Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Heppenheim (Bergstraße)

Stadtteil · 116 m über NN
Gemeinde Heppenheim (Bergstraße), Landkreis Bergstraße 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Kapelle; Mühle; Stadt

Lage und Verkehrslage:

Bahnhof der Eisenbahnlinie Frankfurt am Main – Heidelberg ("Main-Neckar-Bahn";1846) (Inbetriebnahme der Strecke 22.6.1846, 1.8.1846).

Endbahnhof der Eisenbahnlinie Lorsch – Heppenheim (Inbetriebnahme der Strecke 1.4.1903) (Strecke zwischen 1938 und 1958 stillgelegt).

Ersterwähnung:

755/56

Historische Namensformen:

  • Heppenheim (755/56) (Codex Laureshamensis II, Nr. 429)
  • Hephenheim (773, 1071, 1195, 1210-1220)
  • Hepphenheim (773)
  • Heppeneheim (1113)
  • Heppenheim (1314)
  • Heppinheim (1362)
  • Heppfenheim (1428)
  • Hepphenheim (1428)
  • Klein-Heppenheim im Hambacher Tal

Bezeichnung der Siedlung:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3474384, 5500592
UTM: 32 U 474319 5498831
WGS84: 49.64148616° N, 8.644300135° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

431011030

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 12245, davon 4281 Acker, 3559 Wiesen, 3465 Wald, 566 Weinbergsland
  • 1961 (Hektar): 2948, davon 882 Wald (= 29.92 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1623: 204 Bürger
  • 1806: 3190 Einwohenr
  • 1829: 3654 Einwohner
  • 1961: 13876, davon 3484 evangelisch (= 25.11 %), 10074 katholisch (= 72.60 %)
  • 1970: 16815 Einwohner

Diagramme:

Heppenheim (Bergstraße): Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Kurfürstentum Mainz, Unteres Erzstift, Oberamt Starkenburg, Amtsvogtei Heppenheim
  • 1803: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Provinz Starkenburg, Amtsvogtei Heppenheim
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Heppenheim
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Heppenheim
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk Heppenheim
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Heppenheim
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Heppenheim
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Heppenheim
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Heppenheim
  • 1938: Deutsches Reich, Land Hessen, Landkreis Bergstraße (Umbenennung)
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Bergstraße
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Bergstraße

Altkreis:

Bergstraße

Gericht:

  • 1821: Landgericht Lorsch
  • 1879: Amtsgericht Lorsch
  • 1934: Amtsgericht Bensheim

Herrschaft:

Bürger werden erstmals in einer Mainzer Urkunde erwähnt, die vor dem 10. Oktober 1318 zu datieren ist. (Regesten der Erzbischöfe von Mainz 1,1, Nr. 2053). 1330 bekennen Burgmannen, der Schultheiß, die Schöffen und die Bürger der Stadt Heppenheim (Heppinheim), dass sie Wiesen ihrer Allmende an den Ritter Hartmut V. von Kronberg, seine Ehefrau Margarethe und ihre Erben für 80 Pfund Heller, die bereits bezahlt sind, auf ewig verkauft haben. Die Urkunde ist mit dem Siegel der Stadt versehen (Regesten der Stadt Heppenheim Nr. 148)

Gemeindeentwicklung:

Für die Gemeindeentwicklung seit Einführung der hessischen Gebietsreform s. Heppenheim (Bergstraße). Sitz der Gemeindeverwaltung ist Heppenheim (Bergstraße).

Besitz

Zehntverhältnisse:

Um 1200 hat das Kloster Lorsch decimas in palude

1522: Zehnten des Domstifts in Mainz

1540: Zehntherrn: Echter, Dalberg, Helmstadt

Ortsadel:

von Heppenheim

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 755: basilica
  • 1566: Burgkapelle im Amtshof
  • 18. Jahrhundert Marienkapelle

Patrozinien:

  • Petrus (755)

Pfarrzugehörigkeit:

Unter-Hambach, Ober-Hambach, Kirschhausen, Erlenbach, Sonderbach, Erbach, Scheuerberg und Mittershausen als Filialen

Patronat:

773: an Kloster Lorsch

1232: an Erzstift Mainz

1265: dem Domstift von Erzbischof Werner geschenkt

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Michael Vogler 1549-1570, zunächst noch katholischer Pfarrer in Heppenheim, dann lutherisch und zuletzt reformiert

Wiederholter Bekenntniswechsel: zunächst lutherisch, ab 1563 unter Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz reformiert, 1577 unter Kurfürst Ludwig VI. lutherisch, ab 1583 durch Pfalzgraf Johann Kasimir reformiert.

Katholischer Bekenntniswechsel: 1624, 1631 unter den Schweden wieder reformiert, 1635 wieder katholisch

Kirchliche Mittelbehörden:

Archidiakonat St. Viktor in Mainz, Landkapitel Bensheim

Juden:

vereinzelt im 14. und 15. Jahrhundert ansässig; danach erst wieder Mitte des 16. Jahrhunderts zwei Juden im Ort.

1932/33: 103 Juden

Die Synagoge lag am Bensheimer Weg. Zudem Mikwe und Schächteramt.

Kultur

Schulen:

Ende der 1550er Jahre Schule vorhanden

Historische Ereignisse:

1369: großer Brand, bei dem Heppenheim zum Großteil zerstört wurde

Wirtschaft

Mühlen:

1399: Mühle des Albrecht von Hirschhorn

1480: Abgaben der Klostermühle an den Propst von Lorsch

1648: Hammersteinische Mühle auf der Erbach, Mühle in der Oberen Vorstadt, Mühle ober der Oberen Vorstadt

1927: Mühle im Erbacher Tal

Heinz Reitz (s. Literatur) hat im heutigen Stadtgebiet 41 Mühlen verzeichnet, also einschließlich Kirschhausen, Mittershausen, Ober-Laudenbach, Unter- und Ober-Hambach sowie Wald-Erlenbach. In der eigentlichen Stadtgemarkung sind hier 18 Mühlen verzeichnet.

Zoll:

1648: Zollstätte zur Erhebung der herrschaftlichen Gülten und des Landzolls

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Heppenheim (Bergstraße), Landkreis Bergstraße“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/13093> (Stand: 16.10.2018)
 
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