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Südhessisches Flurnamenbuch

Gold

Deutung
Die Namen beziehen sich auf ahd. gold, mhd. golt st. N. ‚Gold‘. Wo sie schon ursprünglich hierher gehören, beziehen sie sich wie in Gernsheim und Mörlenbach teils auf Stellen, wo tatsächlich oder angeblich Gold oder ähnlich Wertvolles gefunden wurde1, teils war aber im übertragenen Sinne nur ein besonders fruchtbarer und ergiebiger Acker namengebend. Im Anschluss daran kann der Name gelegentlich als SpottN für schlechte Böden auftreten. Auch glänzender, glimmerhaltiger Boden oder gelb blühende Pflanzen können der Benennung zu Grunde liegen. Solche Namen wurden manchmal, so in Ober-Mumbach, zu Geldacker gewandelt. In Ober-Klingen liegt eine Umdeutung aus Galle vor2.
Literatur
Karg-Gasterstädt/Frings 4, 321, Lexer 1, 1046 f. u. 1, 1116 f., Baufeld 114; Kluge/Seebold 331; DWB 4, 1, 5, 679 f.; SHessWb 2, 1411, PfälzWb 3, 376; Bach 2, § 292; Dittmaier (1963), S. 90, Ramge (1979), S. 129, Zernecke (1991), S. 192 f., Vielsmeier (1995), S. 175 f. ⟨für die Seitenangaben sind die im Quellen- und Literaturverzeichnis (PDF) aufgeführten Ausgaben maßgeblich⟩
Vernetzung
MHFB: → Gold; DWB: → gold; PfälzWb: → gold; Wörterbuchnetz: → Gold
Referenz
Vgl. Geld (Ober-Mumbach) · Goll · Gollach · Gülden (Bürstadt) · Gülle.

1 Klüßendorf (1991).
2 Großkopf (1994), S. 92.