... »Details - 10. März 1947: Erste deutsch-amerikanische Besatzungsheirat
In Frankfurt am Main wird die erste Heirat zwischen einem US-Soldaten und einer Deutschen von der US-Militärregierung genehmigt, und zwar für die 21-jährige Erika Schaefer aus Frankfurt am Main und den 27-jährigen Zivilangestellten der Militärregierung Peter Rupeka aus Hemstead/New York. Sie hatten sich im Frankfurter Zoo kennen gelernt. Die Trauung wird am 27. März stattfinden.Zehn weitere ... »Details - 21. März 1947: Urteile im Euthanasie-Prozess in Frankfurt
Das Landgericht Frankfurt am Main spricht die Urteile im dritten „Euthanasie“-Prozess gegen 26 Ärzte und Mitarbeiter der „Tötungsanstalt“ Hadamar. Gegen den früheren Anstaltsdirektor Dr. Adolf Wahlmann (1876–1956) und den ehemaligen leitenden Arzt Dr. Hans Bodo Gorgaß (1909–1993) ergeht wegen Mordes in 900 bzw. 1.000 Fällen die Todesstrafe. Neun weitere Angeklagte – darunter ... »Details - 28. März 1947: Allgemeine Schulpflicht in Hessen auf neun Jahre verlängert
Die allgemeine Schulpflicht wird durch Gesetz auf neun Jahre verlängert.(OV) ... »Details - April 1947: Zusatzmahlzeit für Kinder und Jugendliche aus US-Armeebeständen
Angesichts der katastrophalen Versorgungslage werden im Rahmen des „Hoover-Plans“ aus amerikanischen Armeebeständen Nahrungsmittel ausgegeben, sodass in Hessen täglich 300.000 Kinder und Jugendliche in der Schule eine Zusatzmahlzeit im Wert von 350 Kalorien erhalten können.Dennoch bleibt die Situation so angespannt, dass US-Oberst James R. Newman (1902–1964) das deutsche Volk noch im Mai ... »Details - 17. April 1947: Katastrophale Versorgungslage in Hessen
Ministerpräsident Christian Stock (1884–1967) berichtet auf einer Pressekonferenz über die katastrophale Versorgungslage. Die Lebensmittelvorräte hielten lediglich noch für zwei Wochen vor. Der Flüchtlingsstrom aus Ostmitteleuropa verschärft die Engpässe zusätzlich. So liegt die Nahrungsration in Darmstadt pro Person und Woche bei 500 Gramm Brot, 150 Gramm Fleisch und 50 Gramm Butter – ... »Details - 23. April 1947: Weitere Präzisierung zum Verkehr zwischen den Besatzungszonen
Durch die Direktive Nr. 49 wird der private Reiseverkehr zwischen den westlichen Besatzungszonen und der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) weiter eingegrenzt. Reisende müssen nun sogenannte Interzonenpässe bei der jeweiligen Besatzungsbehörde beantragen, um zwischen den einzelnen Zonen zu reisen, Geschäfte abzuwickeln oder Familienmitglieder besuchen zu können. Diese Pässe sind für 30 Tage ... »Details - 9. Mai 1947: Frankfurt wird Hauptstadt der amerikanisch-britschen Bizone
Der Oberbürgermeister von Frankfurt am Main, Walter Kolb (1902–1956; SPD), gibt bekannt, dass die Stadt nach einem ihm zugestellten Beschluss der Militärregierung Hauptstadt der amerikanisch-britischen Bizone wird.(OV) ... »Details - 16. Mai 1947: Einstellung der Schulgelderhebung in Hessen
Unter Bezug auf Artikel 59 der Hessischen Verfassung – „in allen öffentlichen Grund-, Mittel-, höheren und Hochschulen ist der Unterricht unentgeltlich. Unentgeltlich sind auch die Lernmittel mit Ausnahme der an den Hochschulen gebrauchten“ – verfügt Kultusminister Erwin Stein (1903–1992; CDU) die Einstellung der Schul- und Unterrichtsgelderhebung. Obwohl der am 18. September ... »Details - 16. Mai 1947: Rundfunkrede von James R. Newman zur Versorgungs- und Sicherheitslage in Hessen
Der Leiter der amerikanischen Militärregierung in Hessen, Oberst James R. Newman (1902–1964), verkündet in einer Rundfunkrede, dass das hessische Volk aufgrund der katastrophalen Versorgungslage den Gürtel enger schnallen müsse. Die Militärregierung werde „Streiks und andere[n] Umtriebe[n]“0=Zitiert nach Eckhart G. Franz (Hrsg.), Die Chronik Hessens, Dortmund 1991, S. 412. einen Riegel ... »Details - 19. Juni 1947: Hessischer Landtag bestimmt Mitglieder für den Wirtschaftsrat der Bizone
Der Hessische Landtag bestimmt fünf Deputierte, die Hessen im Wirtschaftsrat vertreten sollen. Seitens der SPD sind dies der Vorsitzende des hessischen Gewerkschaftsbundes Willi Richter (1894–1972) und Justizminister Georg August Zinn (1901–1976), seitens der CDU der Frankfurter Parteivorsitzende Peter Horn (1891–1967) sowie der Vorsitzende der Landtagsfraktion und stellvertretende ... »Details - Sommer 1947: Vorschlag der IHK Darmstadt zu einer deutschen Währungsreform
Die Industrie- und Handelskammer in Darmstadt veröffentlicht einen Vorschlag zur Durchführung einer deutschen Währungsreform. Der verantwortlich vom amtierenden Präsidenten der Handelskammer Wilhelm Köhler (1897–1962) erdachte und ausformulierte Plan gliedert sich in drei Stufen und beinhaltet drei Gesetzesentwürfe (zur Beschränkung des überschüssigen Notenumlaufs, über die Erhebung ... »Details - 25. Juni 1947: Konstituierung des Wirtschaftsrats der Bizone in Frankfurt
Der am 1. Januar geschaffene Wirtschaftsrat der Bizone konstituiert sich im Großen Börsensaal in Frankfurt und wählt den hessischen Politiker Erich Köhler (1892–1958; CDU) zu seinem Präsidenten. In seiner Begrüßungsrede lobt Ministerpräsident Christian Stock (1884–1967; SPD) die Einrichtung des Wirtschaftsrats als eine „erste Bresche in die Zonenteilung“.0=Zitiert nach Mühlhausen, ... »Details - 1. Juli 1947: Markante Hitzewelle in Hessen
Eine Hitzewelle bringt Frankfurt am Main mit 38 °C, die höchste Temperatur seit 60 Jahren.(OV) ... »Details - 1. Juli 1947: Eugen Kogons Aufsatz „Das Recht auf den politischen Irrtum“ erscheint
In den „Frankfurter Heften“ veröffentlicht Herausgeber Eugen Kogon (1903–1987) den Aufsatz „Das Recht auf den politischen Irrtum“. Darin kritisiert er die seiner Meinung nach ausufernde und viel zu schematische Praxis der Entnazifizierung: Es ist nicht Schuld, sich politisch geirrt zu haben. Verbrechen zu verüben oder an ihnen teilzunehmen, wäre es auch nur durch Duldung, ist Schuld. ... »Details - 17. Juli 1947: Gründungssitzung des hessischen Schulfunk-Ausschusses in Frankfurt
In Frankfurt am Main wird der Schulfunk-Ausschuss für das Land Hessen gebildet, der das von Radio Frankfurt seit dem 21. Oktober 1946 ausgestrahlte Schulfunkprogramm als (pädagogischer) Beirat begleitet. Er setzt sich aus je einem Lehrer jedes hessischen Kreises, dem Rundfunkreferenten des Kultusministeriums und dem Schulfunkleiter von Radio Frankfurt zusammen. An der heute zum Zweck der ... »Details - 20. Juli 1947: Georg-Büchner-Preis an Anna Seghers
In der Aula der Technischen Hochschule Darmstadt wird in einer Feierstunde der Georg-Büchner-Preis für 1947 an die gebürtige Mainzerin Anna Seghers (1900–1983), für 1945 rückwirkend an den 1944 im Exil verstorbenen Dichter Hans Schiebelhuth (1895–1944) verliehen. Die Laudatio auf Schiebelhuth hält Fritz Usinger (1895–1982), der den 1923 begründeten Preis 1946 erhielt. Anna Seghers ... »Details - 23. Juli 1947: Errichtung einer „Sonderstelle Geld und Kredit“ des Wirtschaftsrates der Bizone in Bad Homburg
In Bad Homburg v. d. Höhe gründet der vier Wochen zuvor zusammengeschlossene deutsche Wirtschaftsrat des Vereinigten Wirtschaftsgebietes („Wirtschaftsrat der Bizone“) die „Sonderstelle Geld und Kredit“, die unter dem Vorsitz des späteren Bundesministers für Wirtschaft und Bundeskanzlers Ludwig Erhard (1897–1977) und parallel zu den Bemühungen alliierter Finanzexperten einen eigenen ... »Details - 20. September 1947: Martin Niemöller Präsident der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau
Auf einer gemeinsamen Landesversammlung der evangelischen Kirchen für den ehemaligen Volksstaat Hessen, Frankfurt und Nassau wird Martin Niemöller (1892–1984) zum Präsidenten der erneut vereinigten Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau gewählt. Nach achtjähriger Haft im Konzentrationslager hatte Niemöller – einer der prominentesten Vertreter der „Bekennenden Kirche“ im Dritten ... »Details - 20. - 21. September 1947: Gründung der Deutschen Wählergesellschaft in Frankfurt
Eine Versammlung bedeutender Persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft gründet in Frankfurt am Main die Deutsche Wählergesellschaft als eine überparteiliche Vereinigung, deren alleinige Zweckbestimmung es ist, gegen das Prinzip des Verhältniswahlrechts bei der Wahl der Volksvertreter in die Parlamente und für die Einführung des Personen- und Mehrheitswahlrechts0=Zu den Hintergründen ... »Details - Oktober 1947: Außerordentlicher Parteitag des SPD-Bezirks Hessen-Süd kritisiert Regierung Stock
Die Politik der Großen Koalition aus SPD und CDU unter Ministerpräsident Christian Stock (1884–1967; SPD) ruft in Teilen der sozialdemokratischen Basis Unzufriedenheit hervor, die sich unter anderem auf einem außerordentlichen Parteitag des SPD-Bezirks Hessen-Süd artikuliert. Dessen Vorsitzender Wilhelm Knothe (1888–1952) – zugleich SPD-Landesvorsitzender von Hessen – hatte zuvor im ... »Details - 16. Oktober 1947: Reduzierung der zur Demontage vorgesehenen hessischen Industriebetriebe
Eine Neufassung der alliierten Demontageliste reduziert die Zahl der im Rahmen der deutschen Reparationsleistungen zur Demontage ganz oder teilweise vorgesehenen Betriebe in Hessen von 112 auf 51. Unter den weiterhin aufgelisteten Betrieben finden sich aus Frankfurt am Main nicht zuletzt die I.G. Farben, die Adlerwerke und die VDM AG. Insgesamt handelt es sich um 26 Rüstungsbetriebe und 25 ... »Details
