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Südhessisches Flurnamenbuch

Halde

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Deutung
Zu ahd. halda, mhd. halde, helde sw. st. F. ‚Bergabhang‘. Die Namen beziehen sich auf Flurstücke in Hanglage. Durch Dehnung oder Umlautung des Stammvokals und Assimilation der nachfolgenden Konsonantenverbindung /ld/ > /ll/ ist ein breites Spektrum von Namenvarianten entstanden: Hahl, Halle, Helde, Helle, Heil, Hille, Höhle, Hölle, Holde, Hülle, Hulle. Lokale Umdeutungen besonders der Varianten Höhle und Hölle waren damit in vielen Fällen verknüpft. In Nieder-Modau/Ober-Ramstadt erfolgte eine Umdeutung, da es sich nach den historischen Formen um ein *Hagel-Kreuz ‚Kreuz, das zur Erinnerung an einen Hagelschlag (?) errichtet wurde‘ handelt. Die Grenzflur Da/Bessungen liegt an einem Hang. Es ist aber von den Belegen her unklar, ob es sich um ein Diminutiv zu Halde oder Höhle handelt oder ob frühe Umdeutung zu heilig (s. d.) stattgefunden hat1. Die Hahlwage in Zell (BGS) liegt oberhalb des Hahn ( Hain, s. d.) als ebene Fläche, sodass der FlN wohl Dissimilation von /n/ > /l/ erfahren hat und als ‚waagrechte Fläche des Hains‘ zu verstehen ist.
Literatur
Karg-Gasterstädt/Frings 4, 624 f., Lexer 1, 1147; Kluge/Seebold 350; DWB 4, 2, 221; SHessWb 3, 85, PfälzWb 3, 600, 602 s. u. Halle, 1148 s. u. Hölle; HessFlNAtl K. 86; Dittmaier (1963), S. 97, Ramge (1979), S. 139, Zernecke (1991), S. 210, Vielsmeier (1995), S. 195. ⟨für die Seitenangaben sind die im Quellen- und Literaturverzeichnis (PDF) aufgeführten Ausgaben maßgeblich⟩
Vernetzung
MHFB: → Halde; DWB: → halde; Lexer: → halde; PfälzWb: → halle · hoelle; Wörterbuchnetz: → Halde
Anmerkung zu den Belegen
Mittlere Auswahl: Alle Ortsvorkommen, aber starke Belegkürzung.
Referenz
Vgl. Harkel · Heil · Hill · Hohl · Höllisch.

1 Kraft (1930), S. 36, v. Hahn (1932), S. 34; Stroh (1936), S. 10 f.