Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Hausen

Stadtteil
Gemarkung Frankfurt-Hausen, Gemeinde Frankfurt am Main, Stadt Frankfurt am Main 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Mühle

Lagebezug:

4,5 km nordwestlich von Frankfurt am Main

Lage und Verkehrslage:

Siedlung südwestlich der Nidda.

Ersterwähnung:

1132

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3473312, 5555465
UTM: 32 U 473248 5553683
WGS84: 50.1347733° N, 8.625667571° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

412000210

Frühere Ortskennziffer:

412000821

Flächennutzungsstatistik:

  • 1845 (Hektar): 640, davon 604 kultiviertes Land (Garten, Acker- und Waldboden)
  • 1885 (Hektar): 131, davon 59 Acker (= 45.04 %), 45 Wiesen (= 34.35 %), 0 Holzungen

Einwohnerstatistik:

  • 1812: 72 Feuerstellen, 451 Seelen
  • 1834: 551 Einwohner
  • 1840: 542 Einwohner
  • 1846: 626 Einwohner
  • 1852: 637 Einwohner
  • 1858: 647 Einwohner
  • 1864: 665 Einwohner
  • 1871: 739 Einwohner
  • 1875: 1135 Einwohner
  • 1885: 1187, davon 895 evangelisch (= 75.40 %), 292 katholisch (= 24.60 %)
  • 1895: 1500 Einwohner
  • 1905: 1902 Einwohner
Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1132: Wettereiba, in der Grafschaft Siegfrieds von Nuring (in pago, qui Wetereibia dicitur, in comitatu Sigefriedi comitis de Nuringes )
  • 1303: "Grafschaft" Bornheimer Berg (explizit belegt erst Mitte 15. Jh.)
  • 1428: Landgemeinde der Stadt Frankfurt
  • 1787: Reichsstadt Frankfurt
  • 1806-1810: Primatialstaat Karl Theodor von Dalbergs im Rheinbund
  • 1810-1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Frankfurt, Landdistriktmarie Frankfurt
  • 1815: Freie Stadt Frankfurt
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Stadtkreis Frankfurt am Main
  • 1886: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Frankfurt a. M.
  • 1910: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Stadtkreis Frankfurt am Main
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Frankfurt am Main
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Frankfurt am Main
  • 1952: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreisfreie Stadt Frankfurt am Main
  • 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Frankfurt am Main

Altkreis:

Frankfurt am Main, Stadt

Gericht:

  • 1303: Reichsgericht Bornheimerberg
  • 1428: Hausener Gericht
  • 1433: Landgericht Eppstein, Grafschaft Ursel-Stulen (zu Königstein)
  • 1481: scheiden in einem Vergleich zwischen der Stadt Frankfurt und dem Grafen von Hanau Hausen, Oberrad und Bornheim aus dem Gericht Bornheimer Berg aus, die obrigkeitlichen Befugnisse werden auf die Stadt Frankfurt übertragen.
  • bis 1879: Landjustizamt Frankfurt
  • 1879: Amtsgericht Frankfurt am Main

Herrschaft:

1428 werden die Einwohner von Hausen, sofern sie nicht dem Grafen von Solms-Rödelheim oder dem Grafen von Hanau hörig waren, Leibeigene der Stadt Frankfurt.

1484 verleiht König Friedrich III. die bisher zum Bornheimer Berg gehörigen Dörfer Bornheim, Hausen und Oberrad dem Rat zu Frankfurt, in Verfolg des von der Stadt mit Hanau geschlossenen Vertrags, als Reichslehen. 1494 belehnt König Maximilian I. Georg Frosch und Siegfried Knoblauch namens der Stadt Frankfurt mit Bornheim, Hausen, Oberrad usw..

Gemeindeentwicklung:

Am 22.2.1867 Eingliederung in den Stadtkreis Frankfurt, am Main am 1.4.1910 endgültig zum Stadtkreis Frankfurt am Main.

1929-31 wird die Siedlung Westhausen, 1933-35 die Willi-Brundert-Siedlung (zwischen Nidda und Praunheimer Landstraße) gebaut.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1132 schenkt der Mainzer Erzbischof Adalbert dem Domstift St. Martin zehn Hufen in Praunheim und die Zehntrechte u.a. in Hausen. 1259 beurkunden Schultheiß Wolfram sowie Schöffen und Bürger von Frankfurt eine Auseinandersetzung zwischen dem Zisterzienserkloster Arnsburg in der Wetterau und ihrem Mitbürger Bresto, dem sein Bruder Hapertus, der als Mönch jenes Klosters verstorben war, Güter u.a. in Hausen vermacht hat. 1301 schloß der Ritter Marquard von Preungesheim mit dem Frankfurter Bürger Volkwin von Wetzlar eine Tauschvertrag ab, in dem ein halber Morgen in der Gemarkung von Hausen erwähnt wird. Anfang des 14. Jahrhunderts gehen Dorf und Gericht zu Hausen vom Kloster Fulda als Lehen an das Geschlecht der Ritter Brendel von Homburg. 1368 verkauft Johann Brendel von Homburg das Gericht von Hausen mit Zustimmung des Abtes von Fulda an den Ritter Damme von Praunheim.
  • 1428 verkaufte Damme von Praunheim sein Eigengut, die Mühle und das fuldische Lehnsgut, Dorf und Gericht Hausen, mit Zustimmung des Abtes von Fulda an den Bürgermeister, Schöffen und Rat der Stadt Frankfurt.
  • 1481mußte die Stadt Frankfurt in einem Vertrag mit den Grafen von Hanau auf 16 der 19 Dörfer des Gerichts Bornheimerberg verzichten, behielt aber Bornheim, Hausen und Oberrad. 1484 bestätigte der Kaiser diesen Vertrag mit den Hanauern und gab die drei genannten Dörfer als Reichslehen an Franfkurt.

Zehntverhältnisse:

1235 kommt es zum Streit um den Zehnten in Hausen zwischen Propst Reinald von Frankfurt und Walter von Vilbel mit seinen Söhnen. Das Bartholomäusstift besaß den Zehnten, den im 14. Jahrhundert zu 1/3 das Kapitel, zu 2/3 der Propst erhielt.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1812-1813: Errichtung einer eigenen Kirche in Hausen
  • 1852: Einweihung der neuen, klassizistischen Saalkirche (ev.)
  • 1905: Katholische Kirche St. Anna in der Großen Nelkenstraße

Pfarrzugehörigkeit:

Bis 1772 zu Praunheim gehörig, seitdem eigenständige Pfarrei.

1903 Gründung der Katholischen Kirchengemeinde St. Anna, die 1952 Pfarreistatus erhält.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation: 1544

Wirtschaft

Wirtschaft:

1868 Errichtung der Hausener Brotfabrik May im Bereich der Geteidemühle, die 1972 ihren Betrieb endgültig einstellte.

Mühlen:

1359 wird eine Mühle in den Urkunden der Deutschordenskommende Sachsenhausen erwähnt. Später mehrere Mühlen im Bereich der Nidda (heute Universitätsgelände)

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Hausen, Stadt Frankfurt am Main“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/11721> (Stand: 16.10.2018)
 
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