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Maurerstreik in Fulda durch christliche Arbeiter organisiert, Mai-Juni 1900

Der Regierungspräsident in Kassel meldet in seinem vierteljährlichen Zeitungsbericht an den Kaiser vom 26. Juni 1900, dass in Fulda ein mehrwöchiger Maurerstreik ausgebrochen sei, der vom christlichen Arbeiterverein organisiert wurde. Der Streik sei vor wenigen Tagen mit einer weitgehenden Niederlage der Streikenden zu Ende gegangen, jedoch hätten sich die christlichen Arbeiter nicht besser verhalten als die sozialdemokratischen:
In Fulda ist im Mai ein Maurerstreik ausgebrochen, der in diesen Tagen [vor dem 26. Juni] beendigt worden ist. Der Streik ging von der neuen, in meinem letztem Bericht erwähnten Arbeiterorganisation auf christlicher Grundlage aus. Streikleiter war ein Mitglied des Verbandsvorstandes aus Berlin, der anfänglich bemüht war, eine Einigung herbeizuführen, dann aber, als diese an den übertriebenen Forderungen der Arbeiter scheiterte, die Leitung des Streiks übernahm. Der Streik war nur ein teilweiser. Ersatzkolonnen, namentlich aus Bayern, waren zu haben, aber schwer in die Stadt zu bringen, da Streikposten bis nach Elm und Bebra vorgeschickt waren.
Der Streik hat im allgemeinen mit einer Niederlage der Arbeiter geendet. In Beschimpfungen der Arbeitgeber standen die christliche organisierten Maurer den Sozialdemokraten nicht nach.

(OV)

Belege
Empfohlene Zitierweise
„Maurerstreik in Fulda durch christliche Arbeiter organisiert, Mai-Juni 1900“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/3152> (Stand: 27.3.2019)
Ereignisse im April 1900 | Mai 1900 | Juli 1900
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