Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
Bitte beachten Sie: LAGIS hat eine neue Adresse: lagis.hessen.de. Für eine Übergangszeit stehen Ihnen ausgewählte Module über die bekannte Oberfläche zur Verfügung. Alle anderen sind über die neue Version des Informationssystems zugänglich. Bestehende Permalinks behalten ihre Gültigkeit und leiten bereits jetzt oder nach Abschluss aller Migrationsarbeiten automatisch auf das neue System um.

Hesse in the 19th and 20th Centuries

Go to hit #
 

Einführung der (Gold-)Mark, 4. Dezember 1871

1871 wurde zusätzlich zu den noch bestehenden Landeswährungen mit sieben Münzsystemen und 119 unterschiedlichen Münzsorten (z. B. Taler, Gulden, Kreuzer, Schilling oder Groschen) mit der

Goldwährung als Mark zu 100 Pfennig deutschlandweit ein einheitliches Zahlungsmittel eingeführt. Die alten Währungen konnten in einem festen Verhältnis umgetauscht werden und wurden aufgrund des Münzgesetzes vom 9. Juli 1873 abgeschafft und schrittweise eingezogen.

Ab dem 1. Januar 1875 war die (Gold-)Mark im gesamten Deutschen Reich die neue Landeswährung, sodass das Papiergeld, die Münzvielfalt sowie die dazugehörigen Absprachen oder „Münzvereine“ vereinheitlicht, ersetzt und nun kontrolliert wurden. Frankfurt am Main und Darmstadt waren bis 1879/82 Prägestätten. Bereits 1871 wurden die 10- und 20-Mark-Stücke eingeführt. 1873 kamen der Pfennig und die Scheidemünzen hinzu. Dabei galt der Umtausch von einem Taler für drei Mark und ein Gulden mit 1 5/7 Mark. Schließlich wurden die letzten veralteten Landesmünzen bis 1878 entfernt, jedoch existierten bis 1907 „Vereinstaler“. Die jeweiligen Bundesfürsten durften zudem ihre Porträts auf das Zwei-Mark-Stück prägen lassen. Am 14. März 1875 trat das Bankgesetz in Kraft, welches neben der ehemals Preußischen Bank, nun Reichsbank, 33 weitere Notenbanken gestattete, worunter die 1856 gegründete hessische Bank für Süddeutschland in Darmstadt die letzte mit eigenem Emissionsrecht war und erst 1902 auf Ausgabe eigener Noten verzichtete. Ähnliche Ziele der Kontrolle wurden beispielsweise 1837/38 durch die Zollunion und den „Süddeutschen Münzverein“ für die Guldenwährung versucht. Für den seit dem 16. Jahrhundert geltenden Taler entstand für Norddeutschland der Dresdner Münzvertrag.
(StH)

Records
Additional Information
Recommended Citation
„Einführung der (Gold-)Mark, 4. Dezember 1871“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/idrec/sn/edbx/id/7008> (Stand: 4.3.2025)
Events in November 1871 | December 1871 | January 1872
FriSatSunMonTueWedThuFriSatSunMonTueWedThuFriSatSunMonTueWedThuFriSatSunMonTueWedThuFriSatSun
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31