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5119 Kirchhain
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 61. Kirchhain

Schönbach

Stadtteil · 194 m über NN
Gemeinde Kirchhain, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

4,5 km nordwestlich Kirchhain

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss beiderseits eines zur Ohm fließenden Bachlaufs (Talmündungslage).

Straße Anzefahr-Großseelheim

Ersterwähnung:

um 1248

Siedlungsentwicklung:

1838 (Kasseler Acker): 472 stellbares Land, 144 Wiesen, 200 Wald. 1885 (ha): 244, davon 130 Ackerl., 44 Wiesen, 56 Holz. 1961 (ha): 246, davon 44 Wald. - Umlegung: 1927/29. - Älteste Gemarkungskarte: etwa 1730. - In der Gemarkung: -> Grindelmühle. Auf eine wüst Siedlung (Machthausen) unterh. der Sch.er Grindelmühle deutet der Flurnamen Machthuser Lache; desgl. der Flurnamen Niederndorf 300 m nordwestlich Sch. -

In den Jahren 1952-1955 wurde bei Schönbach das Stauwerk des 900 ha Grundfläche umfassenden Ohm-Rückhaltebeckens erb.; Dammhöhe 5,50 m; maxim. Fassungsvermögen: 15 Mill. Kubikmeter

Historische Namensformen:

  • Soynenbach (um 1248) [Erhard, Heberolle S. 47]
  • Schonerbach (1256)
  • Schonenbach (1261, 1314)
  • Schoninbach (1356)
  • Schonbach (1470)
  • Schoinbach (1478)
  • Schönenbach (1577)

Bezeichnung der Siedlung:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3489942, 5633021
UTM: 32 U 489872 5631208
WGS84: 50.83249426° N, 8.856177158° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534011110

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 244, davon 130 Acker (= 53.28 %), 44 Wiesen (= 18.03 %), 56 Holzungen (= 22.95 %)
  • 1961 (Hektar): 246, davon 44 Wald (= 17.89 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1577: 14, 1697: 13 hausgesessene, 1772: 148, 1838: 121, 1885: 150, 1925: 158, 1939: 176, 1950: 265, 1961: 210 Einwohner - 1861: alle Einwohner evangelisch-lutherisch 1961: 195 evangelisch, 13 römisch-katholischEinwohner - 1542: 7 Schafhalter genannt 1566: 7 Pers. mit großem, 11 mit kleinem Besitz. 1772: 1 Spielmann, 1 Müller, 1 Wirt, 6 Leineweber, 3 Schneider, 1 Schmied, 2 Wagner. 1838 (Familien): 17 Ackerbau, 5 Gewerbe, 4 Tagelöhner 17 nutzungsberechtigte, 7 nicht nutzungsberechtigteOrtsbürger, 4 Beisitzer. 1961 (Erwerbspersonen): 54 Land- und Forstwirtschaft, 35 Produzierendes Gewerbe, 14 Handel und Verkehr, 7 Diensil. und Sonstiges
  • 1885: 150, davon 149 evangelisch (= 99.33 %), 1 katholisch (= 0.67 %)
  • 1961: 210, davon 195 evangelisch (= 92.86 %), 13 katholisch (= 6.19 %)

Diagramme:

Schönbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1446 und später: Gericht (Groß-)Seelheim
  • 1809-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Amöneburg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Kirchhain
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Kirchhain
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kirchhain
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Marburg

Gericht:

  • 1821: Justizamt Kirchhain
  • 1867: Amtsgericht Kirchhain

Gemeindeentwicklung:

Am 1.2.1971 wurde Schönbach im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil der neu gebildeten Stadtgemeinde Kirchhain eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Um 1248 ist das Erzstift Mainz in Sch. begütert. 1314 schenkt Adolf von Gambach dem Kloster Haina eine mainzisch Hofstatt und Äcker; noch 1339 zinst das Kloster an den Keller in Amöneburg. 1361 sind die mainzisch Güter an Friedrich von Sch. verpachtet; 1361 haben die Hobeherren, 1385 die Rau von Holzhausen mainzisch Besitz zu Lehen; 1368 hat Volprecht von Radenhausen ein mainzisch Burglehen zu Sch. - 1256 erhält der Deutsche Orden Marburg von Konrad von Marburg Güterbesitz in Sch. Weitere Gütererwerbungen des Deutsche Orden 1261 und 1270. 1358 verfügt der Deutsche Orden über einen Hof mit 59 Morgen Ackerland und 5 Morgen Wiesen. 1491 ertauscht der Deutsche Orden den freien Hof Ludwigs von Radenhausen. 1663 hat der Deutsche Orden 2 Höfe, die im 18. Jahrhundert nochmals geteilt werden. - 1346 besitzen die Döring, 1362 die von Anzefahr und von Falkenberg, vor 1363 die Zöllner und die Hose von Ockershausen einen Hof in Ganerbschaft, der 1363/70 an den Marburger Bürger Bechthold von Mardorf verkauft wird. - 1376 verkauft der Ritter Friedrich von Bicken seinen Besitz an die Marburger Bürgerin Hedwig Rosphe, die seit 1366 in Sch. begütert ist. - 1453 erben die bereits 1356 in Sch. begüterten Riedesel 2 Drittel der Güter der von Gambach. Der halbe Hof der Riedesel 1643 und 1663 genannt

Ortsadel:

1292-1407 (?)

Kirche und Religion

Ortskirchen:

Pfarrzugehörigkeit:

1577 und später nach Großseelheim eingepfarrt. 1954: Filiale von Großseelheim

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Großseelheim, Einführung der Reformation vermutlich ab 1527.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1605, 1624 wieder lutherisch.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Amöneburg

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Schönbach, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9312> (Stand: 16.10.2018)
 
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