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Abtransport der Häftlinge aus den Zwangsarbeiterlagern der Sprengstofffabrik Hessisch Lichtenau, 29. März 1945

Die in den Zwangsarbeiterlagern rund um das Sprengstoff- und Munitionswerk Hirschhagen bei Hessisch Lichtenau verbliebenen 790 weiblichen Häftlinge, die bisher für die Dynamit Nobel AG in der Munitionsherstellung eingesetzt sind, werden vor dem Eintreffen der US-Armee in Eisenbahnwaggons verfrachtet und nach Osten abtransportiert. Sie erreichen nach mehreren Tagen Leipzig und werden von dort zu Fuß weitergetrieben, bis sie am 25. April in Wurzen von amerikanischen Truppen befreit werden. Den meisten von ihnen gelingt es, in ihr Heimatland Ungarn zurückzukehren.

Etwa 1.000 weibliche Häftlingen aus Auschwitz-Birkenau waren am 2. August 1944 in Hessisch Lichtenau eingetroffen und waren zur Arbeit auf dem Gelände der zwischen 1936 und 1938 erbauten, zweitgrößten Sprengstoff- und Munitionsfabrik des Deutschen Reiches gezwungen worden. Mehr als 200 von ihnen wurden bereit Ende Oktober 1944 als „nicht arbeitsfähig“ ausgesondert und zur Ermordung zurück nach Auschwitz gebracht.
(OV/KU)

Belege
Empfohlene Zitierweise
„Abtransport der Häftlinge aus den Zwangsarbeiterlagern der Sprengstofffabrik Hessisch Lichtenau, 29. März 1945“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/3991> (Stand: 8.9.2020)
Ereignisse im Februar 1945 | März 1945 | April 1945
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