Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Odenhausen

Ortsteil · 254 m über NN
Gemeinde Rabenau, Landkreis Gießen 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

9 km nordwestlich von Grünberg

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriß in Talmündungslage. Hauptbestandteil der älteren Siedlung in Mittel- und Niederterrassenlage auf dem rechts Lumdaufer an einem spornartig nach Süden vorspringenden vom Appenbörner Bach umflossenen Hang. Von Nordosten einmündend ein Seitental. Kirche auf der Hangkante der Mittelterrasse am N-Rand des Ortes. Gutsanlage mit Herrenhaus, Wirtschaftsgebäuden, Mühle sowie den Resten der ehem. Ummauerung am O-Rand des Ortes.

Bahnhof der Eisenbahnlinie Grünberg – Lollar ("Lumdatalbahn") (Inbetriebnahme der Strecke 1.8.1896) bis zur Stilllegung der Strecke am 26.5.1963.

Ersterwähnung:

1093

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Älteste Gemarkungskarte:

1910-1914

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3492403, 5613920
UTM: 32 U 492332 5612114
WGS84: 50.66082724° N, 8.891505389° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

531015050

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 1878, davon 860 Acker, 278 Wiesen, 551 Wald
  • 1961 (Hektar): 611, davon 258 Wald

Einwohnerstatistik:

  • 1577: 31 Hausgesesse
  • 1669: 60 Seelen
  • 1742: 3 Geistl./Beamte, 30 Untert., 4 Junge Mannschaften, 11 Beisassen/Juden
  • 1804: 304 Einwohner
  • 1834: 415 Einwohner
  • 1885: 294 Einwohner
  • 1925: 313 Einwohner
  • 1939: 318 Einwohner
  • 1950: 476 Einwohner
  • 1961: 489 Einwohner
  • 1970: 474 Einwohner
  • 1830: 370 evangelische Einwohner, 8 Mennoniten 4 Juden. 1961: 418 evangelische, 70 römisch-katholisch Einwohner
  • 1961 (Erwerbspers.): 82 Land- und Forstwirtsch., 77 Prod. Gewerbe, 49 Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, 28 Dienstleistung(en) und Sonstige
Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1093: Wettereiba (Mainzer Urkundenbuch 1 Nr. 386)
  • 1577: Gericht Londorf
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Allendorf an der Lumda, Gericht Londorf
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Londorf
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Grünberg
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Gießen
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg
  • 1874: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis
  • 1979: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen

Altkreis:

Gießen

Gericht:

  • 1822: Landgericht, seit 1879: Amtsgericht Grünberg

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 Eingliederung nach Rabenau.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1093 schenkt Mathilde von Arnsburg Kloster St. Alban zu Mainz ihre Güter und die Mühle zu Odenhausen.
  • 1267 schenken Ritter Walter von Nordeck und seine Frau Lucardis dem Deutschen Orden Marburg Güter zu Trais/Lumda, Seilbach, Antreff, Climbach und Odenhausen. 1269(1270?) gibt Hartrad von Merenberg Walter die bisher von ihm zu Lehen gehenden Güter zu Odenhausen, Weitershain, Nordernahe und Stembel zu eigen. Im Streit mit dem Erben von Nordeck spricht Graf Johann von Nassau 1341 die Güter dem Deutschen Orden zu (Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 1Nr. 240, 246; Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 2 Nr. Nr. 705). 1272 urteilt Landgräfin Sophie im Streit des Deutschen Ordens Marburg mit Dietrich d. J. von Isenburg über Güter im Dorf Odenhausen; Dietrich solle 1 Drittel, der Deutsche Orden 2 Drittel jener Güter erhalten (Regesten der Landgrafen von Hessen 1 Nachdr. Nr. 163).
  • 1288 verkaufen die Grafen von Solms dem Deutschen Orden Marburg Güter zu Odenhausen; 1294 verzichtet Graf Reinbold von Solms auf alle Ansprüche (Uhlhorn, Grafen von Solms, S.113, 44) 1358 hat der Deutsche Orden Marburg einen Hof mit 26 Morgen Äckern (Odenhausen/Salzb. ??).
  • 1489 verkauft Kloster Arnsburg den Grünberger Antonitern seinen Besitz zu Odenhausen (2 Beständer) (Eckhardt, Die oberhessischen Klöster 3, 2, S. 45).

Zehntverhältnisse:

Der Zehnte zu Odenhausen ist 1282/83 eppsteinisches Lehen der Herren von Nordeck; 1. Hälfte 14. Jahrhundert ist der 6. Teil des Zehnten eppsteinisches Lehen Gerlachs von Londorf (Wagner, Die eppsteinschen Lehensverzeichnisse S. 110 Nr. 333, S. 114).

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1577 und später: Filiale von Londorf. - 1924: Errichtung einer eigenen Pfarrei, zu der Geilshausen, Rüddingshausen und Weitershain gehören

Bekenntniswechsel:

Da bis 1927 Filial von Londorf, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Londorfer Pfarrer Dietrich Stingel ab 1542.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Londorf

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Odenhausen, Landkreis Gießen“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10418> (Stand: 16.10.2018)
 
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