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4925 Sontra
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 45. Sontra

Weitere Informationen

Diemerode

Stadtteil · 295 m über NN
Gemeinde Sontra, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

18,5 km südwestlich von Eschwege

Lage und Verkehrslage:

An der Westgrenze des Gemeindegebiets im Pfaffenbachtal gelegen

Ersterwähnung:

1363

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3559838, 5660845
UTM: 32 U 559740 5659020
WGS84: 51.07957688° N, 9.852834037° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636011040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 574, davon 421 Acker (= 73.34 %), 17 Wiesen (= 2.96 %), 64 Holzungen (= 11.15 %)
  • 1961 (Hektar): 575, davon 83 Wald (= 14.43 %)

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Diemerode: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1462: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Spangenberg, adliges Niedergericht (s. Gericht)
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Spangenberg, adliges Niedergericht (s. Gericht)
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Spangenberg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Spangenberg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Bischhausen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Spangenberg (zuletzt Amt Bischhausen)
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege
  • 1836: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Rotenburg

Gericht:

  • 1363 gelangten Dorf und Gericht Diemerode von denen von Kappel an die von Hundelshausen, die seit 1458 hiermit von den Landgrafen belehnt wurden.
  • 1821: Amt Spangenberg
  • 1822: Kurfürstliches Justizamt Bischhausen
  • 1837: Kurfürstliches Justizamt Sontra
  • 1867: Amtsgericht Sontra
  • 1879: Amtsgericht Sontra

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil nach Sontra eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Heinrich von Hundelshausen erkaufte halb Diemerode 1363 von den von Cappel (KLB Hundelshaus. Kopialb.).
  • 1383 erwarb der Landgraf 1/4 von Heinrich von Slutinsdorf (GR Waldkappel).
  • Laut den Reversen von 1457 bis 1822 war der größte Teil des Dorfes hessisches Lehen der von Hundelshausen.
  • Hessen besaß 1585 nur 7 von insgesamt 40 Haushaltungen.
Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

Diemerode war von 1566 bis 1751 und von 1768 bis 1781 eine eigene Pfarrei und gehörte zuerst der Klasse Spangenberg, später der Klasse Waldkappel an. Ansonsten war es 1751 bis 1768 Vikariat von Thurnhosbach, 1781 bis 1807 von Rockensüß, 1807 bis 1816 von Mitterode, später von Solz und schließlich von Berneburg (Stand 1872).

Patronat:

Das Patronat war seit 1448 hessisches Lehen der von Trott (UA Trott), dann 1747 (DB) und später der von Verschuer.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: "Herr Cort" ca. 1541

Kirchliche Mittelbehörden:

Archidiakonat Dorla

Juden:

Provinzial-Rabbinat Kassel; Statistik: 1835:69; 1861: 101; 1905: 52; 1932/33: 19 Juden (6,13% der Gesamtbevölkerung)

seit Anfang des 18. Jahrhundert sind Juden im Ort nachweisbar.

Die jüdische Gemeinde bestand Mitte des 18. Jahrhundert aus etwa 10 ansässigen Familien. Die Synagoge (Dorfstraße; dort wohl auch Religionsunterricht) wurde 1974 abgerissen.

Berufe: Händler, Hausierer

Friedhof: zunächst in Sontra; seit Mitte des 19. Jahrhunderts eigener Friedhof, nordöstlich des Dorfes in einem kleinen Wäldchen, ältester Stein von 1862 (alemannia-judaica)

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Diemerode, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/5521> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde