Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Übersichtskarte Hessen
Messtischblatt
4922 Homberg (Efze)
Moderne Karten
Kartenangebot der Landesvermessung
Historische Karten
Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 42. Homberg

Lützelwig

Stadtteil · 205 m über NN
Gemeinde Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Hof; Sonstiges

Lagebezug:

3,5 km südwestlich von Homberg (Efze).

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss auf einem nach Norden zum Ohebach ziehenden Geländerücken. Kirche in zentraler Lage; südöstlich davon Gutshof, beide von halbkreisförmiger Wegeführung umschlossen.

Im Ortsbereich führen von der Bundesstraße 254 (nördlicher Zweig der alten Landstraße durch die Langen Hessen) Straßen nach Caßdorf und Sondheim ab.

Ersterwähnung:

1189

Historische Namensformen:

  • Lucelenwic, de (1189) (Mainzer Urkundenbuch 2, 2 Nr. 521)
  • Luczilwig (1224) (Hessengau 155)
  • Lutzilwich (1247) (UA Kappel)
  • Lutzelwich, in (1307)
  • Lytzelwik (1336)
  • Lutzelwieg (1556)
  • Lotzelwigk
  • Lützelwigk (1575/85)
  • Luitzelwigk (1595)
  • Lützellwig (1694)

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1322: villa.

Umlegung der Flur:

1875, 1883, 1889

Älteste Gemarkungskarte:

1721

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3525929, 5652555
UTM: 32 U 525845 5650734
WGS84: 51.00759194° N, 9.368376106° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634009090

Flächennutzungsstatistik:

  • 1537: 12 landgräflich, 1 Hube des Klosters Haina.
  • 1742 (Kasseler Acker): 392 Land, 74 Wiesen, 125 Wald.
  • 1885 (Hektar): 245, davon 176 Acker (= 71.84 %), 41 Wiesen (= 16.73 %), 10 Holzungen (= 4.08 %)
  • 1961 (Hektar): 252, davon 3 Wald (= 1.19 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1537: 6 landgräfliche Hübner, 1 Hübner des Klosters Haina, 2 Köttner, 3 Beisassen (vgl. Flächennutzung).
  • 1575/85: 12 Hausgesesse.
  • 1639: 4 verheiratete, 2 verwitwete Hausgesesse.
  • 1742: 17 Häuser, 1747: 86 Einwohner.
  • 1834: 216, 1885: 199 Einwohner.
  • 1861: 222 evangelisch-reformierte, 11 Einwohner unbestimmter Konfession.
  • 1885: 199, davon 199 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1925: 217, 1939: 169, 1950: 324, 1961: 197 Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 53 Land- und Forstwirtschaft, 34 Produzierendes Gewerbe, 16 Handel und Verkehr, 5 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 197, davon 182 evangelisch (= 92.39 %), 14 katholisch (= 7.11 %)
  • Um 1490: 6 wehrhafte Männer (6 Fastnachtshühner).

Diagramme:

Lützelwig: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1376 und um 1490: Amt Homberg
  • 1537: Gericht Vernika
  • 1538 und 1575/85: Amt Homberg
  • 1742: Amt Homberg, Grebenstuhl Vernika oder Lützelwig
  • 1807: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton und Friedensgericht Frielendorf
  • 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Homberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Homberg
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Fritzlar-Homberg

Gericht:

  • 1742: Grebenstuhl Lützelwig (Gericht Vernika).
  • Flurname Galgenacker.
  • vor 1822: Amt Homberg
  • 1822: Landgericht Homberg
  • 1832: Justizamt Homberg
  • 1867: Amtsgericht Homberg
  • 1968: Amtsgericht Homberg
  • 1879: Amtsgericht Homberg

Gemeindeentwicklung:

Am 1.2.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Stadtteil Homberg (Efze) eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1247: Graf Gottfried von Reichenbach gestattet dem Kloster Spieskappel den Verkauf von Gütern zu Lützelwig gegen Lehnsauftragung.
  • 1269: Kloster Homberg hat bei seiner Gründung von seinem Gründer, Propst Arnold von Eppenberg, Gefalle zu Lützelwig erhalten.
  • 1307: Die Voßzal verkaufen die Hälfte ihrer Güter zu Lützelwig an Kloster Spieskappel.
  • 1322: Güter und Einkünfte zu Lützelwig durch Schiedsspruch an Kloster Eppenberg und Kloster Homberg gewiesen.
  • 1326: Kloster Spieskappel verkauft eine Hofstätte vor Lützelwig.
  • 1332: Heinrich von Witzenhausen verpfändet mit Hersfelder Genehmigung Güter zu Lützelwig.
  • 1336: Berthold Flemingk, Bürger zu Eschwege, verkauft seine Erbgüter zu Lützelwig an Konrad Voßzal, die von Lützelwig eine Korngülte aus ihrem Gut zu Lützelwig an Henne Bischoff.
  • 1345 und noch 1356: Kloster Spieskappel verschreibt aus seinen Gütern zu Lützelwig.
  • 1380: Die Keiner verkaufen ein Viertel Vogtweizen aus Vorwerk Lützelwig.
  • 1386: Kloster Spieskappel erhält Güter zu Lützelwig zugesprochen.
  • 1395: Hermann von Beisheim hat als Falkenberger Lehen den Zehnten zu Lützelwig inne, Wigand Molner eine Hube.
  • 1418: Die von Lützelwig verkaufen dem Homberger Schöffen Tilo Glasewaldt eine Korngülte aus Gut und Erbe zu Lützelwig.
  • 1454: Johann Glasewaldt verkauft den Fruchtzins zu Lützelwig, den er von den von Lützelwig kaufte, dem Priester Hermann Bischof.
  • 1458: Landgraf Ludwig belehnt die von Dalwigk mit seinem Hof zu Lützelwig; folgend Belehnungen bis 1515.
  • 1463: Die Familie Jordan verkauft ihr Erbteil am Gut zu Lützelwig.
  • 1554: Landgraf Philipp belehnt Lorenz Fuchs mit Hof zu Lützelwig, 1556: Jost von Habel mit Hof; folgend Belehnungen bis 1593.
  • 1616: Landgraf Moritz belehnt die von Habel mit Hof zu Lützelwig.
  • 1723-1824: Belehnungen der von Dalwigk.

Zehntverhältnisse:

1448: Der Priester Johann Sinnig vermacht der Familie Bischoff zu Homberg den großen und kleinen Zehnten zu Lützelwig.

1477: Stift Hersfeld belehnt die von Falkenberg mit Zehnten zu Lützelwig; folgend Belehnungen bis 1606.

1611: Georg von Falkenberg belehnt Heinrich von Wildungen erneut mit Zehnten zu Lützelwig.

Ortsadel:

1189-1550.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1342 und noch 1556: zur Pfarrei Verna gerechnet.

1569: nach Wernswig eingepfarrt.

1575/85: Caßdorf versieht Lützelwig.

1589: mit Leuderode verbunden.

Seit etwa 1624: eigener Pfarrer in Lützelwig.

Seit Mitte 17. Jahrhundert als Vikariat abwechselnd mit Caßdorf und Verna verbunden.

Seit 1836: Vikariat von Caßdorf.

Patronat:

Patron: von Lützelwig, dann von Habel, seit 1723 von Dalwigk.

1825: Hermann Scheuch, 1829: H. K. Wittich als Inhaber des Ritterguts Lützelwig.

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Verna, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Vernaer Pfarrer Johann Dippel um 1527.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Lützelwig, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3994> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde