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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 50. Rosenthal

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Ellnrode

Stadtteil · 375 m über NN
Gemeinde Gemünden (Wohra), Landkreis Waldeck-Frankenberg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

14,5 km südöstlich von Frankenberg (Eder)

Lage und Verkehrslage:

Aus klösterlichem Hofgut und Hofanlagen hervorgegangener Ort am rechten Ufer der Wohra zwischen Gemünden und Haina. Verkehrsverbindung zu L 3073 im Westen sowie nach Haina (Kloster), Dodenhausen, Gilserberg und Gemünden (Wohra).

Ersterwähnung:

1223

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • predium (1227)
  • grangia (1323)
  • Klosterhof (1332)
  • villa (1358)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3498463, 5650748
UTM: 32 U 498389 5648928
WGS84: 50.99192923° N, 8.977051776° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

635012010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 155, davon 99 Acker (= 63.87 %), 33 Wiesen (= 21.29 %), 0 Holzungen
  • 1961 (Hektar): 156, davon 3 Wald (= 1.92 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1747: 5 Haushaltungen
  • 1885: 55, davon 55 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 54, davon 49 evangelisch (= 90.74 %), 5 katholisch (= 9.26 %)

Diagramme:

Ellnrode: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1250: Gericht Bulenstrut
  • 1354, 1358, 1392, 1400, 1420, 1436, 1479, 1493, 1515: Gericht Bulenstrut, von der weltlichen Gerichtsbarkeit des Mainzer Erzstifts befreit und nur dem Erzbischof unterstellt
  • 1556: Landgrafschaft Hessen, Amt Haina, Gericht Aulisburg-Löhlbach
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Hohe Samthospitäler, Amt Haina
  • 1791: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Hohe Samthospitäler, Amt Haina (unter einem Samtamtmann)
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Hohe Samthospitäler, Amt Haina
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Werradépartement, Distrikt Marburg, Kanton Gemünden
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Oberhessen, Amt Haina
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Frankenberg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Frankenberg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg

Altkreis:

Frankenberg

Gericht:

  • 1821: Justizamt Rosenthal (Assistenzamt Haina)
  • 1867: Amtsgericht Rosenthal
  • 1932: Amtsgericht Jesberg
  • 1933: Amtsgericht Gemünden
  • 1945: Amtsgericht Kirchhain [Zweigstelle Gemünden (Wohra)]
  • 1973: Amtsgericht Frankenberg

Herrschaft:

Spätestens seit 1225 gehört Ellnrode zum Kloster Haina. Das Mainzer Erzstift beansprucht die Herrschaft, die Schutzherrschaft liegt aber im 13. Jahrhundert zunächst noch bei den Grafen von Battenberg. Seit Beginn des 15. Jahrhunderts befindet sich Ellnrode im Einflussbereich der Langrafschaft Hessen, an die es 1527/28 fällt. Von 1567 bis 1650 wird das Amt Haina von den Linien Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt gemeinsam verwaltet. Danach geht es vollständig in den Besitz von Hessen-Kassel über.

Gemeindeentwicklung:

Seit dem 1.1.1974 gehört Ellnrode als Stadtteil zur Stadtgemeinde Gemünden (Wohra).

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1223 verkauft Helwig von Lindenborn eine Hufe in Ellnrode an das Kloster Haina. Der Hof bzw. die Grangie gehört damit zur Ausstattung des Klosters Haina. Nach dessen Aufhebung in der Reformationszeit 1533 fallen die Einnahmen an das Spital Haina als Rechtsnachfolger.

Zehntverhältnisse:

1226 überträgt der Ritter Ludwig von Lotheim den Zehnten in Ellnrode, den er von den Grafen von Ziegenhain zu Lehen trägt, dem Kloster Haina.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1577 noch zum Klosteramt Haina gehörig, 1613 und später nach Grüsen eingepfarrt

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Grüsen, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Grüsener Pfarrer Adam Emmerich ab 1527.

Reformierter Bekenntniswechsel: 1609, 1624 wieder lutherisch.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Ellnrode, Landkreis Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/1094> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde