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Herzogtum Nassau 1819 – 46. Wiesbaden

Igstadt

Stadtteil · 200 m über NN
Gemeinde Wiesbaden, Stadt Wiesbaden 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

6 km östlich von Wiesbaden

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf östlich des Wäschbaches im sog. Eppsteiner Horst des Vortaunus. Kirche im Nordwesten der Ortslage.

Bahnhof der Eisenbahnlinie Wiesbaden – Niedernhausen (Inbetriebnahme der Strecke 1.7.1879).

Ersterwähnung:

1241

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3452062, 5549679
UTM: 32 U 452006 5547899
WGS84: 50.08142179° N, 8.329186644° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

414000240

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 693, davon 528 Acker (= 76.19 %), 56 Wiesen (= 8.08 %), 80 Holzungen (= 11.54 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1457: 31 Häuser
  • 1492: 32 Häuser
  • 1570: 46 Herdstellen
  • 1592: 71 Familien
  • 1630: 43 Männer, 5 Witwen, 3 Vormundschaften
  • 1637: 9 Haushalte
  • 1643: 14 Haushalte und 5 Witwen
  • 1698: 49 Häuser
  • 1800: 109 Familien
  • 1817: 477 Einwohner
  • 1885: 715, davon 661 evangelisch (= 92.45 %), 42 katholisch (= 5.87 %), 12 Juden (= 1.68 %)
  • 1925:895
  • 1970: 1603
  • 1985: 1770

Diagramme:

Igstadt: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1433: Herrschaft Eppstein-Münzenberg
  • 1492: Landgrafschaft Hessen, Herrschaft Eppstein
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Herrschaft Eppstein, Amt Wallau
  • 1803: Nassau-Usingen, Herrschaft Eppstein
  • 1806: Herzogtum Nassau
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Hochheim
  • 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden,Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk IX (Kreisamt Höchst)
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Hochheim
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Wiesbaden (Main-Kreis)
  • 1928: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Stadtkreis Wiesbaden

Altkreis:

Wiesbaden

Gericht:

  • 1476: Landgericht Mechtildshausen
  • 1816: Amt Wallau
  • 1817: Amt Hochheim
  • 1849: Justizamt Hochheim
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Hochheim
  • 1867: Amtsgericht Hochheim
  • 1879: Amtsgericht Wiesbaden

Herrschaft:

Die Vogtei hat ursprünglich das Kloster Altmünster in Mainz inne. 1257 ist Gottfried von Biegen Vogt in Igstadt. 1455 erhält Philipp von Kronberg vom Kloster Altmünster Gericht und Vogtei als Mannlehen, nachdem diese durch den Tod des bisherigen Inhabers, Graf Joahnn von Ziegenhain, heimgefallen sind, der sie als Afterlehen an die von Elkershausen ausgetan hatte. 1489 wird Philipp von Kronberg nach dem Tod seines Vaters Johann für sich und seinen Bruder von Landgraf Wilhelm von Hessen mit der Vogtei belehnt. 1515 belehnt der Landgraf von Hessen den Deutschordenskomtur Walter von Kronberg mit der Vogtei und zieht sie nach dessen Tod 1543 ein.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.4.1928 Eingemeindung in die Stadt Wiesbaden.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1253 bekunden die Äbtissin von Altmünster in Mainz und Gottfried von Biegen, dass die Ehenleute Wolin und Mechthildis von Oberwalluf ihr Gut zu Igstadt dem Kloster Eberbach vermacht haben. 1268 hat das Mainzer Domkapitel Güterbesitz in Igstadt. 1272 genehmigt Graf Ludwig II. von Ziegenhain den Verkauf der von ihm zu Lehen gehenden Vogtei durch die Söhne des verstorbenen Gottfried von Biegen an das Kloster. 1305 tauscht Kloster Gnadenthal von Gottfried von Dhern gen. Riz Güter ein und gibt sie in Pacht zurück. 1430: Weistum über die Gerechtsame der Grafen von Nassau.1433 erhält bei der Eppsteiner Bruderteilung Gottfried den Ort. 1483: Weistum der Eppsteiner Rechte durch Zentgraf und Gemeinde: Der Herr zu Eppstein ist oberster Herr über Blut, Dieb und alle unrechte Gewalt. 1492 ist der Ort verpfändet, dann verkauft Gottfried von Eppstein den Ort an Hessen, das nach der Einziehung der Vogtei des Klosters Altmünster 1543 und dem Kauf der Gerechtsame von Nassau 1588 die alleinige Obrigkeit hat.

Zehntverhältnisse:

Kloster Altmünster ist 1735 im Besitz des großen und kleinen Zehnten.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1241: Pleban
  • 1338: Pfarrei

Patrozinien:

  • Katharina (1338)

Patronat:

1399 und um 1465 hat das Mainzer Kloster Altmünster das Patronatsrecht inne. 1577 hat die Landgrafschaft Hessen das Patronat.

Bekenntniswechsel:

1532 verweigerte der hessische Amtmann zu Eppstein die Neubesetzung der Pfarrstelle mit einem katholischen Pfarrer. Als erster evangelischer Pfarrer in Igstadt wirkte Georg Göckel, Pfarrer in Nordenstadt, von 1532 bis 1535. Der erste eigene Pfarrer der Pfarrei Igstadt war vermutlich Jacob Geise, der vor dem 14.7.1535 eingesetzt wurde und bis 1546 tätig war.

Nach dem Übergang der Herrschaft Eppstein an Nassau wurde 1818 die Union des lutherischen und reformierten Bekenntnisses zu einer evangelischen Kirche eingeführt.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archidiakonat des Propstes von St. Peter in Mainz, Dekanat Kastel

Kultur

Schulen:

Um 1600 Errichtung einer Schule, die stets von Lehrern bedient wurde, die nicht studiert hatten.

Historische Ereignisse:

1461 während der Mainzer Stiftsfehde in Brand gesetzt.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Igstadt, Stadt Wiesbaden“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/11151> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde