Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Regesten der Grafen von Ziegenhain

1262 Juni 2

Bündnis zwischen Landgraf Heinrich I. von Hessen und Graf Gottfried V. gegen Waldeck und Mainz

Regest-Nr. 290

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Ausfertigung: Staatsarchiv Marburg, H, Grafschaft Ziegenhain, unter o. Datum.
Stückbeschreibung: Pergament.
Siegel: Löwensiegel Heinrichs. I., schwer beschädigt, anhängend.
Drucke: Ledderhose, Schriften 4, S. 279.
Regesten: Grotefend-Rosenfeld, Landgrafenregesten 1, S. 24f., Nr. 70; Böhmer-Will, Regesten Mainz 2, XXXVI. Wernher, S. 358, Nr. 73; Duysing,Versuch 1, S. 175 Nr. 516.
Literatur: Ilgen-Vogel, Erbfolgekrieg, S. 343.
Regest
Marburg. - Landgraf Heinrich [I. von Hessen] verspricht seinem Verwandten, dem Grafen Gottfried [V.] von Ziegenhain (Cygenhayn), wie einem Burgmann Hilfe gegen jedermann, außer gegen seinen Schwager, den Herzog Albrecht von Braunschweig, und öffnet ihm und seinen Freunden alle seine Burgen. Ferner gelobt der Landgraf, dem Grafen Ludwig [II.] von Ziegenhain (Cyginhayn) von den Burgen Graf Gottfrieds aus keinen Abbruch zu tun, falls nicht Ludwig den Erzbischof von Mainz oder dessen Helfer in Ziegenhain oder Nidda (Nidehe) einlässt; flüchten sich Anhänger des Landgrafen in eine dieser Festen (munitiones), so muss Gottfried sie dort ebenso wie in seinen übrigen Burgen aufnehmen. Ferner: sobald die Grafen von Waldeck (Waldeken) dem Erzbischof von Mainz gegen den Landgrafen beistehen, ist Gottfried dem Landgrafen zu Kriegshilfe verpflichtet, ebenso wenn die Grafen selbständig Hessen (terram nostram) mit Krieg überziehen, wobei jedoch Gottfried das Land der Grafen nicht zu betreten braucht. Bei einem Angriff des Erzbischofs wird Landgrafen Heinrich dem Grafen Gottfried seinen Beistand gewähren. Der Hilfeheischende trägt die Kriegskosten und muss dem Verbündeten jeden Schaden ersetzen, erhält dafür aber die Gefangenen. Schließlich verschreibt der Landgraf dem Grafen für dieses Hilfeversprechen 400 Mark, die nach dem Belieben des Grafen 14 Tage nach Johannis in den landgräflichen Städten Marburg (Martburg), Grünberg (Gruninberg) oder Alsfeld (Aylsfeld) niederzulegen (deponere) sind. Zur Schlichtung von Streitigkeiten zwischen ihren Freunden sollen Landgraf und Graf je zwei ihrer Anhänger zu Schiedsrichtern bestellen. Siegler: der Aussteller. d. Martburg 1262 IIII Nonas Junii.
Nachweise

Ausstellungsort

Marburg

Aussteller

Hessen, Landgrafen, Heinrich I.

Empfänger

Ziegenhain, Grafen, Gottfried V.

Siegler

Hessen, Landgrafen, Heinrich I.

Weitere Personen

Ziegenhain, Grafen, Gottfried V. · Ziegenhain, Grafen, Ludwig II. · Braunschweig, Herzöge, Albrecht

Weitere Orte

Marburg · Waldeck, Grafen · Mainz, Erzbischöfe · Grünberg · Alsfeld · Ziegenhain, Stadt · Nidda, Stadt

Sachbegriffe

Bündnisse, Ausnahmen von · Verträge · Landgrafen, Bündnisse mit · Bündnispolitik · Hilfsleistungen, gegenseitige · Erzbischöfe, Bündnisse gegen

Textgrundlage

Regest

Grotefend-Rosenfeld, Landgrafenregesten 1, S. 24f., Nr. 70.

Zitierweise
Ziegenhainer Regesten online Nr. 290 <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/zig/id/290> (Stand: 12.12.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde