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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 25. Allendorf

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Hitzerode

Ortsteil · 330 m über NN
Gemeinde Berkatal, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

9,5 km nordwestlich von Eschwege gelegen

Lage und Verkehrslage:

Auf einer zum östlichen Meißnervorland gehörenden Hochfläche gelegen

Ersterwähnung:

1195

Historische Namensformen:

  • Huntzenrodt (1195)
  • Huczerade (1354)
  • Huitzenrode (1385)
  • Hitzerode (1474)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Rund 1,1 km südwestlich der Ortsmitte von Hitzerode in der Flur "In der Hofestatt", die sich innerhalb eines Talschlusses befindet, fand K. Sippel 1994 "auf der steil abfallenden schmalen Geländezunge im Winkel zwischen zwei trockenen Bachbetten am bewuchsarmen Wiesenrand" drei mittelalterliche Scherben innerhalb von 2 - 3 m². Darunter befand sich ein "Randstück mit scharf abgeknickter, lang ausgezogener, ungekehlter Lippe", das etwa ins 10./11. Jahrhundert zu datieren ist. Zudem lag etwa 100 m talabwärts im Bach eine vierte Scherbe. Die gemachten Funde dürften gemäß Sippel von einer Wüstung stammen.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3566967, 5678763
UTM: 32 U 566866 5676931
WGS84: 51.23982656° N, 9.957882063° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636002030

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 414, davon 312 Acker (= 75.36 %), 27 Wiesen (= 6.52 %), 34 Holzungen (= 8.21 %)
  • 1961 (Hektar): 414, davon 47 Wald (= 11.35 %)

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Hitzerode: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1414: Dorf des Amts Bilstein (Amtsrechnung)
  • 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Eschwege, Gericht Bilstein
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Eschwege, Gericht Bilstein
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Sooden
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Bilstein
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Eschwege

Gericht:

  • vor 1822: Gericht Bilstein
  • 1822: Fürstlich Rotenburgisches Justizamt Bilstein (Sitz in Abterode)
  • 1834: Justizamt Abterode
  • 1867: Amtsgericht Abterode
  • 1879: Amtsgericht Abterode
  • 1932: Amtsgericht Bad Sooden-Allendorf
  • 1945: Amtsgericht Witzenhausen
  • 1950: Amtsgericht Eschwege

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 erfolge im Zuge der hessischen Gebietsreform der Zusammenschluss mit anderen Gemeinden zur neu gebildeten Gemeinde Berkatal, deren Ortsteil Hitzerode wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Das Dorf war 1498 halb landgräflich, die andere Hälfte Lehen der von Völkershausen (Rev. 1414), Apel Appes (Rev. 1416) und seiner Kinder, dann der von Eschwege (Rev. 1474 - 1823).
Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

Es war 1585 wie 1872 Filial von Frankershausen, wurde aber 1747 als Vikariat bezeichnet.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kirchliche Mittelbehörden:

Mainzisches Archidiakonat Heiligenstadt

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Hitzerode, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/6020> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde