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Hesse in the 19th and 20th Centuries

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Ludwig Knaus malt das „Leichenbegängnis in einem hessischen Dorf“ (Willingshausen), 1871

1871 malt der seit 1849 regelmäßig zu Studienzwecken in Willingshausen weilende, aus Wiesbaden stammende und in Düsseldorf lebende Maler Ludwig Knaus (1829–1910) hier eines seiner Hauptwerke, das „Leichenbegängnis in einem hessischen Dorf“1. In vielen Zeichnungen vorstudiert, schildert dieses Gemälde eindrücklich die Schwälmer und ihre ländlichen Gebräuche.

In den 1860er Jahren war die 1824 begründete Malerkolonie Willingshausen nach Ansicht des aus Darmstadt stammenden Malers Karl Raupp (1837–1918), der sich zwischen 1865 und 1867 mehrfach hier aufhielt, eine „Domäne der Düsseldorfer Schule“2 geworden. Die reiche, ländliche Motivwelt, die sich in der Schwalm bot, zog die Künstler vor allem in den Sommermonaten dorthin.

Auf Empfehlung seiner Lehrer an der Kunstakademie in Kassel besuchte Adolf Lins (1856–1927), der sogenannte Gänse-Lins, ab 1874 regelmäßig Willingshausen. 1883 brachte er aus Düsseldorf seine Künstlerfreunde Hans Richard von Volkmann (1860–1927) und Hugo Mühlig (1854–1929) mit, die ebenfalls noch mehrfach anreisten.

1881 kamen auf Anregung des Kasseler Akademiedirektors Louis Kolitz (1845–1914) die Kunststudenten Heinrich Otto (1858–1923) und Theodor Matthei (1857–1920) in das Schwälmer Dorf. Auch Heinrich Giebel (1865–1951), der 1888 erstmalig eintraf, gehörte zu den Kasseler Eleven, ebenso wie Hermann Metz (1865–1945), der erstmalig 1889 anreiste und als einer der beständigsten Besucher bis 1940 regelmäßig seine Ferien in Willingshausen verbrachte.

Als 1887 der aus Ziegenhain gebürtige Carl Bantzer (1857–1941) erstmals die Künstlerkolonie besuchte, entwickelte er sich schnell zu einer zentralen Figur der Künstlerkolonie.

1897 reiste erstmals der Herborner Künstler Wilhelm Thielmann (1868–1924) an, nach Aussage Carl Bantzers der „treueste Schilderer“ der Schwälmer3, und wurde 1903 dauerhaft in Willingshausen ansässig. Unter den ab 1900 zunehmend anreisenden Malerinnen befand sich auch Thielmanns spätere Frau Alexandra Thilenius (1881–1966).
(UH)


  1. Hessisches Leichenbegängnis im Winter, Marburg, Kunstmuseum 1871
  2. Zitat nach: Karl Raupp, Willingshausen. Ein Studienplatz deutscher Künstler, in: Die Kunst für Alle 2 (1887), S. 11
  3. Carl Bantzer, a.a.O., S. 90
Records
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Recommended Citation
„Ludwig Knaus malt das „Leichenbegängnis in einem hessischen Dorf“ (Willingshausen), 1871“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/idrec/sn/edbx/id/6581> (Stand: 13.8.2024)
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