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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 53. Schwarzenborn

Wernswig

Stadtteil · 218 m über NN
Gemeinde Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

5 km südöstlich von Homberg (Efze).

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss auf flachem Geländerücken zwischen Niederbach und Osterbach. Kirche mit Kirchhof in zentraler Lage. Nach Süden anschließend Siedlungskomplex entlang den Straßen nach Lenderscheid und Willingshain. Moderne Wohnsiedlung im Osten.

Bundesstraße 254 führt im Nordwesten am Ort vorbei.

Straßen nach Lenderscheid und Willingshain treffen sich im Ort.

Bahnhof der Eisenbahnlinie Eschwege/Niederhone – Schwalmstadt/Treysa ("Kanonenbahn III") (Inbetriebnahme der Strecke 1.8.1879), die heute nur noch bis Homberg (Efze) geht.

Ersterwähnung:

1097

Historische Namensformen:

  • Uvernesuic (1097) (Mainzer Urkundenbuch 1 Nr. 395)
  • Werneswich, de (1220)
  • Werneswic, de (1229)
  • Werniswich, de (1238)
  • Wernswich, de (1239)
  • Wernsvic (1246)
  • Werneswig (1248)
  • Werniswig (1254)
  • Wernsweic, de (1255)
  • Werswich (1272)
  • Wersnic, de (1288)
  • Werswich, de (1291)
  • Werenswich (1341)
  • Wemswig (1358)
  • Bernswig (1450)
  • Vernswyg (1475)
  • Wernschwig (1514)
  • Wernßwick, in (1523)
  • Wernßwegk (1525)
  • Wernswigk (1575/85)

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1269: villa
  • 1537: Dorf

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3525641, 5651058
UTM: 32 U 525557 5649237
WGS84: 50.99414868° N, 9.364167305° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634009230

Flächennutzungsstatistik:

  • 1537: 30 landgräfliche Huben.
  • 1742 (Kasseler Acker): 999 Land, 343 Wiesen, 592 Wald.
  • 1767 (Kasseler Acker): 1111 Land, 377 Wiesen und Gärten, 14 Triesche, 592 Wald, 1 1/2 Wüstung.
  • 1885 (Hektar): 570, davon 313 Acker (= 54.91 %), 100 Wiesen (= 17.54 %), 88 Holzungen (= 15.44 %)
  • 1961 (Hektar): 562, davon 98 Wald (= 17.44 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1537: 11 Hübner, 15 Köttner, 9 Beisassen (vgl. Flächennutzung). 1575/85: 40 Hausgesesse.
  • 1639: 10 verheiratete, 4 verwitwete, 4 unmündige Hausgesesse.
  • 1742: 54 Häuser, 1747: 68 Hausgesesse. 1767: 282 Einwohner.
  • 1834: 508, 1885: 530 Einwohner.
  • 1861: alle Einwohner evangelisch-reformiert.
  • 1885: 530, davon 528 evangelisch (= 99.62 %), 2 katholisch (= 0.38 %)
  • 1925: 610, 1939: 684, 1950: 1076, 1961: 917 Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 134 Land- und Forstwirtschaft, 202 Produzierendes Gewerbe, 61 Handel und Verkehr, 31 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 917, davon 784 evangelisch (= 85.50 %), 126 katholisch (= 13.74 %)
  • Um 1490: 15 wehrhafte Männer (7 Pflüge).

Diagramme:

Wernswig: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1369: Gericht Wernswig
  • 1472: Gericht Homberg
  • 1537: Amt Homberg, Gericht Vernika
  • 1575/85: Amt Homberg
  • 1587: Gericht Vernika
  • 1742: Amt Homberg, Gericht Vernika
  • 1807: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton und Friedensgericht Frielendorf
  • 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Homberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis und Justizamt Homberg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Homberg
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Fritzlar-Homberg

Gericht:

  • 1822: Landgericht Homberg
  • 1832: Justizamt Homberg
  • 1867: Amtsgericht Homberg
  • 1879: Amtsgericht Homberg
  • 1968: Amtsgericht Homberg

Gemeindeentwicklung:

Am 1.10.1971 im Zuge der hessische Gebietsreform als Stadtteil Homberg (Efze) eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1097: Dietmar und seine Frau Ella fügen ihren Schenkungen an Stift St. Alban-Mainz 2 Mansen in Wernswig zu.
  • 1246: Rentwig von Hesenrod trägt Güter des Klosters Breitenau zu Wernswig zu Lehen.
  • 1261: Hermann Metz der Jüngere verkauft Güter zu Wernswig an Kloster Spieskappel.
  • 1269: Die von Wernswig verkaufen ihre Güter zu Wernswig an Kloster Spieskappel.
  • 1300: Die Wackermühl verkaufen 3 Hufen zu Wernswig, die vordem der Sohn des Homberger Schultheißen Wigand besaß, dem Kloster Haina.
  • Um 1310: Stift Fritzlar hat Einkünfte zu Wernswig; folgend um 1340.
  • 1294/1316: Kloster Breitenau erwirbt Güter zu Wernswig.
  • 1317: Kloster Spieskappel erwirbt Güter zu Wernswig.
  • 1319: Die Voßzagel verkaufen dem Stift Fritzlar ihre Güter zu Wernswig.
  • 1323: Bertrad, Tochter des Ludwig Cerdonis, übergibt ihre Güter zu Wernswig dem Kloster Spieskappel.
  • 1325: Tilemann von Glasewalt verkauft demselben Kloster Güter zu Wernswig.
  • 1330: Die Mönche verkaufen demselben Kloster ihre Güter zu Wernswig, Kloster Breitenau erhält das halbe predium zu Wernswig.
  • 1332: Kloster Breitenau erhält durch die Holzsadel Güter zu Wernswig.
  • 1358: Die Schindefloz verkaufen einen Zins zu Wernswig an Kloster Homberg.
  • 1440: Die Tuscher verkaufen Gadem und Hofstatt an dem Friedhof zu Wernswig an Kloster Spieskappel.
  • 1448: Priester Johann Synnig verschreibt das halbe Gut zu Wernswig an Hospital Homberg.
  • 1455: Gottfried Bischoff leistet Zins aus Zehnten zu Wernswig.
  • 1490: Kloster Kartause hat Güter zu Wernswig.
  • 1527: Landgraf Philipp findet Katharina von Trohe, ehemalige Nonne des Klosters Wirberg, mit Gütern des Klosters Spieskappel zu Wernswig ab.
  • 1703: Der Deutsche Orden Marburg belehnt nach Tod des Grafen von der Lippe die von Dalwigk mit Deutscher Orden - Hof zu Wernswig.
  • 1835: Heimfall des Hofs an Hessen nach Tod von Dalwigk.

Zehntverhältnisse:

1331: Hartmann Beißigel verkauft ein Viertel Zehnten zu Wernswig an Kloster Spieskappel.

1341: Die Wölfe verleihen einen halben Zehnten zu Wernswig, den Volpert Foßzahl zu Lehen gehabt, einem Homberger Bürger.

1382: Thilo Wolf belehnt einen Homberger Bürger mit einem halben Zehnten zu Wernswig.

1412: Konrad Kelner verkauft mit Genehmigung der Wölfe einen halben Zehnten zu Wernswig.

1433: Konrad Synnig verkauft mit Genehmigung des Grafen von Ziegenhain sein Viertel Zehnten zu Wernswig.

1455: Gottfried Bischoff leistet Zins aus Zehnten zu Wernswig.

1461: Kloster Kartause hat Zehnten zu Wernswig.

1472: Landgraf Heinrich belehnt Heinz Eckel mit Viertel Zehnten zu Wernswig.

Ortsadel:

1220-1317.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1220: plebanus.
  • 1318: Kirchhof.
  • 1440: Die Tuscher verkaufen Gadem und Hofstatt an dem Friedhof zu Wernswig an Kloster Spieskappel.

Patrozinien:

  • Georg

Pfarrzugehörigkeit:

1557 und später: Sondheim mit Wernswig verbunden.

1575/85: Dörnishöfe eingepfarrt nach Wernswig; Wernswig versieht Sondheim.

1780: Sondheim Filiale von Wernswig, eingepfarrt Hof Willingshausen.

Seit 1798: Lützelwig Vikariat.

1835: Sondheim und Lützelwig Vikariat von Wernswig.

Seit 1836: Lützelwig mit Caßdorf verbunden.

1872, 1926: Sondheim Filiale von Wernswig.

Patronat:

1265: Konrad von Wernswig tritt Patronat der Kirche in Wernswig an das Kloster Spieskappel ab.

1575/85: Patron Landgraf.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: möglicherweise Heinrich Knabeschuh ca. 1523, sicher Conrad Scheffer 1529-1538.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archipresbyterat Mardorf.

Kultur

Schulen:

1580: Opfermann Jörge Schröder.

1598: Schulmeister.

Historische Ereignisse:

1786: Brand.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Wernswig, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4343> (Stand: 16.10.2018)
 
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