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Zeitgeschichte in Hessen - Daten · Fakten · Hintergründe

Erster deutscher Föderalistenkongress in Kassel, 14.–15. Februar 1920

In Kassel findet der »Erste allgemeine deutsche Föderalistenkongress« des in Hannover beheimateten Deutschen Föderalisten-Bundes statt. Ziel des protestantisch geprägten Bundes ist ein politisches Mitwirken des Volkes am Staat, der in einem »Großdeutschen Reich« aus dezentralisierten Länderstaaten – und unter Einschluss Österreichs – seine Form erhält, und als stabilisierende (und friedenssichernde) politische Großmacht innerhalb Europas wirkt, dabei jedoch auf alle Hegemonialbestrebungen verzichtet. Nach Ansicht vieler Föderalisten wird jedoch in Folge der zentralistischen Bestrebungen von Politik und Wirtschaft die Eigenstaatlichkeit der Länder ausgehöhlt. Teilnehmer des Kongresses sind auch Vertreter der erst kurz zuvor, am 22. Januar 1920, als »außerparlamentarische Lobby zur Realisierung eines Rheinstaats« gegründeten »Rheinischen Volksvereinigung« (RhVV), die für einen unabhängigen Rheinstaat und den Ausbau der Rechte der katholischen Kirche in den Rheinlanden eintritt.
(KU)

Belege
Weiterführende Informationen
  • HeBIS Heldmann, Karl: Das deutsche Deutschland: 30 Sätze vom Deutschen Föderalistenbund (Das deutsche Deutschland; 1), 3., verb. u. verm. Aufl., Ludwigsburg b. Stuttgart 1921
  • Deutschen Föderalisten-Bund (Hrsg.): Was will der »Deutsche Föderalisten-Bund«?, Kassel [1920].
Empfohlene Zitierweise
„Erster deutscher Föderalistenkongress in Kassel, 14.–15. Februar 1920“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/1892> (Stand: 6.8.2018)
 
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