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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 14. Zierenberg

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Ehlen

Ortsteil · 333 m über NN
Gemeinde Habichtswald, Landkreis Kassel 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

9,5 km östlich von Wolfhagen

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss und geringer Siedlungsdichte im oberem Warmetal am Westrand des Habichtswaldes. Kirche in zentraler Lage. Moderne Siedlungsentwicklung nördlich und südlich des alten Ortskerns. Im Norden des Siedlungsgebiets verläuft die Bundesstraße B 251 (Brilon-Kassel), die zugleich auch Zubringer zur westlich verlaufenden A 44 ist. Durch den Ort führt eine Nord-Südverbindung von Zierenberg nach Breitenbach (L 3220).

Ersterwähnung:

1015

Siedlungsentwicklung:

1928 wird das Gut Ropperode mit der Landgemeinde Ehlen vereinigt.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (um 1015)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1906 und 1908

Älteste Gemarkungskarte:

1685

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3521668, 5687691
UTM: 32 U 521585 5685856
WGS84: 51.32358935° N, 9.309778955° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

633011020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 651, davon 381 Acker (= 58.53 %), 205 Wiesen (= 31.49 %), 17 Holzungen (= 2.61 %)
  • 1885 (Hektar): 2042, davon 3 Acker (= 0,15 %), 2 Wiesen (= 0,1 %), 2021 Holzungen (= 99 %) [Oberförsterei Ehlen]
  • 1961 (Hektar): 1469, davon 420 Wald (= 28.59 %)

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Ehlen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1515: Klostervogtei Hasungen (Weistum HStAM > 22 a 2 Hasungen (Hasunger Güterregister))
  • 1569: Landgrafschaft Kassel, Amt Kassel, Vogtei Hasungen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Vogtei Hasungen
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Vogtei Hasungen
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Hof
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Wilhelmshöhe, Vogtei Hasungen
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Wolfhagen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Kassel
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Wolfhagen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen
  • 1971: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen, Gemeinde Habichtswald (s. Gemeindeentwicklung)

Altkreis:

Wolfhagen

Gericht:

  • bis 1822: Amt Zierenberg und Vogtei Hasungen (Assistenzamt Zierenberg)
  • 1822: Justizamt Wolfhagen
  • 1831: Justizamt Zierenberg
  • 1832: Justizamt Zierenberg
  • 1867: Amtsgericht Zierenberg
  • 1879: Amtsgericht Zierenberg
  • um 1900: Amtsgericht Zierenberg (Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 104)
  • 1932: Amtsgericht Wolfhagen

Herrschaft:

Eigenbesitz des Mainzer Erzstifts, den es um 1081 dem Kloster Hasungen überträgt. Seit dem 15. Jahrhundert zur Vogtei Hasungen gehörig, gelangt Ehlen mit der Säkularisation an die Landgrafschaft Hessen. 1539 wohnt der landgräfliche Vogt in Ehlen.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform der Zusammenschluss der Gemeinden Dörnberg und Ehlen zur neuen Gemeinde Habichtswald. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Dörnberg.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Ehlen gehörte ursprünglich ganz dem Kloster Hasungen (Weistum im Hasunger Güterregister von 1515). 1527 wird der Hof nach der Säkularisation zunächst weiter vermeiert und für die Hof- und Landesverwaltung verwendet.

Zehntverhältnisse:

Kloster Hasungen

Ortsadel:

Adlige 1154-1257

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1081 und 1170: Kirche (ecclesia).
  • Der älteste Kirchenbau (heute Wohnhaus) stand nördlich des 1817/18 errichteten klassizistischen Saalbaus; romanischer Westturm 12. Jahrhundert

Pfarrzugehörigkeit:

In der gefälschten Gründungsurkunde von (1081) schenkt Erzbischof Siegfried I. der 1074 gegründeten Propstei Hasungen u.a. die Kirche in Ehlen. 1170 wird die Kirche von allen Berechtigungen des Archipresbyters (Schützeberg) und Archidiakons befreit und die Befugnisse dem Abt von Hasungen überträt, der die Kirche mit einem Mönch besetzen darf. 1241 bekennt Erzbischof Siegfried [III.] von Mainz , dass er dem Abt Hermann und dem Konvent in Hasungen die Kirchen in den Dörfern Oelshausen, Ehlen, Hattenhausen und Schützeberg inkorporiert hat. Fortan verleiht der Konvent die Kirche einem vicarius temporalis, seit 1403 nachweislich nur an eigene Konventualen.

1527 kommt Schützeberg zur Pfarrei Ehlen, 1585 gehören Burghasungen und Ölshausen dazu.

Zur Pfarrei Ehel der Klasse Zierenberg gehörten 1872 die Filiale Burghasungen und Oelshausen. Eingepfarrt waren damals die Güter Bodenhausen und Kalenberg sowie der Hof Ropperode (Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 245). Burghasungen wird 1983 ins Kirchspiel Zierenberg umgepfarrt, Oelshausen nach Istha.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Daniel Velthmann 1527 bis nach 1548, ehemalige Ordensperson in Hasungen und Pfarrer in Schützeberg

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Peter zu Fritzlar, Erzpriestersprengel Schützeberg

1872: Pfarrei der Klasse Zierenberg (Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 245)

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Ehlen, Landkreis Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/2021> (Stand: 16.5.2019)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde