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Herzogtum Nassau 1819 – 41. Dasbach

Naurod

Stadtteil
Gemeinde Wiesbaden, Stadt Wiesbaden 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

7,5 km nordöstlich von Wiesbaden

Lage und Verkehrslage:

Geschlossene Siedlung mit einfachem Grundriß am Zwergbach. Kirche in zentraler Lage.

Ersterwähnung:

1346

Siedlungsentwicklung:

Am 1. Januar 1977 Eingemeindung in die Stadt Wiesbaden.

Historische Namensformen:

  • Naurath (1346)
  • Nurude
  • Neurodt
  • Neuroede

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Wilhelm-Kempf-Haus

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3450188, 5555721
UTM: 32 U 450133 5553939
WGS84: 50.13558308° N, 8.302217844° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

414000310

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 1021, davon 305 Acker (= 29.87 %), 78 Wiesen (= 7.64 %), 591 Holzungen (= 57.88 %)
  • 1961 (Hektar): 1021, davon 618 Wald (= 60.53 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1512: 18 steuerpflichtige Haushalte
  • 1576: 24 Steuerpflichtige
  • 1616: 23 Steuerpflichtige
  • 1885: 844, davon 833 evangelisch (= 98.70 %), 11 katholisch (= 1.30 %)
  • 1961: 1816, davon 1417 evangelisch (= 78.03 %), 352 katholisch (= 19.38 %)
  • 1970: 2219

Diagramme:

Naurod: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1353: Grafschaft Nassau (walramische Linie), Herrschaft Wiesbaden
  • 1355: Nassau-Idstein-Wiesbaden
  • 1787: Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt oder Herrschaft Wiesbaden
  • 1806: Herzogtum Nassau, Oberamt Wiesbaden, Kirchspiel Nauroth
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Wiesbaden
  • 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden,Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk X (Kreisamt Wiesbaden)
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Wiesbaden
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Wiesbaden (Main-Kreis)
  • 1928: Main-Taunus-Kreis
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wiesbaden
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wiesbaden
  • 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Wiesbaden
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wiesbaden (kreisfreie Stadt)

Altkreis:

Main-Taunus-Kreis

Gericht:

  • 1816: Amt Wiesbaden
  • 1849: Justizamt Wiesbaden
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Wiesbaden
  • 1867: Amtsgericht Wiesbaden

Herrschaft:

1671: Gerichtssiegel der Gemeinde

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1346 gehört Naurod zur Grafschaft Nassau-Idstein (walramische Linie des Hauses Nassau). 1350 Verpfändung an die Herren von Lindau. 1353 wieder in Besitz der Grafen von Nassau. 1355 in der Teilung an Adolf von Nassau-Idstein-Wiesbaden. 1367 Verpfändung der Hälfte u.a. von Naurod an die Stiefmutter Graf Adolf und deren Nachkommen. 1457 verpfänden Graf Johann von Nassau und seine Frau Marie dem Schwiegersohn Ludwig von Isenburg die Hälfte ihres Halbenteils am Schloss Sonnenberg mit Einkünften u.a. in Naurod unter Zustimmung des Erzbischofs Dietrich von Mainz als Lehnsherrn.
  • Im 15. Jahrhundert hatten die Herren von Eppstein Besitz in Naurod.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1727-1730: Errichtung der heutigen Pfarrkirche an der Stelle der älteren Kirche

Patrozinien:

  • Laurentius

Pfarrzugehörigkeit:

Um 1465 Pfarrei. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts Filiale von Kloppenheim. Seit 1716 wieder selbständige Pfarrei mit Auringen als Filalgemeinde.

Patronat:

Um 1465 hatte Kloster Bleidenstadt das Patronatsrecht inne.

Bekenntniswechsel:

Die Einführung der Reformation erfolgte vermutlich um 1540. Nach der Reformation wurde Naurod von Kloppenheim versehen, 1716 entstand eine eigenständige Pfarrei mit dem Filial Auringen.

Erster evangelischer Pfarrer der Pfarrei Naurod: Johannes Cramer 1716-1774

In allen Orten des Herzogtums Nassau wurde ab 1817 die Union des lutherischen und reformierten Bekenntnisses zu einer evangelischen Kirche eingeführt.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archidiakonat des Propstes von St. Peter in Mainz, Dekanat Kastel

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Naurod, Stadt Wiesbaden“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/11159> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde