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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 46. Netra

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Grandenborn

Ortsteil · 417 m über NN
Gemeinde Ringgau, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

11 km südsüdwestlich von Eschwege gelegen

Lage und Verkehrslage:

Im nordwestlichen Teil der Ringgauhochfläche in unmittelbarer Nähe zur Boyneburg gelegen

Ersterwähnung:

1270

Siedlungsentwicklung:

Zwischenzeitlich gab es die Dörfer Ober- und Nieder-Grandenborn.

An der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert wütete in Grandenborn mehrmals die Pest: Im Jahr 1598 starben ca. 80 und von Juli bis Dezember 1626 etwa 150 Menschen. In diesem Jahr plünderten zudem noch die durchziehenden Truppen Tillys das Dorf.

Im Jahr 1868 brach ein großes Feuer aus, dem 14 Höfe in der Weiten Gasse zum Opfer fielen.

Historische Namensformen:

  • Graneburnen (1270)
  • Graneborn (1335)
  • Grandeborn (1523)
  • Obergrandenborn
  • Ober-Grandenborn
  • Grandenborn, Ober-
  • Niedergrandenborn
  • Nieder-Grandenborn
  • Grandenborn, Nieder-

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3572783, 5661321
UTM: 32 U 572680 5659496
WGS84: 51.08236004° N, 10.0376261° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636010020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 1224, davon 727 Acker (= 59.40 %), 25 Wiesen (= 2.04 %), 133 Holzungen (= 10.87 %)
  • 1961 (Hektar): 1234, davon 300 Wald (= 24.31 %)

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Grandenborn: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Bischhausen
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Bischhausen
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Reichensachsen
  • 1814-1818: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Bischhausen
  • 1818-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Netra
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Eschwege

Gericht:

  • Hessen kaufte 1650/51 die boyneburgischen Rechte in Grandenborn (Gericht Bischhausen). Damals besaß Boyneburg eine Hälfte der bürgerlichen und peinlichen Gerichtsbarkeit, die andere Hälfte war hersfeldisch gewesen (Gericht schon um 1335 geteilt).
  • vor 1822: Amt Netra
  • 1822: Justizamt Netra
  • 1867: Amtsgericht Netra
  • 1879: Amtsgericht Netra
  • 1932: Amtsgericht Eschwege

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden zur neu gebildeten Gemeinde Ringgau zusammengeschlossen, deren Ortsteil Grandenborn wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1270: Der Ort wurde erstmals in einer Schenkungsurkunde des Klosters Hersfeld erwähnt.
  • 1335: Durch eine weitere Urkunde sind dortige Liegenschaften der benachbarten Herren von Boyneburg belegt. Zur damaligen Zeit teilten sich beide Besitzer auch das Gericht.
  • 1459: Das Dorf war dann hersfeldisches Lehen der von Boyneburg (Hersfeld. Lehenbuch des Abts Ludwig).
  • 1651: Das Klostereigentum ging an den Landgrafen zu Hessen, der erneut die Herren von Boyneburg mit diesem Teil belehnte.
  • Um 1750: Das Dorf kam nochmals zur Hälfte unter die Herrschaft des Landgrafen von Hessen-Kassel, blieb aber zur anderen Hälfte boyneburgisch.
Kirche und Religion

Patronat:

Das Patronat der Kirche stand halb denen von Boyneburg und halb Hersfeld zu.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Christoph Bretthauer 3.10.1569-1587

Kirchliche Mittelbehörden:

Die Kirche gehörte einst zum Dekanat Dorla.

Die protestantische Pfarrei war 1872 ein Vikariat der Klasse Eschwege.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Grandenborn, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/5839> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde