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Herzogtum Nassau 1819 – 33. Dörsdorf

Michelbach

Ortsteil · 197 m über NN
Gemeinde Aarbergen, Rheingau-Taunus-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Mühle

Lagebezug:

10 km nördlich von Bad Schwalbach

Lage und Verkehrslage:

Bahnhof der Eisenbahnlinie Diez – Wiesbaden ("Aartalbahn";"Langenschwalbacher Bahn") (Inbetriebnahme der Strecke 1.5.1894) (bis Stilllegung der Strecke 1983).

Ersterwähnung:

1184

Historische Namensformen:

  • Michelnbach (1184) [Kopialbuch Kloster Bleidenstadt 17. Jh; Peter Acht, Probleme der Mainzer Urkundenforschung, in: Archivalische Zeitschrift 55, (1959), S. 51-116, hier S. 93, Beilage Nr. 2 a]
  • Michelenbach (um 1320)
  • Michellenbach (1361)
  • Michelbach (1544)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3432930, 5566264
UTM: 32 U 432882 5564478
WGS84: 50.22865343° N, 8.058995918° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

439001040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 932, davon 355 Acker (= 38.09 %), 70 Wiesen (= 7.51 %), 435 Holzungen (= 46.67 %)
  • 1961 (Hektar): 931, davon 441 Wald (= 47.37 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1566: 41 Haushaltungen
  • 1648: 7 Haushaltungen
  • 1821: 339 Einwohner
  • 1885: 585, davon 540 evangelisch (= 92.31 %), 45 katholisch (= 7.69 %)
  • 1961: 1707, davon 1121 evangelisch (= 65.67 %), 531 katholisch (= 31.11 %)
  • 1970: 2151

Diagramme:

Michelbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1566: Amt Idstein
  • 1787: Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt oder Herrschaft Idstein
  • 1813: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Amt Idstein
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Wehen
  • 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk VI (Kreisamt Langen-Schwalbach)
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Wehen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden,Untertaunuskreis
  • 1968: Regierungsbezirk Darmstadt, Untertaunuskreis
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingau-Taunus-Kreis

Altkreis:

Untertaunuskreis

Gericht:

  • 1366 Bleidenstädter Zentgericht
  • 1449 bildete Michelbach ein eigenes Gericht, zu dem die Wüstung Ramstatt gehörte.
  • bis 1816: Amt Katzenelnbogen
  • 1816: Amt Wehen
  • 1849: Justizamt Wehen
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Wehen
  • 1867: Amtsgericht Wehen
  • 1879: Amtsgericht Langenschwalbach

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1970 zur Gemeinde Aarbergen.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1184 befindet sich Michelbach unter den Orten, die Papst Lucius III. dem Kloster Bleidenstadt bestätigt. Um 1400 und im 15. Jahrhundert ist es als Lehen des Klosters in den Händen der Grafen von Nassau-Idstein. 1250/60 sind Leibeigene des Grafen Dieter von Katzenelnbogen belegt. Um 1350 und 1361 Schlichtung von Streitigkeiten wegen nassau-idsteinischer und katzenelnbogischen Leibeigenen durch Heinrich von Lindau bzw. Pfalzgraf Ruprecht II.
  • 1320 hatten die Grafen von Virneburg Güter von Ritter Bucher wieder eingelöst. Gefälle der Adligen von Nassau sind 1405, 1408, 1458 und 1503/04 belegt.

Zehntverhältnisse:

1427 sind der Zehnte und Güter als bleidenstädter Lehen an Henne von Wörsdorf, Schultheiß zu Michelbach ausgetan.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Alte Pfarrkirche im 12. Jahrhundert oder früher entstanden, jetzt als Totenkapelle genutzt
  • 1458 Pfarrer

Patrozinien:

  • Michael (16. Jahrhundert)

Pfarrzugehörigkeit:

Ursprünglich zum Kirchspiel Bleidenstadt gehörig, seit dem 15. Jahrhundert eigene Pfarrei, zu der 1606 die Wüstung Ramstatt gehört.

Patronat:

Patronatsrechte ursprünglich beim Kloster Bleidenstadt, 1705 von diesem an die Grafen von Nassau-Idstein abgetreten.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.

Wirtschaft

Wirtschaft:

Um 1654 und 1657 Anlage einer Eisenhütte durch Graf Joahnn von Nassau-Idstein die 1723 an den Bankier Schweitzer aus Frankfurt verpfändet wurde. 1885 Übernahme durch Passavant.

Mühlen:

1365 verleiht Graf Adolf von Nassau-Idstein eine Mühle mit Mahlgästen zu Michelbach, Neuenhausen, Eisighofen und Kettenbach den Eheleuten Dielmann aus Michelbach.

1653: Müllers- und Pfaffenmühle

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Michelbach, Rheingau-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10798> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde